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Tommy & Rosa

Unser Reisetagebuch

Mexiko (Baja California)

Tecate - Ensenada - Catavina - Guerrero Negro - Mulege - La Paz

19. - 28. Oktober 2006

Gefahrene Kilometer:1530 km
Strecke: Tecate > 3 Ensenada > 1 Santo Tomas, San Vicente, Colonet, San Quintin, El Rosario, Catavina, Rosarito, Guerrero Negro, Santa Rosalia, Mulege, Loreto, Cindad Constitucion, Santa Rita, La Paz
Übernachtungen: Klick hier!

Auf nach Mexiko/ Grenzformalitäten am mexikanischen Zoll
Wir nehmen nicht den Hauptübergang über die Grenze in Tijuana, sondern fahren das beschauliche Sträßchen # 94 zum kleineren Grenzübergang in Tecate.
Im “Community Center” geben wir die grüne Einreisekarte der USA ab. Huch, fast hätten wir das vergessen, ein kontrollierender US- Posten an der Grenze gibt‘s nämlich nicht! Die Dokumente, die wir bei der Einreise für die Motorräder bekommen haben, interessieren allerdings nicht.
Dann geht’s ins Immigrations- Büro-. Dort hilft uns der nette Zöllner, der nur wenig Englisch spricht, die Einreisekarte auszufüllen. Er macht uns dann klar, dass wir als nächstes zur “Bank”, einem kleinen Büro auf der anderen Straßenseite, müssen. Dort bezahlen wir 40,- USD für uns beide, bekommen die Einreisekarten abgestempelt und dürfen damit wieder zurück ins Immigrations- Büro. Dort wird die Einreisekarte nochmals gestempelt, ebenfalls die Reisepässe.
Nun geht’s ins Büro für “Temporäre Einfuhr von Fahrzeugen”. Wir benötigen dort wieder den Reisepass, die Einreisekarte und Fahrzeugpapiere. Zwei Häuser weiter ist eine Farmacia (Apotheke). Dort werden wir hingeschickt, um Kopien unserer Dokumente anfertigen zu lassen. Bezahlen können wir in USD, denn noch haben wir keine Pesos. Zurück im Büro müssen wir nicht lange warten, bis die Einfuhrdokumente ausgestellt sind. Es erweist sich als gut, dass jeder von uns eine Kreditkarte besitzt, um die 29,- USD Gebühr zu entrichten, denn ohne Kreditkarte ausgestellt auf den eigenen Namen muss eine Bargeld- Rücklage hinterlegt werden, die man bei der Ausfuhr wieder zurückbekommt. So allerdings gelten die Kreditkarten- Daten als Sicherheit, dass die Fahrzeuge auch wieder ausgeführt werden. Nach einer Stunde stressfreier Zollabwicklung mit freundlichen und hilfsbereiten Zöllnern sind wir in Mexiko!

Die ersten Tage in Mexiko
Als erstes steuern wir die Bank in Tecate an, um am Geldautomaten Pesos zu ziehen. Etwas verwirrt sind wir, als der zu wählende Betrag mit dem $- Zeichen angegeben wird. Wir ziehen nur 800,- $, da wir annehmen, dass der Automat USD- Scheine ausspucken wird. Es sind aber Pesos... Nach der Währungsreform vor ein paar Jahren, wurde der “neue” Peso mit dem $- Zeichen ausgestattet. Also noch mal Geld ziehen, denn mit umgerechnet etwa 60,- EUR kommt man auch in Mexiko nicht sehr weit...
Wir schaffen es an diesem Tag noch bis kurz nach Ensenada und finden in Estero Beach einen Campingplatz direkt am Strand. Der soll 20,- USD kosten, wir handeln runter auf 15,- USD. In Baja California scheint man ganz gut mit USD- Scheinen auszukommen, zumindest bei Campingplätzen, Hotels und Restaurants. Das liegt wohl daran, dass die Halbinsel ein sehr beliebtes Reiseziel der US- Amerikaner ist. Das erklärt auch die teils saftigen Preise... Wir sind die einzigen Gäste auf dem Campingplatz. Noch ist keine Hochsaison - viele kommen erst zwischen Dezember und März, wenn die Grauwale von Alaska in den Süden ziehen und entlang der Baja California ihre Jungen bekommen und großziehen. Das Wasser am Campingplatz ist ungenießbar, selbst zum Kaffee kochen taugt es nicht, da es salzhaltig ist. Die sanitären Anlagen sind schmutzig und stinken - für nur zwei Gäste ist es wohl nicht nötig zu putzen... An unhygienische Verhältnisse und an den Müll entlang der Strassen müssen wir uns erst wieder gewöhnen!
Abends gönnen wir uns leckere Tacos in einer Imbissbude. Erschöpft aber schlaflos liegen wir im Zelt - zu viele neue Bilder schwirren uns im Kopf herum... Am Morgen lassen wir uns Zeit und fahren erst um halb 11.00 Uhr los. Es ist schon heiß um diese Tageszeit, die Sonne brennt vom wolkenlosen Himmel, tagsüber sind um die 30 Grad Celsius normal.
Anfangs sind wir total enttäuscht von der Landschaft und überlegen, was die Amis denn so toll an Baja California finden: Verdorrtes Gras und Buschwerk bedecken die braunen Hügel, die Strassen führen langweilig geradeaus. Drei Mal passieren wir an diesem Tag Militärkontrollen und werden jedes Mal freundlich durchgewunken. In Camalu verbringen wir eine Stunde im Internetcafe, wieder auf den Motorrädern fangen wir schon bald Ausschau halten nach einem Platz zum Zelten. An einer Tourist Info halten wir und fragen nach Campingplätzen. Die Dame empfiehlt uns “Old Mill” in der Bucht “Bahia San Quintin”. Ein Reinfall, wie wir feststellen, nachdem wir die 10 km auf zunächst steiniger und holpriger, später immer wieder versandeter Piste gefahren sind. Ein Dreckplatz soll der Campingplatz sein. Nein danke, also wieder zurückquälen auf die Hauptstrasse und weitersuchen....
Wir finden einfach nichts, in El Rosario halten wir an der Tankstelle, um uns zu beraten. Es ist schon fast halb Fünf, um Sieben ist es stockdunkel, da wollen wir nicht mehr unbedingt auf der Strasse unterwegs sein. Zum Glück sind gerade ein paar nette Amis an der Tankstelle, die sich auskennen und uns raten noch bis Catavina zu fahren. In El Rosario gibt es keine Campingplätze, und auf dem Weg nach Süden erst wieder im 125 km entfernten besagten Catavina. Sie geben uns die Wegbeschreibung zum Campingplatz, und wir düsen los - keine Zeit mehr zum Tanken oder Einkaufen!
Die Landschaft ändert sich schlagartig: Eine Traumstrasse mit gutem Asphalt und tollen Kurven führt durch eine menschenleere Steppenlandschaft auf 600 m Höhe. Das Besondere sind die vielen verschiedenen Kakteenarten, die teilweise mehrere Meter hoch in die Luft ragen! Ja, so haben wir uns Baja California vorgestellt! Es dämmert schon, wir haben nicht mal die Zeit, um anzuhalten. So macht Tommy wie so oft Fotos während der Fahrt...
Der Campingplatz ist in der Tat nicht so leicht zu finden, das kleine Hinweisschild hinter einer Kurve hätten wir garantiert übersehen. Schnell stellen wir das Zelt auf, bevor es ganz dunkel wird - ein herrlicher Platz unter einem Baum. Dann gönnen wir uns gefüllte Tacos und Bier. Der Platz gefällt uns so gut, dass wir gleich zwei Nächte hier verbringen. Zwar gibt es keine Dusche, dafür aber Trinkwasser, und wir nutzen unseren Wasserkanister mal wieder als Outdoor- Dusche.

Festsitzen in Guerrero Negro
Dann geht’s weiter Richtung Süden mit dem Tagesziel Guerrero Negro. Wieder bestaunen wir die unterschiedlichsten Kakteen und freuen uns über die kurvenreiche und wenig befahrene Strasse durch die Berge. In Villa Jesus Maria halten wir, um unsere Benzintanks mal wieder aufzufüllen. Es gibt nur eine Tankstellen- Kette in Mexiko, die Tankstellen sind staatlich, darum kostet das Benzin auch überall gleich. Wir zahlen für einen Liter 87 Oktan- Benzin umgerechnet etwa 0,47 EUR.
Ein Motorradfahrer, der uns heute schon zwei Mal überholt hat, kommt auf uns zu. Tim aus Los Angeles ist mit seiner Triumph auf dem Weg nach La Paz im südlichen Teil der Halbinsel, um dort eine Woche Urlaub zu machen. Er erzählt uns, dass er letztes Jahr eigentlich für ein halbes Jahr nach Südamerika wollte, aber in La Paz für die Zeit hängen blieb, da dort sein Motorrad den Geist aufgab. Er lädt uns zum Mittagessen ein: Enchiladas, mit Fleisch gefüllte Pfannkuchen. Sehr lecker!
Tim empfiehlt uns einen Campingplatz in Guerrero Negro, begleitet uns über den Militärposten an der Grenze zu Süd- Baja California (auch hier werden wir durchgewunken) und führt uns noch zu dem Campingplatz. Ein netter Kerl!
Eigentlich wollten wir nur eine Nacht hier verbringen, um am nächsten Morgen nach Mulege aufzubrechen. Die dunklen Gewitterwolken, die aus dem Nichts auftauchen, machen uns allerdings einen Strich durch die Rechnung. Schnell ist klar, dass wir eine Nacht verlängern, denn es sieht schwer nach Dauerregen aus.
Wir dürfen in die Bar sitzen, um den drahtlosen Internetzugang zu nutzen. Wir durchstöbern die Wetterseiten und erfahren, dass Hurrikan Paul auf dem Weg nach Baja California ist, und seine Ausläufer für den heftigen Regen verantwortlich sind. Besonders im Süden soll es schlimm werden, gut dass wir geblieben sind!
Abends hören wir, dass die Strasse wegen Überflutung bei Santa Rosalia gesperrt war. Auch wir bekommen ein heftiges Gewitter ab, aber wir sitzen immer noch in der Bar in einer trockenen Ecke (das Dach ist an diversen Stellen undicht und ein kleiner See breitet sich im Restaurant aus). Fast die ganze Nacht regnet es, am Morgen hellt es etwas auf und der Regen macht eine Pause. Wir checken noch mal die Wetterkarte im Internet und verlängern wieder um eine Nacht. Da unten sieht’s noch nicht besser aus...
Um die Jahreszeit sind Hurrikane eigentlich unüblich und besonders im Süden der Halbinsel hat man fast eine Schönwetter- Garantie. Nun ja, es kann ja nicht immer die Sonne für uns scheinen....
Der Campingplatz füllt sich langsam aber sicher. Wir hören, dass sich der Verkehr über 3 Meilen in beide Richtungen staut vor den unüberwindbaren Flüssen, die sich durch das Wasser aus den Bergen gebildet haben und nun die Strassen überfluten. Über Nacht schlafen die Wartenden in ihren Autos, um ihr Glück dann am nächsten Morgen zu versuchen. Mit einem, der’s geschafft hat, sprechen wir an diesem Morgen - er ist gerade dabei, seinen Pick- Up innen trocken zu legen. Für uns kein Durchkommen, denn die erste “Flussdurchfahrt”, die zu überwinden wäre, ist brusthoch - unsere Mopeds würden absaufen... Wieder warten! Darum freuen wir uns besonders, als Peter aus Rosenheim, der ebenfalls Richtung Süden fährt, auf dem Campingplatz auftaucht - mal wieder deutsch, bzw. sogar Dialekt reden ist schön, Peter leiht uns seine deutschsprachige Reiseliteratur, und wir tauschen Reise- Erfahrungen aus. So vertreiben wir uns die Wartezeit und hoffen, dass es morgen endlich weitergeht!

Baja California Sur  
Immer wieder interviewen wir Leute, die aus dem Süden kommen über die Straßenzustände. Als wir hören, dass das Wasser nur noch einen Meter hoch steht, beschließen wir, am nächsten Tag loszufahren - bis dorthin sollte das Wasser noch mehr gesunken sein. Peter schlägt vor gemeinsam zu fahren für den Fall, dass wir Probleme bei der Flussüberquerung haben sollten - er könnte dann unser Gepäck übers Wasser bringen. Gesagt, getan - gemeinsam tuckern wir los.
Es ist kalt und neblig, es sieht wieder nach Regen aus. Nach 60 km erreichen wir die überflutete Stelle. Kein Problem - das Wasser ist nur noch knietief und die Strömung schwach. Immer wieder steht Wasser auf der Strasse, aber es sind meist nur kleine Pfützen, die zu überwinden sind. In San Ignacio, einem hübschen Örtchen inmitten von Palmen, steht das Wasser auf den Campingplätzen. Hier campt keiner mehr! Wir besuchen die wunderschöne, in 1786 fertiggestellte Missionskirche. Dort ist viel los - einige Renn- “Buggies” machen auf ihrer Testfahrt für das Rennen “Baja 1000” Halt, um ein bisschen Sight- Seeing zu machen. Sie sind auf der Rennstrecke unterwegs, um gefährliche Stellen im GPS zu speichern.
Obwohl wir die Wasserdurchfahrten hinter uns haben, beschließen wir, diesen Tag noch gemeinsam mit Peter zu verbringen. Wir haben das gleiche Tempo und das gleiche Ziel für heute. In Santa Rosalia machen wir Pause, um durch die Strassen zu schlendern und in der berühmten Bäckerei “El Boleo” einzukaufen. Die Bäckerei ist nach der französischen Firma benannt, die hier Ende des 18. Jahrhunderts Kupfer abbaute. Ein bisschen französisches Flair ist noch erhalten, es gibt sogar eine Kirche, die von Alexandre Gustave Eiffel designt wurde - wir versäumen es leider sie zu fotografieren...
Es ist heiß und schwül und wir sind froh, als wir wieder den Fahrtwind spüren. Eigentlich war unser Ziel Mulege, wo es ein paar schöne Campingplätze geben soll. Mulege wurde im September von einem schlimmen Hurrikan heimgesucht, bei dem der Fluss über seine Ufer trat und Menschen ums Leben kamen. Die Campingplätze liegen auch am Fluss und sehen dementsprechend aus - hier wollen wir nicht unbedingt bleiben. Also weiter.
Etwa 10 km nach Mulege biegen wir auf eine Erdstrasse ab, die ans Meer führt. Es ist schon recht spät, es wird Zeit, dass wir einen Platz zum Campen finden. Ein Campingplatz ist angeschrieben, das kleine Omachen dort will uns aber lieber ein Häusschen vermieten, das nur 100,- Pesos kosten soll. Wir schauen in die halbfertigen Häusschen rein - blanker Betonboden, bedeckt mit Sägespänen und Baumaterial... Wir fragen, was zelten kostet: 80,- Pesos. In Ordnung. Peter bezahlt seine 80,- Pesos, als wir mit einem 200,- Peso- Schein bezahlen, gibt sie uns nur 40,- Rückgeld. Wir sind zwei Personen, also kostet es das Doppelte. Wir fragen noch mal nach dem Häusschen. Ja, das kostet 100,- Pesos für beide. Natürlich wollen wir nun doch das Häusschen, aber bitte sauber, ohne Sägespäne und Baumaterial. Endlich spricht die Enkeltochter, die wahrscheinlich keine Lust zum Putzen hat, ein Machtwort - wir dürfen für 80,- Pesos zelten... Der Campingplatz liegt in der Bucht “Bahia Concepcion”, aber wir sind ein bisschen enttäuscht - das Wasser ist hier nicht klar und türkisblau, wie wir es schon auf Bildern gesehen haben. Am nächsten Morgen, nach einem gemeinsamen Frühstück mit Peter, verabschieden wir uns. Peter hat eine noch gemütlichere Art zu reisen als wir - er will etwa eine Woche in der Bucht verbringen und sich heute einen geeigneten Platz suchen.
Kaum sind wir wieder auf der Teerstrasse Richtung Süden unterwegs, fahren wir an den schönsten Traumstränden vorbei - das Wasser ist ein Traum, am Strand stehen für die Camper schattenspendende Basthüttchen - wir ärgern uns wirklich, dass wir gestern die paar Meter nicht weitergefahren sind, überlegen kurz, ob wir hier gleich wieder unser Zelt aufstellen sollen, fahren aber dann doch weiter...
Die Strecke bis kurz nach der Ortschaft Loreto ist spitzenmäßig - Blick aufs Wasser, den Golf von Kalifornien oder auch “Sea of Cortez” genannt, die Berge und Kakteen, grüne Bäume und Wiesen... Wir entdecken einige Stellen, an denen auch Wild Zelten möglich gewesen wäre... Wir aber fahren noch bis La Paz, von wo aus die Fähre aufs Festland geht.
Die Strecke nach Loreto, die Inlands führt ist langweilig - das Land wird flacher, die Strasse gerader, und erst kurz vor La Paz wird’s wieder bergiger und damit interessanter. Wir folgen dem Tip von dem netten Amerikaner Tim, den wir unterwegs getroffen hatten und fahren zum Strand “Playa el Tecolote”, etwa 15 km nach La Paz. Das muss ein hübsches Städtchen sein, aber es ist schon spät und auch zu heiß für einen Stadtbummel in Motorradklamotten.
Wir hatten einen Campingplatz erwartet, aber man kann überall an den Strand ohne zu bezahlen. Um so besser! Leider haben wir es versäumt einzukaufen - so bleibt uns nichts anderes übrig, als in einem der Restaurants am Strand zu essen. Duschen werden gegen eine Gebühr von 50,- Pesos angeboten. Wir haben eine Dusche dringend nötig - wir sind total verschwitzt von der schwülen Hitze, auch gestern haben wir nicht geduscht. Leider ist der Wasserspiegel im Tank zu niedrig und der Chef des Restaurants erlaubt uns nicht zu duschen - toll!
Eigentlich dachten wir, hier zwei Nächte zu verbringen, um Tommy’s Geburtstag zu feiern und auf die Fähre, die nur drei Mal pro Woche nach Mazatlan fährt, zu warten. Aber nach einer fast schlaflosen Nacht steht fest, dass wir hier nicht bleiben wollen. Schlaflos, weil Wochenende ist und (wahrscheinlich betrunkene) Mexikaner mit Vollgas in ihren Autos über den Strand rauschten - wir standen jedes Mal senkrecht im “Bett”, immer aus Angst, dass einer die Kontrolle über sein Fahrzeug verliert und entweder uns oder unsere Motorräder ummäht... Gerädert und schlecht gelaunt frühstücken wir zuerst, fragen wieder wegen einer Dusche beim Restaurant. Wieder erfolglos, der Tankwagen war noch nicht da...
Es ist halb 10 Uhr morgens, und es ist brechend heiß trotz starkem Wind - verschwitzt, genervt und müde packen wir unseren Krempel. So haben wir uns Zelten am Strand und Tommys Geburtstag nicht vorgestellt... Als erstes fahren wir zum Fährhafen, um uns noch mal über die Fähre am nächsten Tag schlau zu machen. Tickets können wir noch nicht kaufen, denn noch ist nicht sicher, ob die Fähre morgen überhaupt Passagiere befördert oder nicht. Wir fragen nach dem nächsten Hotel - um die Ecke gibt’s eines, es soll allerdings recht teuer sein. Egal, keine Lust mehr zu fahren, wir brauchen eine Dusche, eine Klimaanlage und ein Bett! Es ist nur noch ein Zimmer frei, eines der billigen Kategorie, für 500,- Peso. Das Zimmer ist klein, aber sauber und schön eingerichtet, der stinkende Abfluss und die Lage zur Strasse hin sind wohl die Gründe, dass es so “billig” ist. Obwohl es einen Pool und einen hübschen Strand gibt, verbringen wir den Tag lieber im kühlen Zimmer und ruhen aus. Abends gönnen wir uns das leckere Büffet- Essen, lernen ein paar nette Amerikaner kennen, die auf Tauchurlaub sind, und feiern dann doch noch gemeinsam mit ihnen Tommy’s Geburtstag. Ein versöhnender Tagesabschluss!
Gleich am Morgen laufen wir zum Fährhafen und bekommen unsere Tickets für die heutige Fähre. Die kosten uns 4520,- Peso, davon sind 400,- Peso für die Kabine. Die Kabine gönnen wir uns, guter Schlaf ist uns das allemal wert. Die Fähre legt um halb vier ab, wir sollen aber schon um 13.00 Uhr da sein. Das ist ok, denn um 12.00 Uhr müssen wir eh aus dem Hotel auschecken. Wir packen gemütlich, fahren zur Fähre und finden dort glücklicherweise ein Schattenplätzchen zum Warten. Wir schauen beim Beladen zu - ein paar LKW’s neben vielen LKW- Aufliegern, nur ein Privatauto. Die mit Privatautos nehmen eher die Route nach Topolobampo, da die kürzer und daher billiger ist. Auch wir waren sehr am Überlegen, diese Route zu nehmen, denn vom 24 km entfernten Los Mochis ist der berühmte “Barranca del Cobre“, auch “Copper Canyon” genannt, per Zug erreichbar. Diese Eisenbahnstrecke, die bis Chihuahua führt, ist eine der schönsten Panoramarouten Mexikos per Zug, mit 39 Brücken, 86 Tunnels auf 655 km Länge. Das atemberaubende Schluchtensystem, das die Sierra Madre Occidental auf etwa 25.000 km² durchschneidet, ist bis zu 1800 Meter tief, etwa 50 km lang und man sagt, dass er vier Mal größer sein soll als der Grand Canyon! Wir entscheiden uns aber für Mazatlan, allein aus dem Grund, dass die Fähre über Nacht fährt und morgens um 9.00 Uhr ankommt. Die Fähre in Toplobampo kommt abends um 21.00 Uhr an, vor Ort soll es keine Übernachtungsmöglichkeit geben. Also müssten wir die 24 km nach Los Mochis in Dunkelheit fahren, um dort ein bezahlbares Hotel zu suchen, denn Campingplätze sind auf dem Festland Mangelware - lieber nicht...
Wir sind froh, dass wir die Kabine auf der Fähre genommen haben - in den Aufenthaltsräumen des betagten Schiff‘s stinkt‘s nach Diesel und Zigarettenqualm, die Klimaanlage dröhnt. Es gibt sogar Abendessen, das ihm Ticketpreis inbegriffen ist, die Art Gulasch mit Pasta schmeckt lecker, die Frijoles, ein Brei aus Bohnen, die zu fast jedem Gericht serviert werden, sind noch etwas gewöhnungsbedürftig, schmecken aber eigentlich ganz gut. Die Kabine ist sauber, ruhig und wir schlafen bestens. Zum Frühstück gibt‘s Frijoles, Rührei und Kartoffelbrei... Dann sehen wir Land, wir kommen pünktlich in Mazatlan an.

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