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Wir nehmen Euch mit auf unserer Reise...

 

Tommy & Rosa

Unser Reisetagebuch

Argentinien
Brasilien
Teil 5

20. März - 17. April 2007

Gefahrene Kilometer (Motorrad): 300 km
Strecke: #3 Azul > Buenos Aires
Gefahrene Kilometer (Bustour nach Foz do Iguacu): ca. 2600 km
 

 

Buenos Aires - erste Eindrücke
Die Fahrt nach Buenos Aires ist unspektakulär und langweilig - die Ruta 3 geht wie immer stur geradeaus, nur der ewige Wind bringt uns in Schräglage. Von Holger haben wir ein Hotel empfohlen bekommen, und Nazareth hat uns ein Zimmer dort reserviert. Vom Internet haben wir uns eine kostenlose routingfähige Karte für‘s GPS runtergeladen, die uns problemlos zum Hotel führt. Um die Ecke gibt es mehrere Tiefgaragen, aber erst die dritte ist gewillt, Motorräder unterzustellen - sie kommen in‘s Schaufenster, wo sie Tag und Nacht bewacht werden.
Wir lassen es langsam angehen in Buenos Aires, denn wir haben viel Zeit - unser Flug nach Deutschland geht erst in dreieinhalb Wochen. Den Flug haben wir so gewählt, dass wir kurz vor der Ankunft unserer Motorräder in Hamburg sind. Der erste Eindruck von Buenos Aires ist eher negativ. Schon eine Weile haben wir uns nicht mehr in einer Großstadt aufgehalten, und Lärm, Gestank, Schmutz und Hochhäuser widern uns an. Beim Laufen gilt der Blick immer dem Boden, um nicht auf einer der unzähligen Tretminen (Hundehaufen) auszurutschen.

Buenos Aires - Verschiffung der Motorräder
Bevor wir die Kälbchen auf die Reise nach Europa schicken, wollen wir noch neue Vorderreifen aufziehen. Die bekommen wir in der „Avenida Pueyrredon“, wo sich ein kleiner Motorrad- Zubehörladen an den nächsten reiht. Das ist typisch für Buenos Aires und auch viele andere Städte in Südamerika: In der einen Strasse beispielsweise wimmelt es nur so von Farbengeschäften, in der nächsten gibt‘s fast nur Schreibwaren. Die Reifen sind billig, die Auswahl gut, wir montieren sie im Schaufenster der Tiefgarage, und der Chef ist dankbarer Abnehmer für die alten: Ein bisschen Profil ist noch zu sehen, also sind sie noch gut für ein paar tausend Kilometer.
Mit der Bahn fahren wir nach Olivos, einem feinen Vorort, wo auch der argentinische Präsident sein Zuhause hat - wir wollen zum Büro von Hamburg- Süd. Dort bekommen wir genau gesagt, wie und wo die Zollformalitäten zu erledigen sind, und wo wir unsere Mopeds am Hafen abgeben müssen. Zuerst müssen wir allerdings zum Notar, denn der Zoll fordert eine Beglaubigung der Kopien von sämtlichen Seiten des Reisepasses (selbst die, die leer sind...), vom Einfuhrdokument und vom Flugticket. Was das wohl soll...? Nachdem wir das hinter uns gebracht haben, geht‘s um 20,- EUR ärmer direkt zum Zoll. Wir warten geschlagene drei Stunden darauf, dass wir dran kommen, aber als wir an der Reihe wären, machen sie dicht. Am nächsten Morgen sind wir die ersten - wir sind absichtlich eine Stunde vor den Öffnungszeiten da. Die Formalitäten werden alle vom Zöllner erledigt - außer Geduld brauchen wir nichts, und nach einer Stunde ist alles erledigt. Schon seit Tagen regnet es aus Kübeln, aber zur richtigen Zeit hört der Regen auf, wir bringen die Mopeds trocken ins Warehouse. Dort steht schon Kalle‘s Maschine - auch seine KTM geht im gleichen Container nach Hamburg. Bei ihm in Hamburg dürfen wir auch übernachten, bis wir unsere Kälbchen wieder haben - super, das hilft uns sehr!

Buenos Aires - Begegnungen und Erlebnisse
Nun, da die Motorradverschiffung für uns erledigt ist, haben wir mehr Zeit Buenos Aires zu erkunden und Leute zu treffen. Marianne und Karl, das schweiz- österreichische Paar, das wir neulich kennengelernt haben, sind ebenfalls in der Stadt, und wir verabreden uns. Gemeinsam laufen wir stundenlang durch die Strassen, wir besuchen ein wunderschönes altes Kaffeehaus, essen uns schon satt an Kuchen, bevor‘s in ein Restaurant geht. Dort gibt es ein riesiges Buffet, für 3,- EUR pro Person kann man soviel essen wie man will... Mit vollgestopften Bauch und vom Rotwein benebelt wanken wir nach einem schönen Abend zu unserem Hotel.
Am Morgen sind wir wieder mit den beiden verabredet - zum Frühstück. In den meisten Cafes gibt es das gleiche Angebot für wenig Geld: Ein Milchkaffee mit drei Medialunas (kleine Croissants) und frischgepressten Orangensaft kostet hier 5,- Pesos (ca. 1,25 EUR). Als wir ins Hotel zurückkommen, hängt eine Nachricht für uns am Schlüsselbrett: Peter war ebenfalls in der Posta in Azul und weiß von Holger, dem Radfahrer von uns. Er war ein halbes Jahr mit seiner BMW F650 GS Dakar in Südamerika unterwegs und fliegt nun zurück nach Deutschland. Nazareth aus Azul und Holger kommen ebenfalls nach Buenos Aires, und so treffen wir uns alle im „Untertürkheim“, einem deutschen Restaurant zu Leberkäs und Warsteiner.
Per Pedes und Subte, das gut funktionierende U- Bahnsystem, das in 1913 das erste Mal in Betrieb genommen wurde, besuchen wir die interessantesten Stadtviertel. Nach Recoleta gehen wir an einem Samstag - nur am Wochenende findet der Kunsthandwerksmarkt auf dem „Plaza Francia“ statt. Der Markt ist super, wir müssen uns zurückhalten, um nicht zuviel Geld auszugeben, obwohl oder gerade weil die Sachen vergleichsweise billig sind. Es gibt Lederwaren, Bilder, Schmuck und vieles mehr - von Traditionellem über moderne Kunst bis zu Kitsch. Um die Ecke befindet sich der alte Friedhof, wo auch Evita Peron begraben ist. Der Friedhof ist wunderschön, die großen alten Grabhäuser sind geschmückt mit Steinfiguren. Evitas Grab finden wir erst auf den zweiten Blick - das Grab ist einfach und schlicht, wahrscheinlich hatte sie es sich so gewünscht. Um Evita Peron existiert ein wahrer Personenkult. In 1919 geboren, wuchs sie in ärmlichen Verhältnissen auf. Mit 15 Jahren kam sie nach Buenos Aires, arbeitete als Model, Radiomoderatorin und Filmschauspielerin bis sie ihren zukünftigen Ehemann Juan Peron kennerlernte, den damaligen Präsidenten. Sofort nahm sie eine wichtige Rolle in der Regierung ein, obwohl sie nie ein offizielles Amt bekleidete. Von der Arbeiterklasse wurde sie geliebt, denn sie setzte sich für sie ein, und durch ihren Einfluss wurde das Frauenwahlrecht eingeführt. Mit 33 Jahren starb sie an Krebs.

Das ausgediente Warehouse aus rotem Backstein entlang der Docks am alten Hafen im Viertel Puerto Madero wurde restauriert und beheimatet nun neben exklusiven Wohnungen und Büros auch Restaurants und Cafes direkt am Wasser. Wir gönnen uns ein sehr leckeres Eis bei „Freddo“ und beobachten die Menschen auf der Flaniermeile.
Das schöne Altstadtviertel San Telmo liegt bei uns um die Ecke, auf dem Plaza Dorrego findet Sonntags ein Trödelmarkt mit Antiquitäten statt, dann verwandelt sich die angrenzende Strasse „Defensa“ in eine Fußgängerzone - voll von Musik, Tango und Straßenkünstlern. Ein toller Ort, den wir auch unter der Woche öfter besuchen. Wir durchstöbern die Antiquitätenläden, und während wir durch die Gassen laufen, wandert der Blick oft die Hausfassaden hinauf - viele der alten Kolonialhäuser sind liebevoll restauriert.
Wir sind nun schon eine Woche hier in Buenos Aires, und obwohl die Stadt uns immer besser gefällt, fällt uns langsam die Decke auf den Kopf - wir wollen weg! Also in‘s Reisebüro: Da Ostern bevorsteht, ist es schwierig eine Reise zu buchen, denn viele Argentinier nutzen die Feiertage für einen Kurzurlaub. Wir wollen eine Bustour in den Norden Argentiniens machen - zu den Iguazu- Wasserfällen. Entweder sind die Touren ausgebucht, es finden in der Osterwoche keine statt oder sie sind zu teuer, weil individuell zusammengestellt. Endlich finden wir eine Tour, die sogar ein richtiges Schnäppchen ist: 7 Tage, inklusiv Fahrt im „Cama“- Bus (Bus mit Schlafsitzen) und 3- Sterne- Hotel mit Halbpension für 110,- EUR pro Person. Wir schlagen zu, aber als wir am nächsten Tag bezahlen und die Tickets holen wollen, werden wir enttäuscht: Auch diese Tour findet nicht statt. Noch geben wir nicht auf, klappern ein Reisebüro nach dem nächsten ab und finden dann schließlich doch noch ein akzeptables Angebot für 180,- EUR pro Nase. Die Tour beginnt am Sonntag, also haben wir noch ein paar Tage in Buenos Aires.
Marianne und Karl hatten uns vom Musical „Tanguera“ vorgeschwärmt, also kaufen wir uns ebenfalls Tickets. Alle Plätze sind belegt, das Musical scheint hauptsächlich von Einheimischen besucht zu sein. Die Handlung ist einfach zu verstehen, es wird wenig gesungen, dafür um so mehr Tango getanzt. Das Stück ist sehr kurzweilig und gefällt sogar Tommy, der zunächst etwas skeptisch war.
Den Stadtteil La Boca besichtigen wir gemeinsam mit Hans, dem Radfahrer, den wir auf der Peninsula Valdes getroffen hatten, und der in Azul erfahren hat, dass wir noch in Buenos Aires sind. Boca ist ein altes italienisches Hafenviertel, die farbenfrohen Häuser aus Blech und Holz wurden früher mit übriger Bootsfarbe gestrichen, das Viertel wurde hauptsächlich von Armen bewohnt. Heute ist La Boca vor allem ein touristischer Ort mit vielen Straßencafes und Souvenirläden - zumindest dort, wo die bunten Häuser stehen. Das restliche Boca scheint immer noch recht arm zu sein - es wird empfohlen, sich als Tourist hier nachts nicht aufzuhalten. Uns gefällt Boca ausgesprochen gut, obwohl es von Touristen nur so wimmelt... In Boca befindet sich auch das berühmte Fußballstadion der Boca Juniors, wo einst Diego Maradona spielte, der heute einen Ehrenplatz auf der Tribüne hat.
Auch Palermo besuchen wir zusammen mit Hans. Wir laufen durch den angrenzenden großen Stadtpark und gehen Essen in einem Straßenrestaurant. Palermo ist eine reichere Gegend, die Häuser sind nicht ganz so hoch wie in der Innenstadt, es ist ruhiger und sauberer hier.
Nachts schrecken wir auf, weil unsere Zimmernachbarn - zwei Mädels aus den USA - sturzbetrunken in ihr Zimmer stolpern und sich lauthals unterhalten. Sie geben keine Ruhe, also klopft Rosa an ihre Tür und bittet sie, leise zu sein. “Gute Nacht” bekommt sie als Antwort, die Lautstärke mindern die zwei Gören allerdings nicht. Trotz Ohrenstöpsel geht es ewig, bis wir wieder einschlafen, Tommy überlegt sich also, wie wir uns rächen können. Früh morgens klopft er solange an ihre Tür, bis eine von ihnen aufsteht und aufmacht. Tommy wünscht nun seinerseits den beiden eine Gute Nacht, und wir nerven die zwei für die nächsten zwei Stunden, so dass sie keine Chance haben weiterzuschlafen. Rache ist süß... Glücklicherweise verschwinden sie noch am gleichen Tag, sonst wäre sicher ein Kleinkrieg ausgebrochen...

Bustour zu den Iguazu- Fällen
Die Iguazu- Fälle sind die größten Wasserfälle der Welt. Der Großteil der Fälle liegt auf argentinischem Staatsgebiet, den besseren Gesamteindruck aber erhält man von brasilianischer Seite. Auf der Gesamtbreite der Fälle von etwa 2.700 m stürzen durchschnittlich 1.700 m³/s, nach längeren Niederschlägen bis 7.000 m³/s in Stufen bis zu 75 m hinab. Der Nationalpark beiderseits der Wasserfälle wurde 1984 in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen.

Wir sind froh, als wir endlich im Bus sitzen und aus der Stadt kommen - endlich mal wieder unterwegs! Eine Bustour ist zwar nicht unbedingt unser Ding, zumal dies auch noch eine geführte Tour ist, aber da unsere Motorräder auf dem Weg nach Europa sind, ist das für uns die einzig mögliche Art zu reisen. Für eine geführte Tour haben wir uns entschieden, da dies uns wahrscheinlich günstiger kommt, als vor Ort eine Bleibe zu suchen - jetzt an Ostern ist viel los und die billigen Unterkünfte sind sicherlich alle voll. Wir hatten natürlich gehofft, dass wir oben im Doppeldeckerbus sitzen würden, aber uns stecken sie unten ganz nach hinten, direkt neben die Toilette, deren Tür klemmt, und wo’s nach Pisse stinkt. Hier hat man die schlechteste Aussicht, und es ist am lautesten, denn der Motor sitzt direkt hinter uns. Wir sind die einzigen Ausländer, die Reiseleiterin spricht kein Englisch. Veronika und Marcella, zwei junge Argentinierinnen erbarmen sich und übersetzen das Wichtigste für uns.
Die Landschaft rauscht an uns vorbei, im klimatisierten Bus bekommt man gar nicht so mit, wie es wärmer und tropischer wird, je weiter nördlicher wir kommen. Auch landschaftlich ändert sich’s dementsprechend, üppig grüne Tropenwälder, dazwischen blitzt rostrote Erde auf.
Die Busfahrt nach Foz do Iguacu dauert insgesamt 24 Stunden, das liegt daran, dass wir öfters mal Pause machen und die Ruinen der Jesuitenmission San Ignacio besichtigen, die auf dem Weg liegen. Dort begleitet unsere Reiseleiterin uns beide zum Kassenhäuschen - es scheint ihr ausgesprochen wichtig zu sein, dass wir den doppelt so teuren Ausländerpreis bezahlen. Nett von ihr... Dabei haben wir keine eigene Führung durch das Gelände, der Führer spricht kein Englisch, so dass wir uns von der Gruppe abseilen und auf eigene Faust die Ruinen besichtigen.
Die Teilnehmer der Bustour sind in verschiedenen Hotels untergebracht, ein paar kommen auf der argentinischen Seite in Puerto Iguazu unter, der Rest wird in fünf verschiedenen Hotels im brasilianischen Foz do Iguacu untergebracht.
Wir werden als vorletztes abgeladen, das bedeutet, wir sind morgens fast die ersten, die abgeholt werden und müssen dementsprechend früh aufstehen. Unser 4- Sterne- Hotel ist mitten in der Innenstadt, die anderen Hotels eher außerhalb im Grünen. Trotzdem ist unseres nicht schlecht gelegen, so können wir wenigstens in den nahen Supermarkt zum Einkaufen - die anderen sind auf die teure Hotelbar angewiesen. Wir haben Halbpension, es gibt ein gutes Buffet im Hotel, und wir schlagen uns mal wieder den Bauch voll.
Pünktlich um 7.30 Uhr am nächsten Morgen werden wir abgeholt, es dauert wieder eine Weile bis alle eingesammelt sind. Dann geht’s über die Grenze nach Argentinien, heute besichtigen wir die argentinische Seite der Iguazu- Fälle. Wieder sorgt die Reiseleiterin dafür, dass wir den Ausländerpreis zu bezahlen haben. Der Führer, der uns durch den Nationalpark begleitet, spricht allerdings Englisch und ist so nett, dass er uns in kurzen Stichworten erklärt was er vorher der Gruppe erzählt hat.
Nun erleben wir das erste Mal wie es ist mit einer Gruppe eine Sehenswürdigkeit zu besuchen. Jeder drängelt sich vor an den Aussichtspunkten, will in die erste Reihe, fragt den Nachbar, ob der ein Bild von ihm schießt, was nicht so einfach ist bei dem Gedränge... Kurzum: Es ist schwer die Aussicht zu genießen...
Eine optionale Tour, die man buchen kann, heißt “Gran Aventura”, großes Abenteuer, beinhaltet eine Dschungeltour mit einem Vierradantrieb- LKW und eine Fahrt mit einem Schnellboot. Das hört sich gut an, wir zahlen die 25,- EUR pro Person. Die Fahrt durch den Tropenwald ist reiner Nepp - wir fahren auf topfebener Piste langsam durch den Wald, der Begleiter erzählt ein bisschen von den Pflanzen, die zu sehen sind - von Abenteuer keine Spur. Dafür ist die Bootstour klasse, über Stromschnellen geht’s direkt unter einen der Wasserfälle - keiner bleibt trocken, alle sind patschnass und haben ihren Spaß dabei.
Nun geht’s geschlossen ins Restaurant zum Essen, wir seilen uns ab, denn wir haben uns vom Frühstücksbuffet was mitgenommen. Danach laufen wir über einen langen Steg zum Garganta del Diablo, dem Teufelsrachen, wo richtig viel Wasser in die Tiefe stürzt und Gischt aufwirbelt - ein atemberaubender Anblick, der uns die Menschenmenge um uns vergessen lässt. Auch sonst hat der Nationalpark viel zu bieten: Überall schwirren bunte Schmetterlinge durch die Luft (es gibt sage und schreibe 800 verschiedene Arten hier!), handzahme, hungrige Waschbären suchen den Menschenkontakt, um vielleicht was abzustauben, wir sehen sogar einen Kaiman im Rio Iguazu und ein Tukan- Pärchen die Wasserfälle kreuzen! Der Tropenwald ist üppig, überall blühen farbenfrohe Pflanzen - ein schöner Tag! Der ist allerdings noch nicht zuende, der Bus karrt uns noch ans Dreiländereck Argentinien, Brasilien und Paraguay...
Am nächsten Morgen hat unser Bus Verspätung, statt um 8.00 Uhr holt er uns erst um viertel vor Neun ab. Heute besuchen wir den Nationalpark auf der brasilianischen Seite. Die Aussicht auf den Teufelsrachen ist fast noch spektakulärer von hier, es gibt Aussichtsstege, die auf die mittlere Stufe der Kaskaden führen - man ist also mittendrin! Wir sind total begeistert! Regenbögen sind zu bewundern, die Gicht spritzt uns nass, wir schießen Hunderte von Fotos. Es gibt einen Aufzug, der die gehfaulen Besucher nach oben bringt auf die obere Aussichtsplattform, von dort geht‘s per Nationalpark- Bus zurück zum Ausgang.
Wir bitten unsere Reiseleiterin uns am Vogelpark rauszuschmeißen, denn das weitere Tagesprogramm interessiert uns herzlich wenig: Essen- fassen in einem Restaurant, danach ein Wasserkraftwerk besichtigen - gähn... Sie ist nicht gerade begeistert, aber stimmt zu, sie begleitet uns sogar bis zum Kassenhäuschen -wahrscheinlich um ihre Provision abzusahnen. Es ist nicht viel los im Vogelpark, keine Busausflügler sind hier, und wir können die Tiere in aller Ruhe beobachten. Zuerst sind wir enttäuscht, als wir an einer Reihe mannshohen Käfigen vorbeikommen, denn wir hatten mit begehbaren Gehegen gerechnet. Und die gibt‘s tatsächlich dort, wir befinden uns mit Ibise, Tukanen, Papageien und anderen Vogelarten in einer riesigen Voliere! Tukane sind neugierig, diese hier sind an Menschen gewöhnt - plötzlich hockt einer auf Tommy‘s Hand und knabbert an seinem Armband! Der Vogelpark befindet sich in einem Dschungelwald, auch hier finden wir viele Schmetterlingsarten und blühende Tropenpflanzen - wir sind froh, dass wir uns abgeseilt haben, um den Park zu besuchen.
Schon in der Nacht gewittert es, und am Morgen regnet es in Strömen. Aber heute ist ohnehin eine Shoppingtour angesagt, da braucht man kein schönes Wetter. Wir fahren zur Freihandelszone zwischen den Grenzposten Argentinien und Paraguay, wo Elektronikartikel und Markenbekleidung weitaus billiger sein soll als in Buenos Aires. Veronika übersetzt für uns, wann wir uns wieder am Bus treffen. Um 12.00 Uhr wird er abfahren, aber sie macht uns darauf aufmerksam, dass die Ortszeit gilt, und die ist in Paraguay eine Stunde zurück. Anfangs bleiben wir bei der Gruppe, aber wir merken schnell, dass wir nur in spezielle Läden geschleust werden, wo die Sachen eher teurer sind als anderswo - wahrscheinlich wieder eine Provisionsgeschichte unserer Reiseleiterin... Also trennen wir uns von der Gruppe, vergleichen die Preise in den verschiedenen kleineren Läden. Es gibt Markenwaren bei den Elektronikartikeln, aber wir sind nicht sicher, ob es nicht nachgemachter Schrott aus China ist. Trotzdem kaufen auch wir ein: Rosa kauft sich einen billigen MP4- Player made in China, Tommy eine Speicherkarte - hoffentlich - original Sony. Wir haben genug vom Shoppen, setzen uns in eine der wenigen überdachten Imbissbuden, trinken ein Bier und wimmeln die unzähligen Straßenverkäufer ab, die uns alle was andrehen wollen. Die Zeit vergeht nicht, es ist erst kurz vor 11.00 Uhr. Trotzdem, aus irgendeiner Eingebung heraus, laufen wir Richtung Bus und sehen, wie sich dieser gerade in Bewegung setzt. Alles klatscht, als wir hereinkommen, Veronika kann uns vor Scham gar nicht in die Augen sehen, sie ist total fertig und hat verweinte Augen. Später, als sie sich wieder gefasst hat, erzählt sie, dass sie der Reiseleiterin gesagt hat, dass es ihre Schuld war, weil sie uns die falsche Uhrzeit angegeben hat. Trotzdem wäre der Bus ohne uns los - mit der Begründung „Die zwei waren schon überall in der Welt unterwegs, die finden schon wieder zurück“. Frechheit! Wir wundern uns, woher unsere liebe Reiseleiterin das weiß, denn wir haben niemandem von der Reisegruppe von unserer Weltreise erzählt. Aber klar, wir mussten unsere Reisepässe abgeben, da hat sie wohl ein bisschen darin rumgeschnüffelt. Nachmittags ist irgendeine Tour in Argentinien angeboten, optional und kostet extra. Wir fragen, ob sie uns auf dem Weg dorthin am Hotel absetzen, Pustekuchen, der Umweg von fünf Minuten scheint zuviel. Strafe dafür, dass der Bus fünf Minuten auf uns warten musste. Die Gruppe wird wieder in ein Restaurant zum Mittagessen gekarrt, wir haben wie immer was dabei und müssen eine Stunde warten, bis alle abgefüttert sind. Erst dann werden wir im Hotel abgeladen...
Am Abfahrtstag ist der Bus wieder eine dreiviertel Stunde zu spät - das kennen wir ja. Auch auf der Rückfahrt ist Programm angesagt - Duty Free an der argentinischen Grenze ist der erste Stopp, nach nur etwa 20 km. Kurze Zeit später der nächste Halt: Wir besichtigen eine Edelsteinmine. Dieses Mal gibt es keinen Ausländer- Spezialpreis, aber die Führung findet nur in Spanisch statt - treffend sagt sie, dass sich die Ausländer doch die Landessprache aneignen sollten... Viel zu sehen gibt es nicht, trotzdem ist es interessant zu sehen, wie die Quarzsteinblasen im Gestein sitzen.
Nach einer Nacht im Bus sind wir dann wieder zurück in Buenos Aires. Die verbleibenden Tage dort nutzen wir vor allem, um die Reiseberichte für die Webseite zu verfassen. Nun steht uns eine kurze Rückkehr nach Deutschland bevor, dann geht es weiter nach Polen!


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