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Tommy & Rosa

Unser Reisetagebuch

Australien - Teil 3

Oodnadatta Track - Coober Pedy - Uluru - West MacDonnell Ranges - Alice Springs - Townsville

10. - 30. November 2005

Gefahrene Kilometer: 5360 km
Strecke: Wilpena (Flinders Ranges) > Blinman > Parachilna > B83 Leigh Creek > Lyndhurst > Marree > (Oodnadatta Track) William Creek > (William Creek Road) Coober Pedy > A87 Marla > Kulgera > Erldunda > 4 Mount Ebenezer > Curtin Springs > Yulara (Ayers Rock - The Olgas) > Curtings Springs > Kings Creek > Kings Canyon Resort > Kings Creek > Mount Ebenezer > Erlunda > A87 Stuarts Well > Alice Springs > 6 Hermannsburg > Palm Valley > 6 Hermannsburg > 2 Glen Helen > Alice Springs > 87 Ti Tree > Barrow Creek > Wycliffe Well > Tennant Creek > Three Ways > 66 Barkly Homestead > Camooweal > Mt. Isa > A2 Cloncurry > A6 Julia Creek > Richmond > Hughenden > Charters Towers > Townsville

Oodnadatta Track
Auf unbefestigter, aber gut befahrbarer Piste geht es bis Parachilna, von dort auf asphaltierter Straße bis Leigh Creek. Dort geht die Straße wieder in eine "Gravel road" (Schotterstraße) über. In Marree übernachten wir auf einem Campingplatz. Es ist drückend heiß und die "Bushflies" bringen uns fast zum Verzweifeln. Es sind die Buschfliegen, die den gewöhnlichen Hausfliegen ähneln. Sie sind nur etwas kleiner und furchtbar anhänglich. Sie lieben es, im Gesicht zu sitzen, und am liebsten würden sie in Nase, Augen, Ohr oder Mund kriechen. Man kann sie kaum abschütteln, und hat man es doch geschafft, hocken sie 2 Sekunden später am gleichen Fleck. Äußerst lästig!
Am nächsten Morgen schlagen wir ihnen allerdings ein Schnippchen, indem wir aufstehen und abhauen, bevor sie aus ihrem Schlaf erwachen - sie werden erst aktiv, wenn es warm ist. Wir nutzen die Kühle des frühen Morgens, um ohne Schwitzen den Oodnadatta Track in Angriff zu nehmen.
Der läßt sich sehr gut fahren - kaum Schlaglöcher oder Wellblech, eine gut festgefahrene Erdpiste mit wenig Schotter oder Sand. Erst kurz vor William Creek, das mit 12 Einwohnern kleinste Dorf von South Australia, wird die Piste zusehends schlechter, Sand und Wellblech. In William Creek machen wir im Hotel Rast für eine kalte Coke und ein leckeres Steaksandwich. Der Pub ist urig, die Wände sind vollgepflastert mit Visitenkarten, Ausweisen, Führerscheinen, Fotos und die Decke hängt voll mit Unterhöschen, BHs, T- Shirts... Hier fragen wir nach dem Zustand der Pisten. Wir haben nämlich zwei Möglichkeiten: Entweder den Oodnadatta Track weiter bis Marla zum Stuart Highway oder die William Creek Road direkt nach Coober Pedy. Die William Creek Road soll nicht schlechter zu befahren sein als der Oodnadatta Track. Beide sind als 4WD- Tracks ausgeschrieben, also nur mit Allradfahrzeugen zu befahren, aber mit den Motorrädern sollīs kein Problem sein. Wir entscheiden uns für die Piste nach Coober Pedy.

Coober Pedy
Anfangs müssen wir uns bei 35°C im Schatten auf der William Creek Road durch eine versandete Piste kämpfen, aber danach kommen wir wieder ganz gut vorwärts. Die Strecke ist sehr einsam- auf den knapp 170 km kommen uns aber immerhin drei Fahrzeuge entgegen. Landschaftlich ist es gar nicht so langweilig - das Gestein wechselt seine Farben von weiß über hellbraun bis rostrot, und die Erde ist bedeckt mit grünen Büschen.
Coober Pedy kündigt sich schon einige Kilometer vorher an- hier wird nach Opalen gebuddelt, und die Steppe ist übersäht mit kleinen Erdhügeln. Überall wird vor den Schächten gewarnt, man soll nicht rückwärts gehen und nicht rennen.
Die Aboriginies gaben Coober Pedy seinen Namen - es bedeutet "Weißer Mann im Loch". 1915 wurde das Opalvorkommen durch Zufall entdeckt -eigentlich war die Expedition auf Gold aus. Seither wird hier der Edelstein Opal abgebaut. Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen viele Europäer hierher, um sich niederzulassen. Das Besondere an dieser Stadt mitten im Outback sind die unterirdischen Wohnungen ("Dugouts"). Sie bieten Kühle im unerbittlich heißen Sommer, und Schutz vor den kalten Nächten im Winter. 50% der etwa 3500 Einwohner Coober Pedys wohnen unter Tage!
Auch wir genießen für zwei Nächte die angenehmen Temperaturen unter der Erde. Ein "Underground- Campingplatz" - hier kann man tasächlich in einem Schacht sein Zelt aufstellen - bietet auch einfache Zimmerchen an.
Leider ist Wochenende, und die Maschinen in Coober Pedy stehen still. Auch in den Straßen sieht man kaum jemanden. Wir haben uns abends für die Besichtigungstour unter Tage angemeldet, die mangels Teilnehmer dann einfach nicht stattfindet. Toll...Wenn wir das gewußt hätten, wären wir nicht zwei Tage geblieben!

Uluru (Ayers Rock)
Früh quälen wir uns aus dem gemütlichen Bett. Der Stuart Highway bringt uns schnell Richtung Norden, aber es ist sooo langweilig! Es macht einfach keinen Spaß mit dem Motorrad stur geradeaus zu fahren...
Dann biegen wir ab Richtung Uluru, der Name der Aboriginies für den Ayers Rock.
Wir zelten in Mt. Ebenezer, einem sogenannten Roadhouse. Ein Roadhouse besteht aus einem Pub, einer Übernachtungsstätte, Restaurant, einem kleinen Supermarkt und einer Tankstelle, alles in einem. Und manche bieten kostenloses Campen an!
Wieder vor Sonnenaufgang stehen wir auf, und schon um 11.00 Uhr steht das Zelt auf dem Campingplatz des Yulara- Resorts, einer kleine Touristenstadt ein paar Kilometer vor dem Nationalpark.
Das Land und somit Ayers Rock wurde 1985 den Aboriginies zurückgegeben. Die Aboriginies verpachteten das Land dann für 99 Jahre an die australische Regierung. Weiße und Aboriginies managen nun gemeinsam den Nationalpark Uluru-Kata Tjuta. Der Uluru ist eine heilige Stätte, und bestimmte Teile des Monoliths haben spezielle Bedeutungen für die Anangu, den Aboriginies, die seit Jahrtausenden in diesem Landstrich leben. Deshalb ist es gegen Strafe verboten, diese Stellen zu fotografieren, was viele Touristen trotzdem nicht daran hindert, genau das zu tun. Auch das Besteigen des mit 9,4 km Umfang zweitgrößten Monolithen der Welt (der größte ist der Mt. Augustus, ebenfalls in Australien) ist nicht im Sinne der Ureinwohner, aber sie verbieten es nicht. Lediglich appeliert wird an die Besucher des Felsens.
Es ist ein tolles Gefühl, den Ayers Rock das erste Mal "in Echt" vor sich zu haben. Er ist im Endeffekt zwar "nur" ein Stein, dieser Monolith, aber ein ganz besonderer...
Wir sind so unvernünftig, in der größten Mittagshitze zu Fuß um den Stein zu rasen. Besser wäre gewesen, einmal gemütlich rundum zu fahren, denn obwohl wir mehr als genug zu trinken dabei haben, Sonnencreme und Baseballmütze, wird es Rosa schwindlig... Jedes Jahr müssen viele Touristen wegen Hitzeschlags behandelt werden- Rosa zum Glück nicht.
Abends reihen wir uns in die Zuschauer des speziellen "Sunset"- Parkplatzes ein, wo man den Uluru im Licht des Sonnenuntergangs bestaunen und fotografieren kann.

The Olgas
Da die Eintrittskarte (25,- p.P.)für den Nationalpark drei Tage gültig ist, und auch "The Olgas" beinhalten, fahren wir dort am nächsten Morgen hin. "The Olgas" (Kata Tjuta = viele Köpfe) ist eine Felsformation, die aus 36 einzelnen Kuppen besteht und eine Fläche von 36 km² einnimmt. Ein ausgeschilderter Rundweg führt uns um drei dieser Kuppen herum und ist sehr schön. Nach einem Aufstieg hat man einen traumhaften Blick ins grüne Tal. Eigentlich hätten wir im Outback, in dieser sengenden Hitze kein Grün erwartet, aber noch ist Frühling und die Pflanzen haben sich angepasst, die Sträucher sind genügsam und einige Baumarten haben Wurzeln, die bis zum Grundwasserspiegel reichen.
Die Landschaft im Nationalpark wird geprägt von sanften rostroten Sanddünen. Hier sollen einige der giftigsten Schlangenarten heimisch sein und auch der eigenartige Dornenteufel, eine sehr scheue Echsenart, aber wir bekommen natürlich keine zu Gesicht...
Nur unzählige Hässchen auf unserem Campingplatz, die sich nachts aus ihrem Bau trauen, verschiedene "Lizzards", Echsenarten von Mini (3 cm) bis Medium (1 m) laufen uns über den Weg. Und Wildkamele und Dromedare, deren Vorfahren aus Afghanistan kamen. Sie wurden von den ersten Siedlern als Transportmittel im Outback eingesetzt und wurden von Allrad, Flugzeug oder Zug verdrängt. Als sie nicht mehr gebraucht wurden, hat man sie einfach freigelassen.

Kings Canyon
Um halb Acht morgens sind wir abfahrbereit zum nächsten Ziel: Der "Kings Canyon", eine Schlucht mit bis zu 250 m hohen Felswänden aus rotem Sandstein. Als wir ankommen und auf dem Campingplatz unser Zelt aufgestellt haben, ist es so heiß, daß wir nichts mehr unternehmen wollen. Wir halten uns lieber im Pool auf.
Früh am nächsten Morgen steigen wir schon auf den Canyon, und werden belohnt von schönen Ausblicken in die Schlucht hinab. Das Ende des Canyons beherbergt den "Garden of Eden", wo tatsächlich Palmen wachsen! Schon um halb Elf sind wir zurück am Campingplatz, und wir eintscheiden spontan, noch an diesem Tag weiterzufahren. Noch ein Tag am Pool wäre uns entschieden zu langweilig! An der Rezeption holen wir uns die "Permit", die Erlaubnis Aboriginalland zu durchfahren. Für die Hauptstrecken benötigt man keine Erlaubnis, aber für Nebenrouten ist dies erforderlich. Wir planen die Mereenie Loop Road nach Hermannsburg, eine ehemalige Missionsstation, zu nehmen. Die Dame an der Rezeption rät uns ab, denn die Straße sei nur mit Allradfahrzeugen zu bewältigen. Wir wollenīs uns trotzdem selbst anschauen. Anfangs ist die Straße bestens, eine festgefahrene Erdpiste, die so hart wie Asphalt ist. Die ersten "Roadworks", Baustellen sind problemlos, aber eine läßt uns dann doch umkehren. Wir müssen anhalten, da ein "Road train" (Lastwagen mit mehreren Anhängern) auf der einspurigen Baustelle entgegenkommt. Er schaufelt sich tapfer durch den 30 cm tiefen Sand und bleibt dann doch stecken. Für uns das Zeichen umzudrehen und doch lieber den riesigen Umweg auf Asphalt zu fahren...

Hermannsburg
Kurz vor Hermannsburg hält uns eine Polizeistreife an und fragt, ob wir Alkohol bei uns haben. Wir verneinen und dürfen weiterfahren. Verschwitzt und müde kommen wir abends in Hermannsburg an. Wir sind wohl die Einzigen auf dem Campingplatz, nur ein paar Straßenarbeiter haben hier in einem Campingwagen ihr Quartier. In Hermannsburg wohnen ein paar Hundert Menschen - hauptsächlich Aborigines.
Erst am nächsten Morgen können wir die Campingplatzgebühr im Supermarkt nebenan begleichen, und nach einem Gespräch mit der Dame dort, verstehen wir auch, warum die Polizei uns nach Alkohol gefragt hat. Hier gilt striktes Alkoholverbot! Die Aborigines trinken leider gerne und zuviel Alkohol, vertragen ihn aber nicht, sondern werden nur aggressiv davon. Deshalb wurde in dieser Aborigines- Gemeinschaft das Alkoholverbot eingeführt.
In Hermannsburg bleiben wir für zwei Nächte, sehen aber außer dem Campingplatz und dem Supermarkt nicht viel. Die Hitze von über 40°C im Schatten hält uns von irgendwelchen größeren Unternehmungen ab.

Palm Valley
Der 4WD- Track ins Palm Valley hatīs in sich und für die knapp 20 km benötigen wir über eine Stunde! Die Geröllfelder gehen noch, aber der tiefe Sand macht uns zu schaffen, und wir wünschten uns für diese Piste ein leichtes Moped ohne Gepäck...Zum Glück sind wir früh los, und es ist noch nicht so heiß.
Es gibt einen einfachen "Campground". Nachdem unser Zelt steht, gehtīs zu Fuß ins unbeschreiblich schöne Palm Valley - die Schlucht wird gesäumt von Palmen. Dies ist nur möglich durch den Wasserspeicher des porösen Gesteins, das die Palmen auch in der trockenen und heißen Jahreszeit mit Wasser versorgt.
Am nächsten Morgen fahren wir die gleiche Strecke wieder zurück nach Hermannsburg. Tommy hat Mühe, da das Lenkkopflager seiner BMW dringend ausgetauscht werden müßte. Es rastet quasi im Geradeauslauf ein, was bei langsamer Fahrt mit Gegenlenken ausgeglichen werden muß, und bei losem Untergrund große Schwierigkeiten bereitet. Und so passiert, was kommen mußte: Die Dakar fällt auf die Nase...Im tiefen Sand fällt sie weich und alles bleibt heil. Tommy schießt ein Beweisfoto und packt die Kamera nicht gleich weg - sie landet zwar ebenfalls weich im Sand, aber das Objektiv der Digitalkamera ist voller Sand und streikt nun! Mist, das bedeutet wohl, daß wir eine neue kaufen müssen...

West MacDonnell Ranges
Unser nächstes Zeltlager schlagen wir in Glen Helen Resort auf, um von dort Ausflüge in die "West MacDonnell Ranges" zu machen, eine Bergkette westlich von Alice Springs. Es gibt hier viele sehenswerte Schluchten mit Felswänden in allen Rottönen. Das Flußbett in den Schluchten ist meist trocken, aber teilweise bleibt ein "Waterhole" zurück, ein kleiner Teich, das Fischen und Wasservögeln als Rückzugsgebiet dient.
Um die Schlucht "Redbank Gorge" zu erreichen, fahren wir etwa 25 km auf mehr oder wenig guter Piste. Hier kann man im Flußbett etwa 1,5 km bis zum "Waterhole" wandern.
Der Teich im "Ormiston Gorge" ist nur wenige Meter vom Parkplatz entfernt, und dort gönnen wir uns ein erfrischendes Bad.
Der nächste Stop ist beeindruckend: "Ochre Pits" - Felsen aus geschichtetem Ockergestein in den verschiedensten Farbtönen!
Die Felswände von "Standley Chasm" ragen 80 m in die Höhe und klaffen bis zu 9 m auseinander. Die Schlucht ist wunderschön, aber warum wir 15,- AUD Eintritt bezahlen müssen, bleibt für uns unverständlich.

Alice Springs
Alice Springs ist eine Einkaufsstadt. Es gibt eigentlich viel zu viele Shopping- Center für die Einwohnerzahl. Aber hierher kommen die Menschen aus dem Outback, um ihre Großeinkäufe zu machen. Es gibt eine kleine Fußgängerzone mit Souvenirshops und Restaurants. Alice Springs hat ein wüstenähnliches Klima, ist aber überraschend grün.
Hier sind wir für zwei Tage, um Vorräte aufzufrischen, die Motorräder vom roten Sand zu befreien und den nächsten Streckenabschnitt zu planen, der uns an die Ostküste führen soll.
Neu seit dem letzten Update Wir verlängern spontan um einen Tag, als wir bei einem Motorradhändler nicht nur ein schattiges Plätzchen zum Schrauben bekommen, sondern auch einen Drehmomentschlüssel ausleihen können. Tommys Lenkkopflager muß jetzt endlich ersetzt werden! Drei Stunden später ist es geschafft, wir kehren zum Campingplatz zurück und packen schon mal vor. Wir wollen am nächsten Morgen früh los, um den Fliegen und der Hitze zu entgehen. Lange haben wir darüber nachgedacht, ob wir den "Plenty Highway" gen Osten nehmen. Der ist "unsealed", also ungeteert, aber soll außer ein paar sandigen Stellen recht gut zu fahren sein. Aber uns ist es bei 40°C im Schatten einfach zu heiß, deshalb bleiben wir lieber auf Asphalt. Dort sind wir schnell genug unterwegs, damit uns der Fahrtwind ein bisschen kühlt!
Unsere netten Zeltnachbarn kommen ebenfalls aus Deutschland, sie haben sich ein Allrad- Camper geliehen. Seit den Philippinen schleppen wir eine Stange Zigaretten mit uns rum - bei ihnen finden wir dankbare Abnehmer. Die Zigarettenpreise in Australien sind sehr hoch, eine Schachtel kostet um die 8,50 AUD.

Hitze
Nach einer Nacht mit wenig Schlaf - nicht einmal nachts kühlt es hier ab - gehtīs früh morgens den Stuart Highway Richtung Norden - erst in Three Ways gibt es wieder eine geteerte Straße nach Osten. Schon bald machen wir den ersten Photostop- am "Tropic of Capricorn", das den südlichen Wendekreis des Steinbocks markiert. Hier verläuft die Grenze der Klimazonen, von den Subtropen im Süden zu den Tropen im Norden. Wir haben nun den 23. Breitengrad überquert!
Wir haben in Alice vollgetankt, und auch die Zusatztanks bis obenhin befüllt. Es gibt zwar unterwegs genügend "Roadhouses", aber dort ist der Sprit erfahrungsgemäß um mindestens 20 Cent teurer als in den Städten. Wir halten trotzdem bei jedem Roadhouse an, denn unser eigener Tank ist leer, und wir müssen kaltes Wasser nachgießen...
Die Landschaft wird geprägt von roter Erde, mal mehr, mal weniger grünen Büschen, kleinen Bäumen und Sträuchern und den zigtausenden Termitenhügeln, die immer mehr werden, je nördlicher wir kommen.
Diese Termitenbehausungen sind faszinierend, keine gleicht der nächsten. Es gibt kleine, nur wenige Zentimeter hohe, spitze Türmchen, oder aber mannshohe Burgen, die man von weitem auch für Felsbrocken halten könnte - einer der Termitenhügel sieht sogar aus wie eine sitzende dicke Dame! Die Termitenburgen sind, obwohl neben Holz- und Laubresten, hauptsächlich aus Sand gebaut, steinhart wie Beton.
Die Baumeister selbst bekommen wir nicht zu Gesicht - auch ihnen ist es wohl zu heiß draußen...
Etwa 100 km vor Tennant Creek türmen sich plötzlich echte Felsbrocken übereinander - die sogenannten Devilīs Marbles.

Takeshi
In Tannent Creek nisten wir uns für eine Nacht auf einem Campingplatz ein - so wie Takeshi, ein junger Japaner mit seiner KLE. Die hat er sich in Sydney gekauft, um 5 Monate Australien zu erkunden!
Es ist klar, daß wir den Abend gemeinsam verbringen - bei Barbecue, Bier und Erzählungen. Es ist nicht die erste große Motorradreise Takeshiīs - er hat schon einmal sein eigenes Land innerhalb 5 Monate bereist!
Wir lernen auch Wilbert und Gerry kennen - ein nettes Pärchen aus Holland, das mit einem Landcruiser unterwegs ist. Die beiden haben die gleiche Richtung wie wir- ob wir sie wohl noch einmal treffen? Takeshi dagegen will zunächst nach Darwin und dann an der Westküste runterfahren. Er schenkt jedem von uns zum Abschied eine japanische Spielkarte als Glücksbringer.
Als wir morgens unsere Koffer packen möchten, entdecken wir in jedem ein Ameisennest! Es wimmelt von kleinen roten Biestern, die sich kaum abschütteln lassen. Also alles auspacken, Lebensmittel wegschmeißen, den Rest abwaschen oder irgendwie anders von den Viechern befreien!
Je weiter östlicher wir kommen, um so mehr nimmt die Luftfeuchtigkeit zu und läßt die Hitze um so schwerer ertragen. Kurz vor Mt. Isa kommt die Erlösung- wir fahren mitten in ein Gewitterregen hinein! Wir ziehen absichtlich unsere Goretex- Innenjacken nicht an, und es ist das erste Mal, daß es ein wunderbares Gefühl ist, den Regen durch die Motorradklamotten durchsickern zu spüren...

Mt. Isa
In Mount Isa legen wir eine Ruhepause ein. Wir mieten eine "Cabin" mit Klimaanlage auf einem Campingplatz, denn wir möchten endlich einmal wieder ohne Schwitzen schlafen! Diese "Cabins" sind kleine, aber voll ausgestattete, wohnwagenähnlich Hütten - mit Herd, Spülbecken und Kühlschrank.
Es ist Sonntag, trotzdem haben manche Geschäfte geöffnet, darunter ein Campingaustatter, in dem wir ein kleines, leichtes und billiges Zelt erstehen, das nur aus Mosquitonetz besteht. Vielleicht läßt sich darin die Hitze besser ertragen.
Die Stadt lebt vor allem von dem Kupfer-, Zink- und Silbervorkommen des Umlands. Die Stadt wird im Guinessbuch der Rekorde als größte Stadt erwähnt - ihre Fläche ist etwa so groß wie die Schweiz. Die tatsächliche Größe ist eher die einer Kleinstadt, aber anscheinend gibt es genügend abgelegene Gehöfte, die zu Mt. Isa gehören...
Es gäbe einiges zu sehen in dieser Stadt, aber wir fahren lieber zum "Lake Moondarra", um uns zu erfrischen.

Totes Land
Anfangs ist die Strecke gen Osten noch schön - es ist grün, wir fahren auf einer kurvenreichen Straße durch sanfte Hügel. Dann wird es wieder eben, und die Landschaft ändert sich radikal. Die Bäume musstem Weideland weichen. Braune Erde, braunes verdörrtes Gras und ein paar wenige tote Bäume. Unvorstellbar, aber hier finden die Rinder noch genügend Futter. Auch Kängurus muß es hier viele geben, uns schlägt nicht selten der süßliche Geruch der toten Tiere, die am Straßenrand liegen entgegen. Die Kängurus halten sich hier gerne an der Straße auf, da hier das letzte grüne Gras wächst...

Wiedersehen
In Hughenden sind wir schon früh mittags- Gelegenheit, um gleich beide Zelte aufzustellen. Nur das Mosquitonetz- Zelt aufstellen, wäre bei dem unbeständigen Wetter etwas gewagt.
Plötzlich tauchen zwei bekannte Gestalten auf - Wilbert und Gerry! Sie versorgen uns mit köstlich kaltem Bier, wir revangieren uns mit Salat.
Das Zelt war ein guter Kauf, endlich können wir gut schlafen! Sogar das Wetter spielt mit, es bleibt trocken und wir müssen nicht in unser "Hauptzelt" flüchten.

Mt. Elliot Nationalpark
Unterwegs machen wir Rast in Charters Towers, ein hübsches Städtchen mit im alten Stil erhaltenen Häusern. Es wird immer grüner, und das Grün immer üppiger- wir nähern uns der Ostküste. Aber bevorīs ans Meer geht, fahren wir zum südlich von Townsville gelegenen Mt. Elliot Nationalpark, um auf dem dortigen "Campground" zu übernachten. Viele Wallabies grasen neben unserem Zelt- manche haben ein Baby im Beutel! Es gibt auch schwarze Hühner, die sogenannten "Bush Turkeys", die mit ihrem kahlen roten Kopf und ihrer gelben Halskrause sehr exotisch aussehen. Sie sind ganz schön frech - als wir nach unserem Vesper nicht gleich aufräumen und unsere Sachen für kurze Zeit unbeobachtet lassen, fehlt schon die Tüte mit Brot!
Morgens packen wir- auf gehtīs anīs Meer!

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