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Tommy & Rosa

Unser Reisetagebuch

El Salvador

 

Lago Coatepeque - San Miguel

17. - 23. November 2006

Gefahrene Kilometer: 320 km
Strecke: #1 Santa Ana, Lago de Coatepeque (Volcan Izalco), San Salvador, San Miguel, La Union, Santa Rosa, Grenze Honduras

Grenze zu El Salvador
400 Meter weiter durch das Marktgetümmel in der Grenzstadt von Guatemala nach El Salvador, und wir erreichen den Grenzposten von El Salvador.
Der Zöllner sieht nicht gerade begeistert aus, als wir ans Fensterchen klopfen - es riecht wohl zu sehr nach Arbeit! Die Prozedur geht schleppend vor sich - unzählige Male werden wir zum Kopieren geschickt, wir müssen mehrere Formulare ausfüllen - eines für unsere Einreise (das ist noch einfach), eines für alles, was wir einführen (wir sollen wirklich alles aufschreiben, von Socke bis Fotoapparat... Und zwar bitteschön in Spanisch!), und eines für die Motorräder. Wir machen’s uns einfach mit der Beschreibung von den Dingen, die wir einführen: Foto, Laptop, Campingausrüstung, Werkzeug, Bekleidung übersetzen wir mit Hilfe unseres Wörterbuchs (Daniel kann uns da gar nicht helfen, er kann kein Englisch - und wir immer noch kein Spanisch...).
Bei dem Ausfüllen des Formulars für die Motorräder benötigen wir allerdings Hilfe und bekommen sie bei einem netten T- Shirt- Verkäufer vom Markt, der unsere hilflose Lage erkennt. Glücklicherweise schickt der griesgrämige Zöllner eine nette Kollegin raus (er selbst ist wohl zu faul, sich aus seinem Stuhl zu bewegen). Die füllt den Rest aus, fragt, ob sie den Laptop sehen kann, winkt aber ab, als wir ihr erklären, dass der ganz unten im Gepäck steckt. Dann heisst’s wieder Geduld beweisen und eine freundliche Mine zeigen, als der Griesgram unsere tausend Kopien sortiert und die Daten mit Zweifinger- System in den Computer tippt. Plötzlich kann er doch aufstehen: Er holt sich was zu trinken, geht eine rauchen, telefoniert... Nach zwei Stunden ist es geschafft - wir sind in El Salvador! Noch mal eine viertel Stunde durch das Marktgewühl auf der El Salvadorischen Seite, dann fällt die Anspannung endlich wieder ab...
Der erste Eindruck: Es gibt eine ordentliche Straßenbeschilderung, und es gibt wenig Verkehr, alle scheinen sich an die Verkehrsregeln zu halten.
Wir fahren nicht mehr weit: Der Lago de Coatepeque ist unser heutiges Ziel.

Lago de Coatepeque
Im Reiseführer ist ein Hostal empfohlen, das unseren Wünschen entspricht. Das Hostal Amacuilco ist direkt am Ufer des Sees gelegen, wir können unsere Motorräder sicher im Hof parken, und es gibt neben einfachen, aber geräumigen Zimmer (20,- bis 23,- USD) auch schattige Zeltplätze - unser Zeltplatz kostet inklusiv Frühstück 10,50 USD. Hier bleiben wir für fünf Nächte, in denen wir uns der Ausrüstungspflege widmen, und mehrmals mit dem Bus ins ca. 8km entfernte El Congo fahren zum Einkaufen und um ins Internetcafe zu gehen, abends kochen wir oder nehmen auf der Terrasse eines der von Sandra, der Besitzerin lecker zubereiteten Tellergerichte zu uns und unterhalten uns mit den wenigen Neuankömmlingen - so lässt’s sich’s aushalten.
Zwei Mal gehen wir auswärts essen - ins Hotel Torremolinos ein paar Meter weiter - dort gibt’s eine äußerst schmackhafte Fleischplatte mit gebackenem Käse, wahlweise Frijoles (die Bohnen in El Salvador werden mit Reis gemixt und sind sehr lecker) oder Papas fritas (Pommes frites), mit Backbananen, Würstchen und ein lecker gewürztes Stück Fleisch, dazu gibt’s ein Pilsener (heißt hier wirklich so)...

Volcan Izalco
Einen der besten Ausflüge unserer Reise bisher führt uns zum Nationalpark “Parque Nacional Cerro Verde“. Auch dorthin geht’s mit dem Bus vom Lago de Coatepeque aus, was etwas umständlich ist und ein bisschen Zeit erfordert. Dafür ist es billig (knapp 5,- USD für uns beide hin und zurück), und wir wissen unsere Motorräder an einem sicheren Ort.
Um 6.30 Uhr morgens gibt’s Frühstück, damit wir den 7.00 Uhr- Bus nach El Congo erreichen. Der Anschlussbus zum Nationalpark geht allerdings erst um 8.40 Uhr, also hätten wir bestimmt einen späteren Bus vom Hostal nehmen können. Egal... Der Bus braucht für die etwa 25 km über eine Stunde, denn es geht steil bergauf auf den 2030 m hohen Cerro Verde. Einmal täglich gibt es eine geführte Tour auf den Vulkan Izalco - auf eigene Faust hinaufklettern sollte man nicht, denn in der Vergangenheit gab es dort mehrere bewaffnete Überfälle auf Touristen. Um 11.00 Uhr geht’s los, an der Front ist ein Polizist, am Ende der Gruppe ebenfalls, beide bewaffnet mit Pistolen. Sie sind von der Tourist- Polizei und schützen nicht nur vor Überfällen, sondern schauen nach dem besten Weg den Vulkan hinauf, können Hilfe holen, falls sich jemand verletzt und sorgen auch dafür, dass jeder seinen Müll wieder mitnimmt!
Müll ist auch hier ein großes Problem. Das beste Beispiel dafür: Im Bus sitzen wir hinter einer jungen Mama mit ihrem süßen, etwa zweijährigen Sohn. Der hat gerade seine Chips- Tüte leer und versucht sie nun aus dem Fenster zu werfen. Die Mama nimmt dem Kleinen die Tüte aus der Hand - nur um sie dann selbst aus dem Fenster zu werfen!! Wie’s die Grossen machen, tun’s die Kleinen natürlich nach - was für ein schlechtes Vorbild in diesem Falle, aber so sieht’s hier (so wie in Mexiko, Guatemala und wahrscheinlich auch im restlichen Zentralamerika auch) leider aus - jeder wirft seine leere Flaschen oder Tüten dorthin, wo er gerade geht und steht, und auch der Hausmüll wird gerne am Straßenrand entsorgt...

Zurück zu unserer Vulkanbesteigung: Ein weiteres Pärchen ist bei der Wanderung dabei, außerdem haben sie ihren persönlichen Führer mit und auch ihr persönlicher Busfahrer in seinen Busfahrerschlappen wagt den Aufstieg. Bevor’s allerdings auf den Vulkan geht, müssen wir zuerst mal an den Fuß des Volcan Izalco erreichen, und der liegt etwa 800 Meter weiter unten! Der Pfad durch den tropischen Wald ist angelegt - im Zickzack geht’s über querliegende Holzstämme, die als Treppen fungieren, steil hinab - nichts für Leute mit Knieproblemen!
Unten machen wir eine Verschnaufpause, bevor’s den Berg steil hinauf geht. Hier gibt es keinen angelegten Weg, wir besteigen den extrem steilen Vulkankegel nicht im Zick- Zack, sondern geradewegs steil bergauf! Teilweise besteht der Untergrund aus mit Geröll vermischtem tiefen Sand - das bedeutet zwei Schritte vorwärts, einer zurück. Dann klettern wir über Felsen, und versuchen zu vermeiden, uns an dem scharfen Lava- Gestein festzuhalten. Immer wieder machen wir Pause, um auf das andere Pärchen, das entweder die Tour unterschätzt oder sich selbst überschätzt hat, zu warten.
Bei der Tour ist noch ein Führer dabei, Marvin ist vielleicht 14 Jahre alt, er kann kein Englisch, wir leider immer noch kein Spanisch, und versucht uns trotzdem hartnäckig ein bisschen was von der Gegend zu erzählen. Wir verstehen, dass der Vulkan als aktiv eingestuft wird, aber das letzte Mal 1966 Brocken ausgespuckt hat. Heutzutage qualmt er nur noch ein bisschen. Nach einem anstrengenden Aufstieg sind wir dann endlich oben und genießen die unglaublich schöne Fernsicht. Wir wandern um den Krater herum und in ihn hinein - er ist nicht tief, der Grund ist mit Gras bewachsen. Überall dampft es aus dem Berg, selbst die Steine sind teilweise so heiß, dass man nicht auf ihnen sitzen kann.
Hier oben machen wir Mittag, wie geraten haben wir ein paar Kekse, Obst und viel Wasser dabei - wir teilen es redlich mit Marvin und den Polizisten. Der Abstieg geht überraschend schnell, denn wir nehmen eine andere Route, bei der man absolut schwindelfrei sein muss, denn sie ist noch steiler als der Aufstieg! Außerdem ist sie noch sandiger und ohne Felsen - so rutschen wir mehr den Hang herunter als dass wir laufen: Gelenkschonend, die Schuhe leiden darunter, aber es macht höllisch Spaß den Berg hinunterzusurfen... Ohne Führung wären wir niemals solch einen steilen “Weg” hinunter!
Unten müssen wir wieder auf unsere Tourbegleiter warten, aber wir sind ganz froh um die Verschnaufpause - nun geht’s wieder die 800 m hinauf auf den Cerro Verde, der etwas höher als der Vulkan ist - also sind wir bei diesem Ausflug um die 1600 m hinauf- und hinabgestiegen, wenn wir wieder oben angelangt sind! Vor allem Rosa merkt, dass sie schon lange keinen Sport mehr gemacht hat - das Knie schmerzt, die Tour strengt sie an, aber wir schaffen’s ohne größere Probleme wieder hinauf.
Marvin, dem kleinen Führer geben wir 2,- USD als Trinkgeld, die Polizisten wollen das Geld zuerst nicht annehmen, vielleicht dürften sie’s auch nicht. Für den Ausflug haben wir insgesamt inklusiv Eintritt, Busfahrt und Trinkgeld 16,- USD ausgegeben. Ein Teil des Trinkgelds bekommt auch der private Busfahrer von unseren Tourbegleitern, die uns netterweise bis an den Abzweig zum Hostal mitnehmen - von dort müssen wir “nur” noch 3,5 km laufen. Wir hätten auch auf den Bus warten können, den man überall unterwegs mit einem Handzeichen anhalten kann, aber auf die paar Kilometer kommt es nun auch nicht mehr an... Zum Kochen sind wir nach diesem Tag zu müde - Sandra macht uns daher leckere Hähnchen mit Salat und Backbananen, und das Bier haben wir uns heute redlich verdient!
Sandra, die Hostal- Chefin ist echt nett, immer wieder verteilt sie kleine Aufmerksamkeiten an ihre Gäste - es gibt Nüsse zum Bier, oder sie gibt sich besonders viel Mühe beim Frühstück: Zu den üblichen Eiern, Bohnen, Sauerrahm und Brötchen gibt’s zusätzlich gebackene Bananen...
Ein toller Platz, an dem wir es sicher noch länger aushalten könnten! Zum Abschied gibt’s ein Aufkleber, Umarmung und Küsschen, dann sind wir wieder unterwegs - auf der Panamericana Richtung Honduras.  

San Miguel
Die Panamericana führt durch San Salvador, die Hauptstadt El Salvador’s. Hier ist die Beschilderung mal wieder sehr dürftig, wir halten uns einfach immer geradeaus. War die Strasse anfangs zweispurig, endet sie einspurig in einer belebten Marktstrasse, die uns viel Zeit kostet. Es dauert eine dreiviertel Stunde bis wir wieder aus der Stadt sind. Immer wieder passieren wir Polizeikontrollen, die uns alle durchwinken. Bei einer dieser Kontrollen meint Rosa der Abstand zwischen den orangeroten Verkehrshütchen sei Platz genug für ihr Moped. Anstatt drumherumzufahren, nimmt sie die Abkürzung zwischendurch und wirft dabei eines dieser Hütchen um. Fünf Minuten später Blaulicht - ein Polizeiauto hält uns an. Wir seien viel zu schnell unterwegs meinen die beiden mit grimmigem Gesicht. Wir verneinen, versuchen den beiden freundlich klarzumachen, dass sogar LKW’s uns ständig überholen würden. Sie wollen in unsere Koffer sehen - kein Problem. Dann möchten sie unsere Reisepässe begutachten. Als der eine sieht, dass wir Deutsche sind, schaut er den anderen an und schüttelt leicht den Kopf. Mit der Ermahnung zukünftig vorsichtiger zu fahren verabschieden sich die beiden mit Handschlag und eine Spur freundlicher! Wir mutmaßen, dass wir angehalten worden sind, da Rosa dieses Verkehrshütchen umgeworfen hat, und wir nichts bezahlen müssen, da wir keine Amis sind...
Die Strecke ist - wie bisher in ganz Zentralamerika - wunderschön. Alles ist grün, viele Bäume und Blumen blühen. San Miguel ist die letzte größere Stadt vor der Grenze nach Honduras, deshalb ist diese Stadt unser heutiges Ziel. Aus dem Reiseführer haben wir ein paar Hotels nahe des Busbahnhofs ausgesucht, die Einbahnstrasse dorthin ist verstopft mit rußenden Bussen und ungeduldig hupenden Taxis. Verschwitzt kommen wir endlich an. Unserem Vorsatz ein paar Hotels anzuschauen folgen wir nicht - es ist uns zu heiß, um lange zu suchen, und die Hotels aus dem Reiseführer scheint es alle nicht mehr zu geben... Wir stehen vor dem King Palace, fragen nach den Zimmerpreisen und nehmen kurzerhand das Zimmer für 28,- USD. Es ist erst Mittagszeit, wir haben Zeit ein bisschen zu bummeln - Tommy findet endlich die langgesuchte neue Shorts, Rosa kauft sich eine Hängematte.

Grenzformalitäten bei der Ausreise
Um 9.30 Uhr nähern wir uns der Grenze, tanken noch mal unsere Motorräder voll. Nicht, weil es billig hier ist - die Gallone kostet um die 3,- USD, aber wir planen, heute gleich zwei Grenzübergänge zu meistern und uns in Honduras nicht länger aufzuhalten. Deshalb wollen wir auch kein Geld wechseln für Honduras, und in El Salvador können wir das Tanken mit US- Dollar bezahlen. An der Tankstelle werden wir sofort von ein paar Jungs umringt - sie wollen uns an der Grenze helfen. Es sei sehr schwierig, ohne Hilfe nicht zu bewerkstelligen, sie wollen nur 5,- USD für ihre Hilfe. Tommy schlägt sofort ein - Rosa ist genervt deswegen. Sie ist der Meinung, es geht auch ohne die Jungs. Aber abgemacht ist abgemacht...
Die Ausreise ist einfach wie meist: Zwei Kopien, die “Ronny”, wie sich einer der Jungs nennt, für uns machen lässt, Reisepass und Einfuhrdokument vorzeigen - das war’s. Nun zum Grenzübergang Honduras - mal sehen was uns da erwartet!

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Übernachtungen in El Salvador:

Hostal Amacuilco, Lago de Coatepeque
Wegbeschreibung/ Adresse: Von El Congo Richtung Lago de Coatepeque, kurz nach Tankstelle auf rechter Seite nach links abbiegen, 3,5 km Schotterstrasse, rechte Seite Hostal Amacuilco (Schild)
Preis: 10,50 USD fuer Camping inkl. Fruehstueck (einfache Zimmer fuer 20,- USD)
GPS- Wegpunkt: N 13°53.066 W 89°31.500

+ Parken im Hof, familiaer, Schattenplatz
+direkt am See
+ guter Platz zum Ausspannen

- fehlende Einkaufsmoeglichkeit vor Ort
- nur kalte Duschen

Hotel King Palace, San Miguel
Wegbeschreibung/ Adresse: Gegenueber Busbahnhof
Preis: 28,- USD
GPS- Wegpunkt: N 13°29.093 W 88°10.267

+ sauber, eigenes Bad, relativ ruhig
+ bewachter Parkplatz gegenueber Hotel
+ Swimmingpool im Innenhof
+ Internet 1,- USD/h in der Rezeption

- abseits der Panamericana, in der Innenstadt

 


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