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Wir nehmen Euch mit auf unserer Reise...

 

Tommy & Rosa

Unser Reisetagebuch

Honduras / Nicaragua

 

San Marcos de Colon (Honduras) - Esteli (Nicaragua)

Honduras

23. - 25. November 2006

Gefahrene Kilometer: ca. 160  km
Strecke: #1 Nacaome, Choluteca, San Marcos de Colon, Grenze Nicaragua

Einreise Honduras
Wie von Ronny prophezeit ist die Einreise nach Honduras nicht gerade einfach. Es ist doch ganz gut ihn dabeizuhaben, denn er weiß genau, in welches Büro es als nächstes geht. Die Einreiseformalitäten für uns als Personen sind allerdings einfach: Einreiseformular ausfüllen, 3- USD pro Nase bezahlen - fertig.
Aber dann geht’s los - die Einfuhr der Motorräder. Dafür geht’s in ein anderes Büro. Während Tommy auf die Motorräder Acht gibt, zeigt Rosa im Vorraum der Sekretärin die geforderten Dokumente: Reisepass, Führerschein, Fahrzeugschein. Im Fahrzeugschein sucht die Sekretärin vergeblich die Anzahl der Zylinder und die Farbe des Motorrads. Das müsste drinstehen, ob wir nicht noch ein anderes Dokument hätten, fragt sie leicht genervt. Rosa verneint, zwar haben wir den normalen, originalen Fahrzeugschein im Gepäck, aber das steht natürlich auch keine Farbe drin (ein Motorrad kann leicht umlackiert werden, drum wär’s Unsinn, wenn die Farbe drinstehen würde... Aber das ihr klarmachen zu wollen ist sinnlos).
Rosa fragt, ob sie nicht rauskommen will, um die Zylinder zu zählen und um sich die Farbe der Motorräder anzusehen - so haben’s schließlich die Zöllner an anderen Grenzübergängen auch gemacht. Sie aber verschwindet im Büro - Ronny übersetzt, dass sie mit der Obrigkeit telefonieren muss. Er versucht, Rosa hinauszuschicken. Sie soll ihre Papiere dalassen, er will ihr dafür ein offiziell aussehendes Dokument von ihm als Sicherheit geben. Rosa lehnt ab, die Abneigung gegen ihn wächst zunehmend.
Dann wird Rosa rausgeschickt - die Sekretärin will lieber mit Tommy reden. Also gut, alle Papiere zusammenraffen, Tommy beim Motorrad bewachen ablösen. Nun darf er  sein Glück versuchen. Tommy kann auch nicht mehr sagen - so ein Mist, dass in unserem internationalen Kraftfahrzeugschein diese Kennzeichen nicht ausgefüllt sind... Er weist  noch mal auf das Dokument von El Salvador hin, dessen Kopie wir noch haben - da sind alle gewünschten Daten aufgeführt. Nach einigem Hin- und Her gibt die Dame sich geschlagen. Allerdings müssen wir wegen “Mehraufwand” zum Ausfüllen des Dokuments 20,- USD extra bezahlen - zusätzlich zu den 60,- USD, die sowieso für uns beide anfallen!
Ganz schön aufwendige und teure Angelegenheit für einen Tag Honduras!! Zum nächsten Büro. Hier müssen wir die geforderten 20,- USD abdrücken, bekommen sogar einen Beleg dafür und außerdem einen Ausdruck und die Anweisung in der Bank die restlichen 60,- USD zu bezahlen.
Ronny hat’s plötzlich eilig - er will gehen. Wir halten dagegen, dass die Prozedur wohl noch nicht zu Ende ist. Murrend zeigt er uns noch den Weg zur Bank und beteuert, dass wir danach fahren können, alles sei dann erledigt. Von Tommy will er nun mehr als die ausgemachten 5,- USD, Tommy bleibt hart - ausgemacht ist ausgemacht.
Wir atmen auf - endlich geht’s weiter. Am Kontrollposten nach der Grenze werden wir angehalten, unsere Papiere noch mal überprüft. Es scheint was nicht zu stimmen, von wegen alles erledigt! Wir werden zurückgeschickt, der Zöllner schreibt einen Namen auf ein Stück Papier. Zu diesem Mann müssen wir, sein Büro ist irgendwo bei der Bank. Also zurück. Wir fragen uns zum Büro durch. Wieder alle Papiere zeigen, zwei sich wichtig nehmende Zöllner überprüfen die Nummernschilder und bestimmt auch die Farbe der Motorräder und die Anzahl der Zylinder mit dem was im Einfuhrdokument steht.
Dann geht’s wieder zu der Sekretärin ins Büro. Dort werden liebevoll diverse Stempelchen ausgepackt, die Motorräder werden in den Reisepass eingetragen, das Einfuhrdokument gestempelt, noch mal alles verglichen. Das war’s denken wir, aber nein, es müssen Kopien angefertigt werden, alles in zweifacher Ausführung: Vom Lichtbild im Reisepass, vom Stempel im Reisepass, vom Führerschein, vom Fahrzeugschein, vom Einfuhrdokument El Salvador, vom Bankbeleg usw. Also Laden suchen, der Kopien macht, zurück zum Büro, alles sortieren...
Endlich ist wirklich alles erledigt, wir zeigen an der Kontrollstelle wieder alle Papiere - dieses Mal stimmt’s, und wir dürfen passieren.... Zweieinhalb Stunden hat alles gedauert, wir sind verschwitzt und genervt, aber wir sind endlich in Honduras.

Die ersten Eindrücke
Ein Bus kommt uns entgegen mit einem bezogenen Bett auf dem Dach, ein kleines Mädchen zieht grob ein Äffchen hinter sich her, Straßenstände verkaufen Leguane als Mahlzeit, der Straßenrand wird als Müllhalde benutzt, daneben verwesende Kuhkadaver, an denen sich Geierhühner laben  - seltsame und unschöne erste Eindrücke. Dann geht’s in die Berge, die Strasse windet sich von 50 m Meereshöhe auf über 1000 m. Wir entspannen uns und revidieren unsere Meinung - außer der Müllhalde anfangs am Straßenrand sehen wir sonst überraschend wenig Müll, die Landschaft ist atemberaubend, Kinder winken uns begeistert zu.

San Marcos de Colon
Unser Vorhaben, heute auch noch die Grenze nach Nicaragua zu überwinden, haben wir fallengelassen - der Grenzübertritt nach Honduras hat zu viel Zeit und Nerven gekostet.
Also suchen wir in San Marcos de Colon, das Dorf an der Grenze, eine Bleibe. Im ersten Hotel haben wir keinen Erfolg - zwar billig, aber ohne Parkplatz. Die nette Besitzerin empfiehlt uns ein anderes mit Parkmöglichkeit. Gerade sind wir auf dem Weg dorthin, als ein Kerl mit seinem Rad neben Tommy herfährt und ihm eine Visitenkarte eines weiteren Hotels in die Hand drückt - wir sollen hinter ihm herfahren. Das Hotel ist nagelneu, sauber, preiswert und hat sichere Parkplätze im abgeschlossenen Hof - natürlich war der Dienst nicht umsonst - 1,- USD will der junge Mann für die Hotelempfehlung.
Gerade sind wir im Hof am Kochen, als wir Motorräder hören - zwei Jungs, ein Australier, der nun in Mexiko lebt und ein Ami haben ebenfalls den Weg hierher gefunden. Endlich treffen wir mal Reisende, wir hätten eigentlich mit ein paar mehr auf der Panamericana gerechnet. Die beiden sind zwar nicht die ersten, die wir sehen, aber die ersten mit denen wir uns unterhalten können - vielleicht eine Handvoll kam uns entgegen, hielt aber nicht an.
Wir verbringen einen netten Abend mit den beiden, tauschen Grenzübergang- Geschichten aus, erzählen von unseren jeweiligen Erlebnissen unterwegs.
Wir verlängern um einen Tag - das Örtchen ist schön, es ist klein, ruhig - ein guter Ort für eine Ruhepause.

Ausreise aus Honduras
Die Ausreise ist einfach, aber braucht seine Zeit - wieder kommt ein grosser Stempel in den Pass, in dem die Merkmale der Motorräder eingetragen werden. Wir wechseln Geld bei einem der Geldtauscher, denn wir planen mindestens zwei Übernachtungen in Nicaragua.

Übernachtung in Honduras:

Hotel Barcelona, San Marcos de Colon
Preis: 300,- Lempiras
GPS- Wegpunkt: N 13°25.975 W 86°48.399

+ Parken im Hof
+ neu, sauber, relativ ruhig
+ eigenes Bad, gute Betten

 

Nicaragua

25. November - 26. November 2006

Gefahrene Kilometer: 363 km
Strecke: #1 Esteli, Masaya, Granada, Rivas, Grenze Costa Rica 

Einreise Nicaragua
Die Grenze gefällt uns sehr gut - es ist so früh am Morgen recht ruhig, die Büros sind alle in einem Gebäude untergebracht. Wieder ist ein Junge da, der uns helfen will - ein Amerikaner, der von Süden kommt, hat schon seine Dienste in Anspruch genommen und empfiehlt ihn uns wärmstens. Also gut. Victor ist nett, unaufdringlich, und obwohl auch er kein Englisch spricht, kann er sich gut verständlich machen. Die Prozedur gleicht anderen Grenzübertritten, wir müssen verschiedene Formulare ausfüllen, hier und da was bezahlen - manchmal bekommen wir eine Quittung, manchmal nicht. Auch eine Haftpflichtversicherung für die Mopeds müssen wir abschließen - insgesamt bezahlen wir etwa 50,- USD inklusiv unserem Helfer. Auch hier dauert die gesamte Prozedur etwa zwei Stunden - das scheint normal zu sein.

Esteli
Heute haben wir Zeit, uns mehrere Hotels anzuschauen. Das erste wäre preislich ok (250,- Cordobas), aber hat keine eigenen Parkplätze. Das zweite hat vom Standard her die gleichen, einfachen Zimmer und Parkplätze im Innenhof, dafür ist es mit 400,- C uns zu teuer. Wir beschließen, noch eines anzuschauen und wenn's das auch nicht ist, weiterzufahren. Wir sind recht früh schon in Esteli angekommen, und die Stadt scheint nicht wirklich interessant zu sein. Das dritte Hotel ist allerdings ok - der gleiche Standard, aber billig und mit Parkplatz, also bleiben wir.
 Wir schlendern durch die Hauptstrasse, finden ein Internetcafe und anschließend ein kleines Restaurant voll mit Einheimischen. Das ist immer ein gutes Zeichen - da muss es schmecken! In der Tat, das "Buffet Las Donas" ist ein Volltreffer: An der Theke kann man auswählen, was man auf seinen Teller gepackt haben will - wir bekommen eine riesige Portion Hühnchen, Reis und Salat. Lecker, lecker... Wir wundern uns ein bisschen über die Menschen hier - sie scheinen uns nicht so sehr zu mögen, lächeln nicht zurück, wenn wir sie angrinsen, manche grüßen nicht mal zurück. Natürlich sind nicht alle so - es gibt auch freundliche Menschen hier, aber sie erscheinen uns ein bisschen reservierter.

Zu schnell unterwegs...
Heute wollen wir bis Rivas fahren, das liegt kurz vor der Grenze zu Costa Rica. Wir sind auf einer langen Geraden unterwegs, wie alle anderen auch missachten wir das Schild, das nur 40 km/h erlaubt. Wir haben das Pech, dass die Polizisten, die mit einer Laserpistole die Geschwindigkeit kontrollieren, uns schon von weitem als Ausländer erkennen - natürlich ein gefundenes Fressen.
 Wir sind zu schnell gefahren, da ist nicht dran zu rütteln, und die zwei sind clever. Sie sacken gleich mal unsere Führerscheine ein (wir hatten versäumt Kopien von unseren Einfuhrdokumenten zu machen und müssen daher die Originale zeigen). Wir bitten die beiden, sie sollen doch ein Auge zudrücken - alle anderen vor und hinter uns seien ja schließlich auch zu schnell gefahren, aber in ihren Augen blinken schon die Dollarscheine - die wollen Geld, und zwar nicht über den offiziellen Weg (da haben sie ja nix davon), sondern für die eigene Tasche... Die Masche funktioniert so (vielleicht ist's ja auch wahr, was sie uns erzählen): Wir müssten in die nächstgrößere Stadt fahren mit dem Strafzettel, den sie uns ausstellen, dort den Betrag von 1500,- C pro Nase einzahlen, dann erst würden wir unsere Führerscheine wiederbekommen. Es ist Sonntag, natürlich hat da keine Bank offen, das wissen die, das wissen wir auch. Und die beiden wissen, dass wir unsere Dokumente sofort wieder haben wollen! Einer der beiden fährt plötzlich mit unseren Dokumenten los - wahrscheinlich sind zu viele Zuschauer da, öffentlich schmieren geht hier halt auch nicht! Außer Sichtweite hält er an, und das Ende vom Lied ist: Wir bezahlen 40,- USD, bekommen keine Quittung aber unsere Führerscheine zurück. Was für Schlawiner!!
 Wir ärgern uns natürlich grün und blau, aber andererseits waren wir wirklich deutlich zu schnell und es ist die erste Strafe, die wir seit Reisebeginn bezahlen müssen....

Ausreise....
Wir sind früher als gedacht in Rivas, wo wir die Nacht verbringen wollten, und entscheiden, heute doch noch die Grenze zu Costa Rica zu queren. Kurz vor der Grenze halten wir am Straßenrand, essen ein paar Kekse als Mittagsessen. Wieder kommen Grenzhelfer, um ihre Dienste anzubieten - wir lehnen dankend ab.
 Die Ausreise geht hier etwas schleppend - Polizist suchen für eine Unterschrift, irgendwelche Gebühren bezahlen an einem Schalter, Stempel in den Pass am nächsten, usw., und das alles mit Wartezeiten. Es ist ziemlich viel los, was kein Wunder ist, denn dies ist der einzige Grenzübergang von Nicaragua nach Costa Rica!

Übernachtung in Nicaragua:

Hotel el Chico, Esteli
Preis: 206,- Cordobas
GPS- Wegpunkt: N 13°05.547 W 86°21.210
Wegbeschreibung/ Adresse: Calle 1 NE

+ Parken im Hof
+ sauber, relativ ruhig

- einfach, alt, zu schmales Bett

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