2aufweltreise.de Startseite
zur Startseite
Email
sponsoren
News
mehr über Tommy & Rosa
Vorbereitung und Ausrüstung
Route
Länderinfos
on the road
Presseberichte
newsletter
Gästebuch
Bilder von unserer Reise

Wir nehmen Euch mit auf unserer Reise...

 

Tommy & Rosa

Unser Reisetagebuch

Chile  
Argentinien

 
Arica - Iquique - Copiapo - San Jose de Jachtal - Mendoza - Talca

2. - 13. Januar 2007

Gefahrene Kilometer: 2750 km in Chile/ 730 km in Argentinien
Strecke: # 5, 1, 41, 150, 40, 60, 5 Arica (Chile), Iquique, Antofagasta, Copiapo, La Serena, Vinuca, San Jose de Jachtal (Argentinien), Mendoza, Valparaiso (Chile), Casablanca, San Antonio, San Fernando, Talca

Grenze Bolivien - Chile
Am Grenzposten der Bolivianer geht’s schnell: Einfuhrdokument der Mopeds abgeben und Stempel in Pass. Der Grenzposten zu Chile liegt fünf Kilometer weiter - auf über 4600 m Höhe. Hier geht’s sehr geordnet zu - die Büros sind alle in einem Gebäude und durchnumeriert, so dass man weiß, in welcher Reihenfolge man sie besuchen muss - clever, so sollte es immer sein... Das Besondere an der Einreise nach Chile ist, dass hier das Gepäck kontrolliert wird - man darf keine pflanzlichen oder tierische Produkte einführen. In anderen Ländern ebenfalls, aber dort hat’s nie jemand interessiert. Wir sind ganz froh, dass ausgerechnet der “Küchenkoffer” nicht angeschaut wird - wäre schade, die Pfirsiche und Avocados abgeben zu müssen... Während die Einfuhrdokumente in Rekordzeit und dementsprechend unleserlich von einer netten Zöllnerin ausgestellt werden, tobt draußen ein Hagelsturm, der aber rechtzeitig aufhört, als wir weiterfahren. Gleich nach der Grenze ein Postkartenbild, leider bei schlechtem Wetter: Ein schneebedeckter Vulkan im Hintergrund, ein glasklarer See davor, mit unzähligen Flamingos...

Arica
Noch am gleichen Tag fahren wir bis zur chilenischen Küste hinunter - anfangs die schönen Berge der Anden, später wieder die typische Stein- und Sandwüste. In Arica sind wir gerade auf dem Weg zu dem Hotel, welches wir aus dem Reiseführer ausgesucht hatten, als Rosa ein Residencial entdeckt. Ein Residencial ist eine Art Pension und meist deutlich billiger als ein Hotel. Leider war es keine gute Idee hier abzusteigen. Unser Zimmer liegt direkt neben dem Eingang - die ganze Nacht schellt die Türklingel, die Tür wird nicht gerade sanft geschlossen und das Palaver über Zimmerpreise etc. findet genau vor unserem Zimmer statt - wir sind in einem bestens florierenden Stunden”hotel” gelandet. Total gerädert stehen wir früh auf, nehmen ebenfalls keine Rücksicht, und verhalten uns nicht gerade leise, was aber niemand stört - in Zentral- und Südamerika geht’s überall ziemlich laut zu - Lärm scheint sogar was Positives zu sein - wo’s laut ist, ist’s lustig, da brummt das Leben...

Iquique
Werner, unser Weggefährte für ein paar Tage durch Eucador und Peru, ist für ein paar Wochen in Iquique bei seiner Freundin Mireya, wir besuchen die beiden für zwei Tage. Die Strecke dorthin führt durch die übliche Steinwüste, Iquique liegt direkt an der Küste, man sieht die Stadt schon von weit oben, bevor man eine riesige versteinerte Düne in Kehren hinunterfährt. Kurz bevor wir anhalten, müssen wir die Zusatztanks zuschalten - der Haupttank mit 17 Litern hat 515 km gereicht!
Mireya wohnt in einem kleinen hübschen Häusschen mit Park vor der Tür - wir dürfen im Innenhof auf dem Boden schlafen. Tommy hat hier endlich Gelegenheit nach Rosa’s Motorrad zu schauen, das seit der Schlammpiste nach Huanta komische Geräusche macht. Er findet die Ursache: Das Kettenschloss hat sich ein bisschen gelöst, die Dichtgummis sind kaputt. Glücklicherweise haben wir Ersatz... Die Kupplung geht seit einiger Zeit ziemlich schwer, es ist allerdings nur der Kupplungszug, der durch ein paar gelöster Drahtfasern im Kabel schwer läuft. Wir hatten schon befürchtet, dass die Kupplungslamellen abgenutzt seien....
Rosa kauft sich eine kleine Digitalkamera in der Freihandelszone und schickt die große Spiegelreflexkamera endlich nachhause - zum Einen ist sie zu sperrig, zum Anderen zu groß und auffällig, als dass wir sie oft benutzen können. Außerdem macht Tommy’s kleine Kamera schon immer die besseren Bilder..
Wir gehen abends zwei Mal ins gleiche Lokal zum Essen - das Restaurant ist im zweiten Stock des Mercados (Markt), der Fisch, den’s dort gibt, schmeckt genial und ist spottbillig. Und auch der chilenische Rotwein hat’s uns angetan...
Rosa’s Durchfall wird einfach nicht besser, trotz Unmengen von Kohletabletten. Mireya ruft bei ihrem Hausarzt an, der sagt, wir sollen in die Apotheke und Antibiotika kaufen. Ohne Rezept? Wenn wir das gewusst hätten, wären wir schon längst mal in eine Apotheke... Das Medikament wirkt - noch eine Sorge weniger!!

Antofagasta
Dann verabschieden wir uns von den beiden - wir müssen weiter. Wir decken uns noch in dem kleinen Geschäft gegenüber mit leckeren Brötchen und Salami ein, tanken 93 Oktan (in Peru und Bolivien gab’s fast nur 84 Oktan, hier ist 93 das niedrigste) für 0,80 Eurocent der Liter.
Wir fahren nicht zurück auf die Panamericana, sondern nehmen das schönere Küstensträßchen nach Antofagasta. An einer Tankstelle werden wir von einem hilfsbereiten Chilenen angesprochen - er beschreibt uns den Weg zum Hotel, das wir aus dem Reiseführer gepickt haben. Wir sprechen ein älteres Pärchen an, ihr Landcruiser hat eine Esslinger Nummer. Wir unterhalten uns nur kurz, uns wird’s zu warm in unseren Motorradklamotten. Mal wieder beschleicht uns ein leichtes Neidgefühl - manchmal wünschen wir uns auch, im Auto unterwegs zu sein - das Reisen wäre bequemer und einfacher. Der Spaßfaktor beim Fahren und mehr Kontakte zur Bevölkerung sprechen allerdings eindeutig für’s Motorradreisen...
Die Hotelpreise in Chile sind nicht gerade ein Schnäppchen im Vergleich zu Peru oder Bolivien - wir bezahlen 20,- Euro für die Nacht. Der Standard ist allgemein viel höher, das merkt man an den Autos (kaum noch schwarzer Russ spuckende alte Stinkmorcheln), weniger vermüllte Landschaft, prächtigere Gebäude, und die Preise sind deutlich höher. Außerdem spuckt der Geldautomat endlich mal wieder ordentliche Geldbeträge aus - das Maximum ist hier umgerechnet 500,- Euro. Wir schlendern ein bisschen durch das Zentrum, lassen uns frischgepressten Saft im Straßencafe schmecken, bevor wir die restlichen Salamibrötchen auf dem Hotelzimmer verzehren. Dazu lassen wir uns eine Flasche süffigen Pisco Sour schmecken, das Nationalgetränk der Chilenen, das aus einem süßen Mix von Traubenschnaps und Zitronensaft besteht.

Atacama- Wüste
Obwohl wir mal wieder durch kahle Wüstenlandschaft brausen, ist’s heute nicht langweilig: wir durchqueren die Atacama- Wüste, die trockenste Wüste der Welt. Hier wurde an einigen Stellen seit Beginn der Niederschlagsmessungen noch nie Regen verzeichnet, an anderen Stellen liegen die Niederschläge bei 20 mm pro Jahr (Deutschland erhält durchschnittlich 750 mm). Für uns ist die Atacama genauso trocken und karg wie die Wüstenlandschaft, die wir bisher durchquert haben, aber irgendwie schimmern die Berge hier farbenfroher durch die Minerale, die sie enthalten. Nicht umsonst reiht sich in diesem Gebiet eine Mine an die andere! Diese sind von der Strasse allerdings nicht zu sehen, wir biegen auch nicht ab. Dafür halten wir am obligatorischen Fotostopp - die Hand der Wüste, ein Kunstwerk aus Stein, ragt hier in den Himmel. Wir nähern uns der Küste, hie und da wachsen Büsche und Kakteen, es wird wieder etwas grüner.
In Copiapo kommen wir in einem Residencial unter, das für chilenische Städte typische Einbahn- System macht es nicht gerade einfach, die Adresse zu finden. Das Städtchen gefällt uns ganz gut, wir setzen uns für eine Weile in den Stadtpark, erfreuen uns am Grün der Bäume und beobachten die Schachspieler, die ihre Tische mitten auf dem Weg aufgebaut haben. Haben wir durch den Fahrtwind die Hitze gar nicht so gespürt, merken wir sie hier in Copiapo um so mehr - in der Sonne ist‘s kaum auszuhalten! Wir beschließen daher, morgen sehr früh aufzustehen. Dann kochen wir Suppe unterm Weinlaub beschatteten Innenhof unseres Residencials und schlürfen genüsslich chilenischen Rotwein aus dem Tetrapack.

Vicuna
Wie geplant, geht’s früh los, durch Halbwüste, dann ein kurzes Stück an der Küste entlang zum beliebten Badeort La Serena. Wir halten uns dort nicht auf, aber das was wir beim Durchfahren sehen, ist ansprechend. Das muss eine schöne Stadt sein. Unser Ziel ist Vicuna im Tal “Valle de Elqui”. Das Tal ist fruchtbar und grün, hier wird vor allem Wein und Papaya angebaut. Vicuna ist eine hübsche, ruhige Kleinstadt, sie ist berühmt für den Traubenschnaps Pisco, der hier seinen Ursprung hat. Und die Literatur- Nobelpreisträgerin Gabriela Mistral wurde hier geboren. Wir landen in einem sehr netten Hotel mit Familienanschluss, die Besitzer sind sehr freundlich und hilfsbereit. Auch eine Deutsche wohnt zur Zeit hier, Linda lebt mit ihrem Mann im Süden Chiles, aber sie hat die Schnauze voll von den langen, kalten und regenreichen Winter da unten. Sie und ihr chilenischer Mann wollen sich hier im gemäßigteren Klima niederlassen.
Wir fragen Ricardo, unseren Wirt, nach dem Zustand der Strasse über den Pass Paso Agua Negra, die wir morgen unter die Räder nehmen wollen. Er weiß, dass erst neulich ein Erdrutsch die Strasse unpassierbar machte, und ruft sicherheitshalber bei der Polizei an - die geben grünes Licht, die Strasse ist geräumt!
Wir wollen uns noch mit Reiseproviant eindecken, aber heute ist Sonntag und die Supermärkte haben geschlossen! Upps, gut zu wissen... Leider haben auch die Pisco- Produzenten Sonntags zu. Sie bieten kostenlose Führungen durch die Firmen inklusiv einem Probierschnäpschen!

Paso Agua Negra/ Von Chile nach Argentinien
Morgens halten wir noch kurz an einer Bäckerei, praktischerweise verkaufen sie hier neben frischen Brötchen auch Käse und Wurst. Dann geht’s stetig aufwärts in Kurven entlang des Flusses Rio Elqui, zunächst auf geteerter Strasse, dann auf staubiger Schotterpiste. Die Piste ist meist in einem guten Zustand, ab und zu wird der Untergrund felsig und damit holprig, an zwei, drei kurzen Stellen geht’s nur im Schritt-Tempo durch tiefes Geröll. Das Wetter könnte nicht besser sein, die Landschaft ist einfach atemberaubend! Im Tal entlang des Flusses ist’s grün, die Berge trocken und kahl, sie leuchten in allen erdenklichen Farben, von ocker über rostrot bis violett!
Der chilenische Zoll befindet sich noch weit vor der eigentlichen Grenze, die sich genau auf Passhöhe befindet. Hier geht’s ruhig zu, nicht viele nehmen diese langsame, staubige Route, um nach Argentinien zu kommen. Es geht schnell, zehn Minuten braucht’s für die Stempel in Pass, die Einfuhrdokumente abgeben und den Eintrag in das dicke Buch der Carabinieris.
Die Strasse schraubt sich immer höher, meterhohe Schneefelder säumen die Strasse, teilweise ist der Schnee vom Wind geformt - wie spitze Nadeln ragen die Schneereste in den Himmel.
Wir erreichen die Passhöhe, hier oben auf fast 4700 m weht ein scharfer Wind, wir halten uns nicht lange auf, sondern holpern die kurvige Piste hinunter ins Tal. An einem Polizeiposten werden die Daten der Motorräder wieder in ein Buch eingetragen, wir fragen nach dem argentinischen Zoll. Auch die Argentinier haben ihren Grenzposten weiter unten, nahe dem Städtchen Las Flores. Ab dem Polizeiposten ist die Strasse wieder geteert. Am Zoll geht’s entspannt zu, ein Formular, das wir selbst ausfüllen, dient als Einfuhrdokument für die Mopeds, der obligatorische Stempel kommt in den Pass, nach einer halben Stunde sind wir in Argentinien!

San Jose de Jachal
Durch mondähnliche Landschaft mit grauen schroffen Felsen geht’s in engen Kurven nach San Jose de Jachal. Wir fragen uns durch zum Zentrum - normalerweise ist die Beschilderung in Chile und Argentinien ziemlich gut, hier fehlt aber das Hinweisschild in die Innenstadt. Es ist brütend heiß hier unten, auf dem Plaza nichts los, die Geschäfte sind alle geschlossen: Von etwa 12.00 Uhr bis ca. 17.00 Uhr herrscht Siesta, verständlich bei der Hitze. Wir kochen in unseren Klamotten, wir hatten heute morgen vorsorglich die Thermo- Innenhose in unsere RUKKA- Motorradhose eingezippt - unnötig in den Bergen, wie wir jetzt im Nachhinein wissen, schier unerträglich unten im Tal.
Wir ziehen Geld vom Geldautomaten - auch hier gibt’s umgerechnet 500,- Euro. Pedro, ein netter Junge spricht uns auf Englisch an, er bewundert unsere Motorräder und fragt, ob er uns irgendwie helfen kann. Wir fragen nach einem Hotel, er weiß gleich drei und bietet an, sie uns zu zeigen. Das erste ist gleich um die Ecke, die Zimmer sauber, inklusiv Frühstück und Parkplatz. Pedro besteht drauf, dass wir uns auch die anderen Hotels anschauen. Das eine ist ein sogenanntes Apart Hotel, das ist ein Appartement mit Wohnzimmer und Küche. Das wäre wohl die beste Wahl, aber der Preis ist mit 25,- Euro um einiges höher, also entscheiden wir uns, nachdem wir auch noch das dritte Hotel besichtigt haben, für das erste.
Wir wollen uns ein großes argentinisches Rindersteak zu Gemüte führen, schon lange träumen wir davon... Fleischgeschäfte finden wir zuhauf, aber die wenigen Restaurants, die es gibt, sind alle geschlossen. Irritiert fragen wir nach: Restaurants machen erst um 21.00 Uhr auf...! Also hungern wir noch eine Weile. Wieder sind wir irritiert, als es dann heißt, es gibt keine Steaks, nur Schnitzel Mailänder Art! Was soll’s, ein Stück Fleisch muss her... Zum Glück fragt uns die Bedienung, ob wir einen Salat möchten, denn sonst hätten wir nur jeweils einen riesigen Fleischlappen, bedeckt mit Tomatensauce und jeweils einer Scheibe Schinken und Käse bekommen - keine Beilagen... Trotzdem nicht schlecht.

Mendoza
Anfangs ist die Strecke noch schön, durch ein breites, grünes Tal mit Blick auf eine hübsche Bergkette, später wird’s langweiliger. Früh sind wir in Mendoza, an einer Tankstelle fragen wir einen Typ nach dem Zentrum, ein Junge mit einer kleinen Enduro gesellt sich dazu, er bietet an, uns vorauszufahren - die Argentinier sind ein sehr hilfsbereites und nettes Volk!
War der Verkehr bislang in Chile und Argentinien wirklich gemäßigt im Vergleich zu Ecuador, Peru und Bolivien, herrscht hier wieder Chaos, wir zwängen uns durch den dichten Verkehr zur Tourist- Info. Wir bedanken uns bei dem netten Jungen mit einem Bild von uns. Er freut sich total, springt kurz in den nächsten Souvenirladen und schenkt Tommy einen Pin mit der argentinischen Flagge! In der Tourist- Info bekommen wir zwar einen kostenlosen Stadtplan und eine Liste mit Unterkünften, aber außer der Strasse und Telefonnummer steht keine weitere Information drauf. Unser Spanisch ist für’s Telefonieren zu schlecht, also bleibt nichts anderes übrig, als die Hostels abzuklappern. Nach dem dritten Hostel bekommen wir heraus, dass Hostels in Mendoza eigentlich nur Dormitories, Schlafsäle anbieten. Ein Apart- Hotel hat keine Garage und ist uns zu teuer, das Bed und Breakfast ist ausgebucht - nach zweieinhalbstündiger erfolgloser, nerviger und schweißtreibender Suche entscheiden wir uns zu zelten. Die Zeltplätze liegen außerhalb der Stadt, der erste ist überbevölkert mit betrunkenen und lauten Argentiniern, beim zweiten müssten wir unser Zelt zwischen zwei Zeltlagern reinquetschen - mit vielleicht 30 cm Abstand... Irgendwie haben wir da keine Lust drauf! Ein letzter Versuch gilt einer Drei- Sterne- Hosteria um die Ecke - zwar ist das Zimmer mit 100,- Peso (25,- Euro) nicht gerade unsere Preisklasse, trotzdem mieten wir uns für zwei Tage ein - wir brauchen eine Ruhepause...
Wir lernen ein nettes Paar aus Buenos Aires kennen, sie ist Amerikanerin und hilft uns herauszufinden, wo wir Ersatzteile für unsere Mopeds herbekommen. Ricardo aus Quito hat uns per Email eine Kontaktliste für Südamerika geschickt, darin ist auch eine Kontaktperson in Mendoza. Monica ruft dort an, so erhalten wir die Adresse des hiesigen BMW- Händlers. Dort bekommen wir alles, was wir brauchen: Ein Ersatz- Kupplungszug, Bremsbeläge (die letzten waren schon nach 8000 km platt - die vielen Pass- Strassen waren Schuld) und Ölfilter. Die Preise sind nicht gerade ein Schnäppchen, aber wir bekommen einen kleinen Rabatt. Um die Ecke ist ein Reifen- Händler. Wir haben die Auswahl: Die Michelin Anakee- Hinterreifen aus Deutschland importiert kosten 212,- Euro, die Metzeler Tourance oder Pirellis sind in Brasilien produziert und sind mit 112,- Euro das Stück deutlich billiger. Wir nehmen den Tourance, als wir erzählen, dass wir die schon mal hatten und mit der Laufleistung sehr zufrieden waren, winkt der Chef ab. Die von Brasilien seien nicht identisch und lange nicht so gut wie die deutschen - wir werden sehen...
Mendoza gefällt uns ganz gut - die breiten mit Bäumen gesäumten Alleen, die schönen Plazas und großzügigen Parks. Eigentlich wollten wir abends noch mal in die Stadt, aber wir können uns nicht mehr aufraffen. Tommy wechselt an Rosa’s Motorrad die Kette - das Kettenschloss ist wieder defekt, die Kettenglieder sind einfach schon zu ausgeleiert.

Reserva Natural Villavicencio
Nach Norden geht’s aus der Stadt Richtung dem Naturschutzgebiet Villavicencio. Wir wählen diese Route, um wieder nach Chile zu fahren. Nach 50 km geht die Strasse in eine Schotterpiste über. Sie schlängelt sich in Sage und Schreibe 365 Kurven den Berg hinauf, die Hügel sind grün bewachsen, Kakteen und Büsche blühen, wir entdecken Vicunas und sogar von Weitem einen mächtigen Kondor, der über’m Tal schwebt. Es ist total schön hier, als wir die Passhöhe erreichen, ist in der Ferne eine schneebedeckte Bergkette zu sehen, davon ist der Aconcagua mit 6960 m der höchste Berg.

Grenze Argentinien - Chile
Ab Uspallata ist die Strasse wieder geteert, und wir befinden uns nun auf einer der Hauptverbindungsstrassen zwischen Argentinien und Chile. Hier begegnen wir zwei Radfahrern aus Brasilien, die wir zuvor schon in Mendoza getroffen hatten. Immer wieder sehen wir bepackte Motorräder, an einer Tankstelle lernen wir zwei Motorradfahrer kennen - ebenfalls Brasilianer, so wie wir auf dem Weg nach Tierra del Fuego - Feuerland.
Kurze Zeit später wieder eine Horde Motorradfahrer - gleich zwei Motorrad- Clubs, aus Brasilien - was sonst - sind auf Tour durch Südamerika. Wir halten, großes Hallo, jeder will ein Foto mit uns haben. Die Jungs haben sogar ein Begleitfahrzeug mit Hänger dabei, sind bestens ausgestattet mit T- Shirts, auf denen ihre Route aufgemalt ist und Aufklebern, mit denen sie unsere Tanks zukleistern.
Die Strecke in den Bergen ist traumhaft, leider ist viel los, besonders die langsamen LKW’s nerven. Wir durchqueren einen Tunnel, der von den Argentiniern und Chilenen gemeinsam gebaut wurde - inmitten des Tunnels ist die eigentliche Grenze, der gemeinsame Grenzposten kommt kurz danach. Bei den Argentiniern wird der Pass gestempelt, wir geben die Einfuhrdokumente ab und müssen schon hier die Einreisekarten und Einfuhrdokumente für Chile ausfüllen. Die Grenze liegt auf 3800 m, ein starker Wind macht uns zu schaffen und weht unsere Papiere fort. Rosa hechtet hinterher, kugelt einen Abhang hinunter. Leicht genervt, nachdem wir bei den Chilenen am nächsten Wärterhäusschen eine Straßengebühr entrichtet haben (knapp 2,- Euro), der nächste Stop, Immigration, kein Problem. Nächster Stop: Gepäck- Kontrolle. Die jungen Schnösel wollen tatsächlich in jeden Koffer, in jede Tasche sehen. Das bedeutet, Reservereifen runter, Taschen abschnallen, öffnen, die Schnösel drin rumwühlen lassen... Wir müssen uns echt zusammenreißen, dass wir nicht drauflosschimpfen....
Dann sind wir wieder in Chile!

Colmo
Unser heutiges Ziel ist der Parque Nacional La Campana, ein Naturschutzgebiet mit einer palmenbeschatteten Oase, wo man zelten kann. Der Park schließt offiziell um 17.00 Uhr - normalerweise. Heute wohl schon früher, denn wir sind um 16.45 Uhr da - das Tor ist verschlossen. Toll.... Also zurück, weiter. In Colmo mieten wir uns in einem Stundenhotel ein. Zwar mit 30,- Euro nicht preiswert, aber wir können unsere Mopeds direkt vor unserem kleinen Häusschen abstellen, kochen draußen und verbringen eine wunderbar ruhige Nacht - wir sind die einzigen Gäste.

Zeltlager bei Talca
Wir haben die letzte Nacht so gut geschlafen, dass wir beide unsere Wecker nicht hören - statt um 7.00 Uhr, wie geplant, starten wir erst um 8.00 Uhr. Wir machen heute einen Abstecher zur Küste, wir haben keine Lust die ganze Zeit auf der #5, der Autobahn nach Süden zu fahren. Außerdem umgehen wir so Santiago. Dorthin wollten wir ursprünglich, um Ersatzteile und Reifen zu besorgen, aber das haben wir ja nun schon in Mendoza erledigen können.
Wir fahren durch ein paar hübsche Küstenorte mit schönen Sandbuchten, bevor’s wieder Inlands Richtung San Fernando geht, vorbei an Erdbeer- und Melonenständen und auf der Weinstrasse zurück zur # 5, der Autobahn. Kurz vor Talca ist ein Campingplatz direkt an der Autopista, die Nacht kostet 15,- Euro. Der Platz ist schön am Fluss gelegen, hohe Pinien bieten viel Schatten und Gelegenheit, die Hängematte aufzuhängen - wir bleiben für zwei Nächte. Der Campingplatz füllt sich am zweiten Tag zusehends - mehrere Gruppen Pfadfinder schlagen ihre Zeltlager auf - das wird keine ruhige Nacht mehr....

Klick hier: Zum nächsten Reisebericht


[Zurück zur Übersicht]