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Tommy & Rosa

Unser Reisetagebuch

Australien - Teil 4

Townsville - Sydney

29. November - 28. Dezember 2005

Gefahrene Kilometer: 4373 km
Strecke: Townsville > A1 Ayr > Bowen > Proserpine > Airlie Beach > Conway Beach > A1 Mackay > Marian > Eungella > Mirani > Sarina > A1 Rockhampton > Gladstone > Miriam > Town of 1770 > Bundaberg > 3 Childers > Biggenden > Gympie > Lake Barumba > Maleny > Kilcoy > Moore > Esk > Catton > Rosewood > Aratula > Warwick > Alice > Grafton > Clouds Creek > Cathedral Rock Nationalpark > Wollomombi > Georges Junction > Kempsey > Taree > Forster > Pacific Palms > Bulahdelah > Terrase > Newcastle > Kurri Kurri > Cessnock > Broke > Colo Heights > Windsor > Richmond > Penrith > Katoomba > Blackheath > Lithgow > Oberon > Jenolan Caves > Blakheath > Berambing > Bilpin > Kurrayong > Wilberforce > Lower Portland > Cattai > Mc Graths Hill > Nelson > Dural > Sydney

Billabong Sanctuary
Auf dem Weg nach Townsville springt uns ein Schild in die Augen - "Billabong Sanctuary", eine Art Zoo. Da wir uns entschieden hatten, nicht in den Norden zu fahren, werden wir in freier Natur wohl keine Krokodile sehen. Daher biegen wir kurzerhand ab, campen auf dem nächsten Campingplatz und besuchen den Zoo. Das lohnt sich wirklich!
Wir dürfen Schlangen, Koalas und sogar ein kleines Krokodil halten, füttern Känguruhs und beobachten hinterm sicheren Zaun die spektakuläre Fütterung der riesigen Krokodile.
Hier treffen wir wieder Wilbert und Gerry, die die gleiche Idee hatten - so ein Zufall!

Townsville
Der nächste Tag verbringen wir hauptsächlich am Strand zum Entspannen und im Meer planschen. Der Strand hier ist bewacht von "Lifeguards" und der Schwimmbereich ist gesichert mit Netzen, damit man nicht in Berührung mit "Stingers" - Quallen kommt.
Schon bald wirdīs uns langweilig am Strand und wir fahren zu einem "Lookout", einem schönen Aussichtspunkt über Townsville. Dort springt uns ein mittlerweile bekanntes Auto ins Auge - wieder treffen wir auf Gerry und Wilbert!

Die Ostküste
Es regnet am Morgen als wir Townsville verlassen. Es ist schwülwarm und bald brennt wieder die Sonne vom Himmel. Die Landschaft wird geprägt von Zuckerrohrplantagen, der eigenartige Geruch, der bei der Verarbeitung entsteht, brennt uns in der Nase. In Bowen schlagen wir mal wieder unsere beiden Zelte auf. Der Campingplatz liegt direkt am Strand, aber wir sind entäuscht, daß es keine "Campkitchen" und daher keinen Kühlschrank gibt. Die Campingküchen sind eigentlich Standard auf australischen Caravanparks, und wir haben uns schnell an diesen Standard gewöhnt. Bei dieser Hitze ohne Kühlschrank bedeutet für uns, daß es heute nur brühwarme Getränke gibt...
Ein Telefonat mit Wayne, der bei "Procycles", dem BMW- Händler in Sydney arbeitet, bringt uns wieder in gute Stimmung: Er verspricht uns zwei original BMW- Paletten für die Verschiffung nach Neuseeland.
Nach einer heißen Nacht mit weng Schlaf verlassen wir Bowen Richtung Airlie Beach. Dort angekommen, sind wir uns einig: Hier wollen wir nicht bleiben. Das Örtchen ist uns zu kommerziell, und es wimmelt von Touristen. Eigentlich zufällig finden wir einen wunderschönen Caravanpark in Conway Beach, der damit wirbt, der ruhigste Campingplatz in der Gegend zu sein. Wir mieten uns für zwei Tage ein, aber da es wirklich die ruhigste Ecke ist, gibt es auch nicht viel zu sehen oder zu unternehmen. Der Wasserfall hat kein Wasser, im Meer kann man nicht baden, weil es keine Netze gibt, und außer uns sind nur eine Handvoll Dauercamper auf dem Platz. Tommy nutzt die freie Zeit, wechselt Zündkerzen und reinigt die Luftfilter, Rosa findet ein schattiges Plätzchen für die PC- Arbeit.

Eungella Nationalpark
Ein kurvenreiches schmales Sträßchen windet sich den Berg hinauf und bringt uns in 700m Höhe zum Eungella Nationalpark. Die Aussicht ins Tal ist atemberaubend, die Berge hinter uns sind überzogen von dichtem Regenwald. Gerade als unser Zelt steht, ziehen dunkle Wolken heran, und ein heftiges Gewitter direkt über uns läßt uns im Zelt ausharren. Danach ist die Luft klar und kühl - endlich mal wieder...
Nachmittags fahren wir die paar Kilometer zum "Broken River". Dort kann man überaus seltsame Tiere beobachten - "Platypus", Schnabeltiere. Lange halten wir Ausschau bis wir welche entdecken. Zuerst sieht man Bläschen im Wasser aufsteigen, dann ein breiter Schnabel und zwei Äuglein. Die Tierchen kommen meist nur kurze Zeit an die Wasseroberfläche, um Luft zu schnappen. Dann schließen sie Augen und Ohren und tauchen wieder ab, um Nahrung zu suchen - wohlgemerkt mit verschlossenen Augen! Die Platypus gehören zu den Beuteltieren. Die Weibchen graben in der Brutzeit Höhlen, die vom Wasser aus zugänglich sind. Dort legen sie Eier, die sie ausbrüten. Sobald die Kleinen geschlüpft sind, kommen sie in den Beutel und werden gesäugt! Wirklich sehr seltsame Tiere...Sie faszinieren uns sehr und so verbringen wir Stunden, ihnen beim Schwimmen, Tauchen und bei der Fellpflege zuzuschauen.
Abends lernen wir einen Junge aus Berlin kennen, der mit einem Work- und Travelvisa nach Australien gekommen ist. Wir haben schon einige mit einem Arbeitsvisa kennengelernt, aber er ist der erste, der wirklich darauf angewiesen ist, unterwegs Geld zu verdienen. Die Arbeit ist hart und man kann froh sein, wenn man ein paar Dollar vom Tagesgeld sparen kann, denn die Verdienste sind sehr gering und das Leben in Australien nicht gerade billig. Armer Kerl...
Wir machen auch die Bekanntschaft mit Max und Werner, zwei lustigen Schweizern, die mit einem gemieteten Wohnmobil, das sie "Milchwägeli" nennen, für nur 3 Wochen in Australien unterwegs sind. Mit ihnen verbringen wir einen langen Abend, und sie teilen ihre Flasche Wein mit uns.
Die Wanderung durch den Regenwald am nächsten Tag ist sehr aufregend. Wir entdecken einen Schlangenkopf in einer Felsenhöhle und bleiben mit gezückter Kamera mucksmäuschenstill stehen und warten...bis sich das Tier langsam aus der Höhle traut. Was aussah wie eine riesige Schlange entpuppt sich nun als gewöhnlich Echse!
Aber wir bekommen doch noch zwei Schlangen zu Gesicht, aber sie sind sehr scheu und verschwinden sofort in den Wald. Ob sie wohl gifig sind?
Eine Begegnung mit einem riesigen Goanna (Echsenart), der gerade auf Jagd ist und auf einen Baum klettert, erschreckt uns alle sehr. Wir machen einen Satz zurück, der Goanna hechtet den Baum hinauf.
Abends gehtīs ein letztes Mal zu den Schnabeltieren, und wieder können wir uns kaum losreißen...

Town of 1770
Von Max und Werner bekamen wir den Tip nach Town of 1770 an die Küste zu fahren. Dort kann man einen Ausflug zur Insel "Lady Musgrave" machen, um am dortigen Korallenriff zu schnorcheln, das zum "Great Barrier Reef" zählt.
Die fast 650 km lange Strecke nach "1770" fahren wir an einem Tag. Auch hier ist es schwül und heiß, und wir stellen wieder beide Zelte auf.

Ausflug zur Insel "Lady Musgrave"
Der Ausflug scheint mit 140,- AUD pro Nase nicht gerade billig, aber wir wollen ans Great Barrier Reef, wenn wir schon mal hier sind! Und der Preis ist gerechtfertigt. Fast zwei Stunden fahren wir mit dem Schnellboot, um zur Insel zu gelangen. Nach "Morning Tea" erkunden wir gemeinsam die Insel, deren Grund nur aus toten Korallen besteht. In den Bäumen nisten unzählige Seevögel, der Strand ist schneeweiß, der Himmel strahlenblau- es ist wirklich schön hier! Es ist das erste Mal, das wir so einen organisierten Ausflug mitmachen, aber da wir insgesamt nicht mehr als 15 Leute sind, ist es gar nicht so schlimm...
Zurück auf dem Floß gibt es nun "Lunch", das wirklich lecker ist - es gibt verschiedene Salate, kaltes Hühnchen (Vogelgrippe ist in Australien glücklicherweise kein Thema- da haben die strengen Einfuhrbestimmungen auch was Gutes) und große Garnelen.
Danach geht sofort das Programm weiter - mit einem Glasbodenboot und einem "Semi Submarine"- Boot. Hier sitzt man quasi unter Wasser und sieht die Unterwasserwelt wie in einem Aquarium. Wir sehen die verschiedensten Korallen, tausende bunte Fischchen und einige Schildkröten. Diese legen zur Zeit - aber leider nur nachts - ihre Eier auf der Insel ab.
Danach wird geschnorchelt - und es ist ein tolles Erlebnis, die Unterwasserwelt hautnah zu erleben. Obwohl wir solche organisierte Ausflüge normalerweise nicht so gerne haben, hat uns dieser Tag sehr gefallen.

Georg und Moni
Per Email verabreden wir uns mit Georg und seiner Freundin Moni. Sie sind nicht weit weg, "nur" etwa 400 km, und kommen nun auch nach 1770.
Georg lernten wir in der Mongolei kennen und trafen ihn in Vladivostok wieder. Auch er war mit seiner Africatwin in Südkorea. Von dort verschiffte er sein Motorrad nachhause und traf sich mit seiner Freundin in Australien. Sie kauften ein Auto, das leider schon nach 300 km mit Motorschaden liegenlieb. Glücklicherweise hat er den Pajero bei einem Händler mit Garantie gekauft! Das Auto konnte allerdings auf die Schnelle nicht repariert werden, und so fahren die beiden nun mit einem kleinen Mietauto durch Australien. Spontan entschieden sie sich, die Zeit in Australien abzukürzen, um anschließend noch ein bisschen Zeit in Neuseeland zu verbringen.
Der Abend wird lang - wir haben uns viel zu erzählen! Wir verabreden für den nächsten Tag, getrennt an den "Lake Barumba" zu fahren, um uns dort wieder zu treffen. Es gibt am See wohl nur ein Campingplatz, so können wir uns kaum verfehlen.
Aber schon 50 km vor dem See treffen wir uns zufällig wieder und kaufen nun gemeinsam für den Abend ein- Fleisch, Salat und Bier. "Lake Barumba" liegt etwa 100 km unterhalb von Brisbaine ein bisschen im Hinterland, und es war eine gute Entscheidung diese Richtung einzuschlagen - kurvige Strässchen und Berge überraschen uns. Der Abend wird erwartungsgemäß schön - bei Barbeque, Bier und sogar Lagerfeuer ist hier erlaubt!
Nach einem gemeinsamen Frühstück verabschieden wir uns von Georg und Moni- die beiden müssen schneller reisen wie wir, da sie ihr Mietauto bald in Melbourne abgeben müssen - ein weiter Weg noch...Aber vielleicht sehen wir die zwei in Neuseeland wieder.

Hinterland
Für uns ist es klar, daß wir im Hinterland bleiben wollen. Hier hat es Berge, die Straßen gehen nicht nur geradeaus, es ist angenehm kühl. Wir fahren abseits der Hauptrouten und immer wieder "Unsealed Roads", ungeteerte Schotterpisten. Ein Traum! Besonders die Paßstraße zwischen Armidale und Kempsey, die sich den unbefestigten und steilen Hang hinaufwindet, hat es uns angetan.
Noch einmal fahren wir anīs Meer und zelten in "Pacific Palms", das auf der Karte sehr interessant aussah - auf der einen Seite der Straße das Meer, auf der anderen Seite ein großer See. Aber uns fressen die Mosquitos fast auf, es ist uns zu warm - nein, das ist nichts für uns...
Am Morgen regnet es, und dadurch ist es ein bisschen kühler. Wir fahren früh los, eine schöne kurvige Strecke führt uns zum "Myall Lakes" Nationalpark, wo sich die größten Bäume New South Wales befinden. Es gibt nicht mehr viele dieser etwa 400 Jahre alter Bäume, aber sie sind mit fast 80m Höhe und an die 12m Umfang recht stattlich.

Hunter Valley
Im Hunter Valley, eine bekannte Weinregion unweit von Sydney, machen wir Rast an der Touristinfo, um dort Wein zu probieren. Kurze Zeit später sind wir wieder unterwegs - mit einer Flasche teuren Wein im Gepäck. Der Caravanpark in Cessnock gefällt uns nicht - kein Schatten und zu teuer. In Broke gibt es einen Park, in dem man kostenlos übernachten kann. Es gibt allerdings nur Toiletten, aber das ist egal. Nachdem das Zelt steht machen wir es uns mit unserer Flasche Wein gemütlich.

Richmond
Im hübschen Städtchen Windsor suchen wir vergeblich danach, im benachbarten Richmond wird es bestellt- Rosaīs Ladegerät für die Photoakkus hat den Geist aufgegeben. Da ja Tommy momentan ebenfalls ohne Kamera ist, können wir keine Photos mehr machen! Quasi eine kleine Tragödie. Aber der kleine Photoladen in Richmond verspricht uns das 120,- AUD teure Ladegerät für den nächsten Tag.
Trotzdem fahren wir noch am gleichen Tag nach Katoomba in die Blue Mountains. Wir wollen am nächsten Tag eine Tour machen und in Richmond vorbeifahren, um das Gerät abzuholen.

Blue Mountains
Die Strecke, die wir nach Katoomba fahren, ist schrecklich und gar nicht so, wie wir sie uns vorgestellt hatten. Statt Kurven gerade Straßen, und viel Verkehr durch Ortschaften anstatt schöner Berglandschaft. Auch der Caravanpark in Katoomba, der uns von der Touristinfo empohlen wurde, gefällt uns nicht - es gibt keine Bäume, die ein bisschen Schatten spenden könnten. Der Campingwart ist nett, er empfiehlt uns den Caravanpark im nahen Blackheath, und der ist wirklich schöner!
Das Ladegerät ist tatsächlich da- endlich können wir wieder Photos machen! Wir machen eine schöne Tour durch die Blue Mountains zu den Jenolan Caves- eine Tropfsteinhöhle, durch die man fahren kann. Die Strecke dorthin ist klasse- Kurven ohne Ende, Berge und Eukalyptuswälder soweit das Auge reicht. Zum Abschluß fahren wir nach Katoomba, um die "Three Sisters", eine Felsformation zu sehen. Uns fallen gleich vier bepackten Fahrräder auf - und die dazugehörigen Jungs, denn einer von ihnen trägt eine Radlerhose mit "Rothaus"- Beschriftung, das Bier aus unserer Heimat! Sie sind wirklich fast aus unserer Heimat, nämlich aus dem Kinzigtal. Respekt, diese Berge hier mit dem Fahrrad zu erklimmen ist nicht ohne...
Abends spricht uns Clive aus Sydney an, der hier überīs Wochenende ein bisschen ausspannen will. Er teilt seinen Weißwein mit uns, und es wird ein amüsanter Abend, der abrupt endet als es anfängt zu regnen.

Neu seit dem letzten UpdateDural
Nun wird es langsam Zeit für uns Richtung Sydney aufzubrechen. Wir haben zwar noch über 10 Tage Zeit bis unser Flug nach Auckland geht, aber wir müssen vorher noch die Dakars in einem Schiffsbauch unterkriegen. Von "Bollinger", der Firma, die uns so sehr geholfen hatte, die Motorräder bei der Ankunft in Australien zu bekommen, haben wir die Information, daß zweimal pro Woche ein Schiff nach Auckland geht.
Zunächst nisten wir uns auf dem Caravanpark in Dural ein, einem Vorort von Sydney. Das ist nicht weit von Hornsby, wo die Paletten für die Motorräder auf uns warten. Es ist Samstag als wir ankommen, und es gibt am nächsten Morgen nicht viel, was wir tun können. Aber wir waschen schon mal unsere Motorräder, denn die Quarantänebestimmungen in Neuseeland sollen ähnlich streng sein wie hier in Australien.
Heinz spricht uns an, ein Schweizer mit Doppelpaß, der auf Arbeitsuche ist. Und wir lernen auch Robert kennen, der mit Anzug und Krawatte zur Arbeit geht, aber in einem kleinen Zelt lebt. Dann sind da noch zwei nette Pärchen aus England - die einen arbeiten zur Zeit, um sich ihre geplante Reise nach Kanada zu verdienen, die anderen sind hier "Just for holidays".
Montag morgen stehen wir früh bei "Procycles" auf der Matte. Wayne hat unsere Reise seit der Vorbereitungszeit überīs Internet verfolgt und freut sich, daß wir ihn nun bei der Arbeit besuchen kommen. Die Paletten sind aus Holz, in ihnen waren 1200 GS verpackt. Wir müssen nur noch schauen, wer sie uns transportiert.
Der nächste Besuch gilt "Bollinger"- dann geht alles recht schnell: Wenn wir unsere Motorräder noch dieses Jahr in Neuseeland wiedersehen wollen, müssen wir sie spätestens am nächsten Morgen verpackt in den Kisten im Depot haben. Außerdem muß der Zoll abgewickelt sein. Ein paar Telefonate von Peter, der für den Export zuständig ist, macht die Sache fix. Das Depot erlaubt uns, die Motorräder dort zu verpacken, der Zollbeamte kommt um 9.00 Uhr, und Bollinger schickt einen Kurier, um die Paletten von Procycles zum Depot zu bringen. Es läuft gut für uns!
Wir kehren zum Campingplatz zurück und packen schon ein bisschen vor ehe es dunkel wird.

Packen
Der Wecker weckt uns um 4.30 Uhr in der Früh, und noch im Dunkeln packen wir so leise es geht, um unsere Zeltnachbarn nicht zu wecken. Rekord- in nicht einmal einer dreiviertel Stunde sind wir abfahrbereit, und es reicht noch für einen Kaffee, bevor wir uns auf den langen Weg zum Hafen machen. Müde, aber überpünktlich kommen wir vor 7.00 Uhr anīs Depot. Leider sind die Paletten nirgends aufzufinden, und wir haben doch nur zwei Stunden Zeit, um die Mopeds in die Kisten zu kriegen. Sowieso viel zu wenig Zeit! Tom, einer der Arbeiter beruhigt uns "No worries" - sie werden unsere Kisten als letztes in die Kontainer packen. Er bringt uns erst mal einen Kaffee. Dann ruft er für uns bei Bollinger an - der Kurier kam am Vortag nach Feierabend und ist jetzt gerade wieder auf dem Weg zum Depot. Also gut, es läuft...
Die Paletten kommen tatsächlich nach einer halben Stunde, endlich können wir anfangen. Motorrad auf die Palette schieben, Vorderrad raus, Scheibe weg, alles gut verzurren. Als eine in der Kiste ist, kommt der Zollbeamte. Wir haben die Seitenverkleidung noch nicht dran, so kann er problemlos die Fahrwerksnummer mit der im Carnet vergleichen. Er ist sehr nett- auch ein Motorradfahrer - und stempelt unsere Carnets ab ohne inīs Gepäck sehen zu wollen.
Um kurz vor 12 mittags ist es geschafft, wir haben beide Motorräder in den Kisten!

Zurück in Sydney
Einer der Arbeiter macht gerade Mittag und nimmt uns zur nächsten Bushaltestelle mit. Von da gehtīs wieder ins "Kriskindl Guesthouse", wo wir schon bei unserer Ankunft in Australien wohnten. Dort treffen wir auf bekannte Gesichter, beispielsweise Tim, der seit drei Monaten Arbeit sucht und gerade heute eine Zusage bekommen hat.
Wir haben noch über eine Woche in Sydney zu verbringen, denn unser Flug ist schon gebucht und kann nicht verschoben werden. Wir kaufen uns wieder Wochentickets, mit denen man alle Fähren, Züge und Busse benutzen kann.
Mit Schrecken stellt Rosa fest, daß sie ihren Personalausweis, den wir als Sicherheit bei der Depot- Security hinterlegen mussten, nicht zurückbekommen hat. Ein Anruf bestätigt, daß der Ausweis noch dort ist, aber sie wollen ihn uns nicht schicken.
Wir rufen bei Bollinger an, denn wir müssen noch bezahlen und die "Bill of Lading", unsere Frachtpapiere, abholen. Vorsichtig fragen wir nach, ob der Kurier vielleicht rein zufällig am Depot vorbeifährt. Nein, eigentlich nicht, aber sie schicken ihn extra dorthin, um Rosaīs Ausweis zu holen. Und das sogar, ohne einen Cent zu verlangen!
Der Ausweis ist da, die Rechnung und Frachtpapiere liegen bereit, als wir ein Tag vor Weihnachten zu Bollinger kommen. Wir bezahlen 600,- AUD für die Verschiffung, aber Peter warnt uns schon mal vor, daß wir in Auckland fürīs "Entpacken" und die Quarantäne- Inspektion noch etwas bezahlen müssen.

Weihnachten in Sydney
Der Tag vor Heilig Abend endet in den meisten Büros Sydneys schon mittags. Dann strömt alles in die Restaurants und Bars der Innenstadt, um mit den Kollegen Weihnachten vorzufeiern.
An "Christmas Eve" (Heilig Abend) fahren wir zum "Darling Harbour". Das ist ein kleines Hafenviertel mit vielen Reataurants, Bars und Shops. Auf dem Wasser ist eine schwimmende Bühne aufgebaut, abends findet ein Weihnachtskonzert statt. Wir finden ein Plätzchen in einem netten Restaurant direkt am Hafen, lauschen den Weihnachtsliedern und genießen ein tolles Essen - ein letztes Mal Känguruh- Steak mit Kartoffelbrei und ein Fläschchen Wein.
Am Weihnachtstag gehtīs mit der Fähre nach Manly zum Strand. Es ist viel los, und wir fallen mit unseren Weihnachtsmützen auch gar nicht auf.
Abends kocht Tim für uns und ein paar andere Gästehaus- Bewohner. Als Vorspeise gibt es Weinbergschnecken. Da es die hier nicht frisch gibt, sondern nur aus der Dose, kauft man die Schneckenhäuschen separat. Er brät die Schnecken an, und wir stehen alle parat, um die Schnecken anschließend in die Häuschen zu stopfen! Zum Essen puhlen wir sie wieder raus, und danach spülen wir die Häuschen, damit man sie wieder verwenden kann...
Die Hauptspeise schmeckt weitaus besser: Flambierte "Kings Prawns" (Garnelen) vom Grill mit Wok- Gemüse - superlecker. Dazu trinken wir schnell unsern Sekt - schnell, da in diesem Guesthouse Alkohol verboten ist!
Michael und Don erzählen ein bisschen von ihrem Leben. Sie leben in einer "Base", eine Forschungsstation in der Antarktis. Don ist der Chef vom Flughafen, Michael ist zuständig für die Kühlschränke, die es in der Station gibt. Eigentlich müsste man meinen, daß man in der Antarktis keinen Kühlschrank bräuchte. Tatsächlich ist es aber so, daß es in der Station sogar mehr Kühlschränke gibt als Menschen - das liegt daran, daß die Forscher ihre Forschungsobjekte bei bestimmten Temperaturen kühlen oder einfrieren müssen!
Am "Boxing Day", dem 2. Weihnachtsfeiertag findet eine große Segelregatta statt, die wir uns natürlich auch anschauen. So vergeht die letzte Zeit in Australien recht schnell, und schon sitzen wir im Flieger nach Neuseeland!

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