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Tommy & Rosa

Unser Reisetagebuch

Neuseeland - Teil 1

Auckland - Wellington - Arthurīs Pass - Wanaka - Te Anau (Milford Sound) - Queenstown - Catlins

28. Dezember 2005 - 31. Januar 2006

Gefahrene Kilometer: 5680 km
Strecke: Auckland > Huntly > Pirongia > Otorohanga > Te Kuiti > Taumarunui > Raetihi > Wanganui > Bulls > Levin > Otaki > Wellington > Picton (Fähre) > Blenheim > Kaikoura > Walau > Hanmer Springs > Reefton > Greymouth > Arthurs Pass > > Flock Hill > Arthurs Pass > Kumara Junction > Hokitika > Ross > Harihari > Whataroa > Franz Josef Glacier > Fox Glacier > Gillespies Beach > Fox Glacier > Haast > Wanaka > Frankton > 6 Kingston > Five Rivers > Mossburn > 94 Te Anau > Milford Sound > Wanaka > 6 Ripponvale > Gibbston > Frankton > 6a Queenstown > Glenorchy > Queenstown > Cromwell > 8 Alexandra > Roxburgh > Raes Junction > 90 Tapanui > Waikaka Valley > Gore > Te Tipua > 96 Winton > Drummond > Otautau > Raymond Gaps > Clifden > 99 Tuatapere > Orepuki > Colac Bay > Riverton > Waimatuku > Corneville > Invercargill > 1 Bluff > Mokotua > Fortrose > Quarry Hills > Waikawa > Chaslands > Papatowai

Auckland
Von Sydney drei Stunden Flug, und wir landen in Auckland.
Alex, ein Deutscher, der mit seiner Familie seit 20 Jahren in Neuseeland lebt, holt uns vom Flughafen ab. Ihn haben wir durch Umwege überīs BMW F650- Forum kennengelernt.
Als wir noch zuhause waren, hat er uns einen Straßenatlas von Neuseeland geschickt, in dem ein Freund die schönsten Strecken und Highlights in mühevoller Handarbeit eingezeichnet hat! Und jetzt hat Alex uns eingeladen, zusammen mit ihm und seiner Frau Gerda auf die Südinsel zu fahren. Dort findet ein großes BMW- Club- Treffen statt. Beide sind BMW- Fans - Alex fährt eine R1150GS, Gerda eine F650CS.
Alex bietet an, uns zu chauffieren bis wir unsere Mopeds wieder haben, und wir nehmen dieses Angebot dankbar an.
Noch bevor wir eine Unterkunft suchen, fahren wir zu Ryders. Diese Firma hier in Auckland ist zuständig für unsere Motorräder. Wir geben unsere Carnets ab und bekommen nur eine wage Antwort auf unsere Frage, wann wir unsere Motorräder in Empfang nehmen können. Wenn wir Glück haben noch vor den Feiertagen, wenn nicht erst nach dem 3. Januar! Sie rufen uns an, wenn sie die Termine mit Zoll und Quarantäne haben. Also bleibt uns nichts anderes übrig als abzuwarten.
Damit das Warten nicht zu langweilig wird, zeigt uns Alex die Stadt. Vom Mt. Eden hat man einen tollen Blick über Auckland, am Hafen liegt zur Zeit eine riesige Yacht eines russischen Milliardärs und am Strand gibt es Mövenpickeis. Abends kocht Gerda superleckere Kässpätzle für uns!
Ryders meldet sich einfach nicht, und die Feiertage rücken immer näher. Also rufen wir an. Die Zollformalitäten seien schon erledigt, sie warten nur noch auf einen Termin mit "MAF" (Ministry of Agriculture and Forestry), die für die Quarantäne- Inspektion zuständig sind. Also weiter warten oder bei MAF anrufen. Das übernehmen Alex und Gerda für uns. MAF gibt Auskunft- jetzt wissen wir, in welchem Depot unsere Mopeds sind, aber leider immer noch nicht, ob die Inspektion noch vor Silvester stattfinden wird, da im zuständigen Büro niemand erreichbar ist. Dann kommt der erlösende Anruf von Ryders- wir haben den Termin am 30. Dezember!

Wieder vereint
Bei Ryders holen wir unsere abgestempelten Carnets ab und bezahlen 630,- NZD fürīs Entpacken und das Erledigen der Zollformalitäten. Außerdem sind die Kosten für die MAF- Inspektion dabei. Beim Depot, wo unsere Motorräder stehen, sind wir eine halbe Stunde zu früh, und der MAF- Officer noch nicht da. Also gehen wir einen Kaffee trinken und kommen 10 Minuten zu spät. Rosa hat schon Panik, daß wir damit den Officer verärgert haben könnten. Aber der ist schon wieder weg - alles klar, die Mopeds waren dieses Mal sauber genug oder der Officer einfach nur nett und gnädig zu uns...
Glücklich nehmen wir unsere Kisten in Empfang und dürfen die Mopeds im Depot zusammenbauen. Unsere Hoffnung, die Paletten im Depot bis zu unserer Rückkehr in etwa zweieinhalb Monaten zu lagern, zerschlägt sich schnell. Hier ist leider kein Platz. Wir müssen die Kisten entweder innerhalb einer Stunde abholen oder 100,- NZD für die Entsorgung bezahlen. Später abholen geht nicht, da dann das Depot über die Feiertage schließt. Und am 3. Januar, wenn es wieder öffnet, sind wir schon unterwegs zum Motorradtreffen. Also zahlen wir die 100,-NZD, uns bleibt nichts anderes übrig.
Alex ruft beim BMW- Händler an und fragt, ob wir im März Paletten bekommen würden. Ja, kein Problem, sie tun uns welche zur Seite!
Wir ziehen vom relativ teuren Backpackers (56,-NZD) auf einen Caravanpark direkt am Strand (26,- NZD). Dort verbringen wir die letzten Tage in Auckland, bevor es endlich wieder auf Tour geht.
Die Vorderreifen (Conti TKC 80) unserer Kälbchen sind inzwischen 20.000 km gelaufen, und das Gewebe schaut an diversen Stellen schon hervor. Daher sind wir sehr erleichtert, daß wir in einem Shop noch vor Silvester zwei neue finden. Hier erleben wir das erste Mal, daß uns ohne zu Fragen ein Preisnachlaß gegeben wird. Gerne kleben wir dafür einen weiteren Aufkleber auf unsere Koffer. Und wir nehmen gleich noch Hinterreifen mit, denn die sind auch bald fällig!
Da Alex Lehrer ist und momentan Schulferien sind, hat er Zeit. So machen wir schöne Tagestouren - ein erstes Schnuppern der guten Neuseelandluft!

Arne und Elke
Dann haben wir noch eine Verabredung, auf die wir uns freuen - mit Arne und Elke, die wir bisher auch nur überīs Internet kennen. Die beiden kommen für 10 Wochen nach Neuseeland und mieten sich hier Motorräder. Sie sind so lieb und bringen uns dringend benötigte Dinge aus Deutschland mit: Zwei neue Packtaschen und den bei Ebay ersteigerten Fotoapparat für Tommy. Wir holen die zwei vom Flughafen ab und verbringen einen netten Abend bei Bier und Erzählungen in ihrem Hotelzimmer.
Natürlich wird es später wie geplant, und im Regen fahren wir zurück zum Campingplatz. Es ist dunkel, als wir dort ankommen, und unser Vorhaben, schon mal für den Abreisetag am nächsten Morgen vorzupacken, gestaltet sich etwas schwierig.

Wieder unterwegs
Unser Wecker nervt uns schon um 5.30 Uhr - wir wollen pünktlich um 8.00 Uhr bei Gerda und Alex sein. Das schaffen wir auch, und bald sind wir vier unterwegs.
Es ist trotz Sonne kühl, und wir haben Innenjacke und Thermowäsche an. Kurven winden sich durch eine grüne Landschaft - die Wiesen werden als Weideflächen für Rinder und Schafe genutzt.
In Otorohanga machen wir Rast - wir wollen unbedingt einen Kiwi sehen! Das soll in freier Natur recht schwierig sein, denn sie sind sehr scheu und nachtaktiv. Auch sind sie mittlerweile recht selten geworden, da Millionen von Possums (ca. 70 Mio.) in Neuseeland Kiwi- Babys auf ihrem Speisezettel haben.
Im Kiwi- Haus gibt es zwei der flugunfähigen Vögel. Mit ihrem überlangen Schnabel picken sie bei jedem Schritt im Waldboden - eine lustige Gangart! Leider werden unsere Fotos nichts, denn in der "Dunkelkammer", die den Tieren vorgaukelt, es wäre nachts, ist Blitzlicht nicht erlaubt.
Neben den beiden Kiwis hat das "Kiwi house" auch noch die restlichen tierischen Bewohner Neuseelands, die es nur in Neuseeland gibt, im Programm: Verschiedene Gecko- Arten, und vor allem Vögel: Kea, Kaka und Pukeko, um nur ein paar zu nennen.
Wanganui ist das Ziel des ersten Tages - Alex hat für sich und Gerda die Übernachtungen in Hotels und Backpackers vorgebucht. Wir entscheiden uns für einen einfachen Campingplatz. Der Platzwart will uns unbedingt in eine Cabin stecken - wir lehnen ab, wir wollen zelten. Er läßt nicht locker und bietet uns netterweise fürīs gleiche Geld einen Caravan an! Dieses Angebot können wir nicht ausschlagen! Und wir bekommen noch einen Gratis- Tip dazu: In der Krankenhaus- Mensa um die Ecke kann man gut und günstig essen.
Gestärkt und müde fallen wir ins durchgelegene Bett und sind froh, daß wir ein festes Dach überīm Kopf haben - es stürmt und regnet in dieser Nacht ohne Ende.

Wellington
Morgens sieht das Wetter wieder besser aus. Beim Packen schaut uns ein Dauercamper zu. Er warnt vor Dieben in Neuseeland und rät uns, immer alles gut abzuschließen und die Motorräder wenn möglich nicht aus den Augen zu lassen.
Um 9.00 Uhr holen uns Gerda und Alex ab. Die Strecke nach Wellington strengt an, denn Windböen von der Seite beuteln uns. Wir fahren eine Schräglage wie sonst nur in Kurven!
Wir fahren ein wunderhübsches Küstensträßchen und können kaum glauben, daß wir nur wenige Kilometer von der Innenstadt Wellingtons entfernt sind. Die alten Holzhäusschen sind in einen Steilhang gebaut und können von der Straße her nur mit Aufzügen erreicht werden.
Als wir auf den Parkplatz des "Te Papa Tongarewa" Museums einbiegen, erwartet uns eine nette Überraschung: Da stehen Tanja und Christian mit ihrer Africa Twin! Immer wieder während und schon vor unserer Reise hatten wir Email- Kontakt, aber es sah nie danach aus, daß ein Treffen möglich wäre. Umso mehr freut es uns, daß wir sie jetzt durch Zufall doch noch persönlich kennenlernen.
Die beiden kommen gerade von der Südinsel und sind nun auf dem Weg nach Auckland, um dort nach Australien überzusetzen. Schade - wir hätten gerne ein paar Tage mit den Zweien verbracht.
Das "Te Papa" Museum ist sehr beeindruckend. In dem asymmetrischen Gebäude wird Neuseeland mit seinen vielen Facetten vorgestellt. Es gibt einen Mini- Regenwald, Kunstgalerien, Ausstellungen zur Naturwissenschaft, Nationalgeschichte und Maori- Kultur.
Wir haben nicht genug Zeit, um uns in Ruhe umzusehen, denn die Fähre zur Südinsel wartet sicher nicht auf uns. Daher steht das Museum auf jeden Fall nochmal auf dem Programm, wenn wir nach Wellington zurückkommen.

Mit der Fähre zur Südinsel
Während wir am Hafen von Wellington auf die Fähre warten, sprechen uns Monique und Johan an, Auswanderer aus Holland. Monique hat an ihrem Motorrad ebenfalls ein GPS- Gerät und gibt uns einen heißen Tip: Es gibt detaillierte GPS- Karten von Neuseeland, die man vom Internet kostenlos downloaden kann.
Die 96 km lange Überfahrt mit der Fähre dauert drei Stunden, wird aber nicht langweilig, denn es gibt viel zu sehen. Zuerst gehtīs durch eine schmale Fahrrinne Richtung offenes Meer, dann empfängt uns die Südinsel mit einer grünen und wunderschönen Fjordlandschaft.
Das Hafenstädtchen "Picton" erreichen wir um 21.30 Uhr. Es ist schon dunkel, Gerda und Alex verabschieden sich, um ihr Hotel zu suchen. Wir schließen uns Monique und Joan an. Die beiden kennen einen DOC- Campingplatz in der Nähe. DOC ist die Abkürzung für Department of Conservation, das ist eine Vereinigung Natur- und Denkmalschutzbehörden. Diese einfachen DOC- Campingplätze sind meist in Naturschutzgebieten zu finden, und der kleine Betrag, den man für die Übernachtung bezahlt, kommt dem Natur- und Denkmalschutz zugute.
Im Scheinwerferlicht unserer Dakars ist das Zelt schnell aufgestellt, und wir wenden uns gemeinsam mit Monique und Joan einem Glässchen Wein zu.

Hanmer Springs
Die Strecke entlang der Küste nach Kaikoura ist sehr schön - links das Meer, rechts hohe Berge. Unterwegs halten wir an einem Imbiss, um einen "Crayfish" (Lobster) für 27,- NZD zu essen. Immer wieder sehen wir Robben faul in der Sonne liegen. Bei Kaikoura halten wir, um Fotos zu machen - die Meeressäuger lassen uns bis auf wenige Meter an sich ran!
Die kurvige Straßen durch die Berge nach Hanmer Springs sind wie fürīs Motorradfahren geschaffen, und die Landschaft erinnert uns sehr an die Mongolei: Goldbraune Hügel soweit das Auge reicht.
In Hanmer Springs wollen wir uns ins gleiche Backpackers einbuchen wie Gerda und Alex, aber nichts ist mehr frei. Auch im nahegelegenen Holidaypark gibtīs keine freien Cabins mehr. Die Dame an der Rezeption meint, Hanmer Springs sei ausgebucht. Also gut, es soll wohl nicht sein, ab inīs Zelt!!
Abends besuchen wir Gerda und Alex, um gemeinsam in der Backpackers- Küche zu kochen: Chicken, Salat, Brot und Wein. Danach gehtīs in die "Hot Springs", inīs Thermalbad.

Flock Hill (Arthurs Pass)
Die Landschaft ändert sich, als wir Arthurs Pass erreichen. Nicht mehr trockene Gräser überziehen die Hügel, sondern grüner Regenwald - und prompt fängt es an zu regnen!
Flock Hill besteht aus einem Restaurant, Cabins zum Übernachten, Wiesen zum Campen und viel Land - Weidefläche für Schafe und Damwild.
Hier findet die "Annual Rally" der "BMW Owners Register of New Zealand" statt - das ist das große Jahrestreffen der BMW- Motorradclubs in Neuseeland.
An Rosaīs Dakar ist der Hinterreifen fällig, und Tommy wechselt ihn von Hand mit der tatkräftigen Unterstützung einiger BMWclub- Mitglieder.
Abends lernen wir Bernd kennen. Er ist seit Juli mit seiner R 1100 GS in Neuseeland, arbeitete ein paar Monate auf einem Weingut in Auckland und ist jetzt auf dem Weg zu seinem nächsten Arbeitsplatz auf einer Farm in Christchurch. Er will insgesamt ein Jahr von zuhause wegbleiben und plant die Rückreise nach Deutschland über Saudi- Arabien und Iran.

BMW Annual Rally
Die Nächte im Zelt sind kalt, aber unsere Schlafsäcke tun ihren Dienst, und endlich können wir mal wieder gut schlafen!
Morgens gibtīs gleich Programm: Ein Geschicklichkeitsturnier, bei dem der Langsamste siegt, findet statt.
Wir lassen die Motorräder heute stehen und machen mit Gerda, Alex und Bernd lieber eine kleine Erkundungstour zu Fuß. Im Laufe des Tages kommen immer mehr BMW- Fahrer an, abends beim gemeinsamen Dinner sind es etwa 50 bis 60 Teilnehmer. Wir lernen viele nette Leute kennen, einige laden uns ein, sie bei sich zuhause zu besuchen. Und wir erleben, was wir uns mehr spaßeshalber immer gewünscht haben: Ein Millionär steckt uns Geld zu! 100,- NZD für Benzin, wir sind total sprachlos...
Und wir haben nochmal Glück diesen Abend: Wir gewinnen bei der Verlosung ein Goretex- Waschmittel von BMW. BMW hat alle Preise gestiftet, darunter ein Systemhelm, Handschuhe und Unterwäsche. Dick, der Präsident, beschenkt uns auch noch: Mit zwei Pins der "Annual Rally".
Nach dem Frühstücksbuffet am nächsten Morgen reisen viele sofort ab, und so klappt es leider nicht mit dem Gruppenfoto.
Wir bleiben noch und unternehmen mit Gerda, Alex und Bernd eine kleine Tour. Die Strecke zum Lake Coleridge ist super und die Landschaft einfach grandios! Auf dem Rückweg verabschiedet sich Bernd - er muß zu seiner neuen Arbeit.
Abends sitzen wir ein letztes Mal gemütlich beisammen, und am nächsten Morgen verabschieden wir uns von Gerda und Alex. Die zwei sehen wir bei unserer Rückkehr nach Auckland wieder.

Franz Josef Glacier
Dieses Mal ist schönes Wetter am Arthurīs Pass, und wir haben einen tollen Blick auf schneebedeckte Berge. In Franz Josef Glacier fragen wir in einem "Top 10 Holidaypark" nach einem freien Zeltplatz. Nein, alles belegt. Auf die Frage, ob es noch einen anderen Campingplatz im Ort gibt, verneint die Dame. Wir müssten etwa 30 km zurückfahren, dort gäbe es einen DOC- Platz. Wir fragen, ob wir für die nächsten Tage vorbuchen können. Ja, das geht, und plötzlich entdeckt sie nach ein bisschen Blättern in ihrem Reservierungsbuch doch noch ein freies Plätzchen für heute. Wunderbar, wir bezahlen für drei Nächte im Voraus. Überall, wo freie Wiese ist, dürfen wir zelten. Wir sollen uns ein freies Plätzchen suchen. Als wir in den Campingplatz reinfahren, wundern wir uns, denn der Platz scheint alles andere als ausgebucht. Überall ist Platz, nur ein paar vereinzelte Zelte stehen. Und wir ärgern uns, als wir die Karte von der Ortschaft näher unter die Lupe nehmen: Es hätte einen weiteren Campingplatz im Ort gegeben! Dieser Holidaypark hat wohl etwas gegen Motorradfahrer, anders können wir uns das Verhalten der Dame nicht erklären. Kurzerhand kürzen wir den Aufenthalt um einen Tag und fordern dafür das Geld zurück.
Am nächsten Morgen fahren wir zum Gletscher. Die letzten zwei Kilometer zum Gletscherrand führt ein Wanderweg durchīs breite Gletscherbett. Der Gletscher windet sich von fast 3000 m Höhe bis in den Regenwald auf unter 300 m hinab. Geführte Touren erlauben einen Ausflug aufīs Eis, wir begnügen uns damit, am Gletscherrand die beeindruckenden Eismengen zu bestaunen.
Auf dem Rückweg fragen wir an der Tankstelle, ob wir bei Tommyīs Motorrad den Hinterreifen wechseln dürfen. Ob wir die Reifenmontiermaschine selber bedienen können, bekommen wir als Gegenfrage zu hören. Tommy kannīs und kurze Zeit später ist der Reifen gewechselt!

Gillespies Beach
Weiter gehtīs am nächsten Tag zum Fox- Glacier, aber die Berge sind wolkenverhangen, und es regnet. Ein Besuch lohnt sich daher nicht.
Wir fahren auf einen DOC- Campingplatz nach "Gillespies Beach", um auf besseres Wetter zu warten, und um das Reisetagebuch für unsere Webseite zu schreiben - das haben wir in letzter Zeit sträflichst vernachlässigt.
Es ist tatsächlich das erste Mal seit wir unterwegs sind, daß wir unser Zelt im Regen aufstellen müssen! Es regnet unablässig, und erst am nächsten Morgen hört es wieder auf. Kurze Zeit später kommt sogar die Sonne hervor, und wir können unsere Sachen zum Trocknen auslegen. Dann endlich geben die Wolken den Blick frei auf den verschneiten Gipfel des höchsten Berges Neuseelands: Den Mt. Cook (3754 m). Eine grandiose Aussicht!
Wir bemerken an Rosaīs Sitzbank mehrere Löcher - woher kommen die wohl? In der folgenden Nacht können wir uns vorstellen, wer die Übeltäter sind: Mehrere Possums geistern um unser Zelt!

Lake Wanaka
Wir fahren eine schöne Strecke durch Berge, die bedeckt sind mit Regenwald. Natürlich regnet es, als wir den Haast Pass in Angriff nehmen, aber trotzdem genießen wir die kurvenreiche Strecke. Es gibt viele Wasserfälle und ein tosender Bach mit klarstem Wasser sucht den Weg ins Tal. Als wir am Lake Wanaka ankommen, sind die Wolken wie weggefegt - nur noch ein paar Schäfchenwölkchen zieren den Himmel. Hier finden wir einen wunderschönen DOC- Campingplatz direkt am See und spontan entscheiden wir, hier zu übernachten.
Das Ziel am nächsten Tag ist die Ortschaft Wanaka. Auf dem Weg dorthin biegen wir ins Hunter Valley ab - eine Gravel Road führt am Lake Hawea zu einer kleinen Farm. Wunderschön ist die Strecke, und am liebsten würden wir auf dem DOC- Platz direkt am See bleiben, aber die
Akkus vom Laptop sind leer, und wir wollen doch unbedingt das Reisetagebuch für unsere Webseite aktualisieren! Also weiter nach Wanaka auf einen Campingplatz... Dort angekommen, ist das Wetter einfach zu schön, und wir machen uns auf zum Mt. Aspiring (3027 m). Dort führt ein Sträßchen hin, zuerst geteert, dann "Gravel". Aber diese Schotterstraße ist so übel - tiefes Wellblech - daß wir sie nicht bis zum Ende fahren. Es macht einfach keinen Spaß so durchgerüttelt zu werden - und unseren Kälbchen sicher auch nicht...

Wanaka
Wir bleiben noch einen Tag länger in Wanaka. Zum Einen wollen wir versuchen unser Zelt reparieren zu lassen - der Reißverschluß zum Innenzelt hat nun entgültig den Geist aufgegeben - zum Anderen wollen wir das schöne Wetter zu einer kleinen Wanderung nutzen.
Nach längerem Suchen finden wir einen Innenausstatter, der unser Zelt reparieren kann. Allerdings muß der neue Reißverschluß in Christchurch bestellt werden, und bis er in Wanaka ist, vergeht eine Woche! Wir überlegen nur kurz: Für Queenstown und Milford Sound werden wir etwa eine Woche benötigen; danach können wir nach Wanaka zurückkehren.
Mittags fahren wir zum "Lake Diamond". Der Name hält nicht unbedingt, was er verspricht - der kleine Tümpel ist nichts Besonderes. Aber wir machen eine schöne Wanderung von dort über den "Lake Wanaka View" bis zu den "Rocky Mountains" und haben eine wunderbare Aussicht auf den See und die Berge des "Mt. Aspiring Nationalparks".
Abends suchen wir vergeblich nach unserem 3Liter- Kanister Wein, den wir im Kühlschrank der Gemeinschaftsküche deponiert hatten - der Wein hat wohl jemand anderem gemundet...

Te Anau
Am nächsten Morgen brechen wir Richtung Queenstown auf. Der erste Fotostop ist an einem Weidezaun, der geschmückt ist mit Hunderten von BHīs! Auch Herbert und Ilona aus München machen hier halt. Sie haben eine BMW R1150 GS gemietet und sind gerade auf dem Weg zum Franz Josef Gletscher. Die beiden haben eine sehr komfortable Art zu reisen: Die Übernachtungen sind alle vorgebucht, das Gepäck wird mit einem Auto zum nächsten Hotel gekarrt, und sie haben ein Roadbook mit der Beschreibung der Strecke und den Highlights auf dem Weg! Die Teilnehmer dieser Tour sind frei - sie können gemeinsam oder alleine fahren, abends trifft man sich auf jeden Fall zum gemeinsamen Dinner.
Nach dem netten Plausch nehmen wir die Paßstraße (Crown Range Road), die in Kurven und engen Kehren hinunter nach Queenstown führt, in Angriff. Queenstown streifen wir heute nur -wir biegen Richtung Te Anau/ Milford Sound ab. Die Berge flachen zu Hügeln ab, und es ist sehr windig - mit unserem Gepäck als Windfang müssen wir höllisch aufpassen!
In Te Anau angekommen, erfahren wir in der Tourist Info, daß heftiger Regen für die Gegend vorhergesagt wird. Also mieten wir uns lieber mal eine kleine Hütte ("Cabin") auf einem Campingplatz. Der Regen bleibt allerdings aus, es nieselt nur ein bisschen. Aber der Morgen ist grau in grau, und es schüttet! Kein Tag, um zum Milford Sound zu fahren. Für Ende der Woche ist schönes Wetter vorhergesagt - die Zeit nehmen wir uns und warten!
Nachmittags klart es ein wenig auf, und schon sitzen wir wieder auf unseren Kälbchen. Es gibt einen Schotterweg, der von der Hauptstraße abzweigt und immer entlang Stromleitungen bis zum "Lake Manapouri" führt. Auf gutem Schotter erreichen wir einen knapp 1000 m hohen Paß, danach tuckern wir den Zickzack- Weg hinunter Richtung "Grebe Valley". Erst dort wird die Strecke ein bisschen anspruchsvoller - es wird steiler, und der Weg ist mit Auswaschungen und gröberem Geröll geschmückt. Unten am "Sued Arm des Lake Manapouri" angekommen, gehtīs den gleichen Weg wieder zurück. Bis zum unterirdischen Wasserkraftwerk kommen wir nicht, denn das letzte Stück dorthin ist für Fahrzeuge gesperrt. Eine schöne Tour, leider etwas getrübt durch den Nieselregen, der uns fast die ganze Zeit begleitet hat!

Milford Sound
Nach zwei Tagen in Te Anau ist der Himmel wolkenfrei! Wir dürfen unsere Gepäckrollen im Campingplatz- Büro lassen. Die Straße zum Milford Sound ist eine Sackgasse, also kommen wir auf dem Rückweg auf jeden Fall wieder vorbei.
Den Plan, nach unserer Rückkehr am Abend noch bis Queenstown zu fahren, um dort zu übernachten, zerstört "Toddy", den wir noch kurz in Te Anau an seiner Tankstelle besuchen - er lädt uns für heute abend zu sich nachhause ein! Seine Adresse bekamen wir von Tanja und Christian, die wir in Welington getroffen hatten. Sie sagten, Toddy müssten wir unbedingt kennenlernen...
Aber zuerst steht der "Milford Sound" auf dem Programm. Die rund 120 km lange Strecke von Te Anau dorthin ist einfach traumhaft! Endloser Kurvenspaß durch eine grandiose Landschaft, schneebedeckte Berge, die sich in klaren Seen spiegeln, Flüße mit blaugrünem Wasser, die sich den Weg ins Tal hinab suchen, Wasserfälle...Und dazu der blaue Himmel und ein paar Wölkchen, die an den Bergen hängengeblieben sind. Ein perfekter Tag für den Milford Sound!
Wir sind früh dran, und erst wenige Touristenbusse sind aus Queenstown angekommen. Die eineinhalbstündige Bootsfahrt durch die Fjordlandschaft des "Milford Sounds" lohnt sich: Wasserfälle stürzen von steilen Berghängen ins Wasser, Robben sonnen sich auf den warmen Felsen, und wieder haben wir eine atemberaubende Sicht auf die schneebedeckte Bergwelt.
Obwohl wir ja die gleiche Straße zurück nach Te Anau nehmen müssen, wirdīs nicht langweilig - der Blickwinkel ist ein anderer und die Strecke ist einfach super!

Toddy
Wir holen unser Gepäck beim Campingplatz ab und folgen der Routenbeschreibung von Toddy zu seinem Haus- etwa 30 km außerhalb. Seine Frau "Carol" kocht leckeren Fisch, und wir verbringen den Abend vor Toddyīs Bergen von Fotos, die er letztes Jahr in der USA, Kanada und Alaska geschossen hat - auch er ist Motorradreisender, und war für 4 Monate bzw. 46000 km in Amerika unterwegs. Im Winter ist in Te Anau nicht allzuviel los, die Tankstelle und die kleine Reparaturwerkstatt läuft dan auch ohne ihn. Das heißt, daß er jedes Jahr für 3-4 Monate frei macht und sich die Welt anschaut. Auch kein schlechtes Leben...
Toddy zeigt uns seine Schätze, die alle im Wohnzimmer auf ihren Einsatz warten: Eine schnelle Honda, eine dicke Harley und eine DR 650 fürīs Grobe. Genauso eine, aber mit großem Tank, wartet in den USA auf seine Rückkehr...
Zum Schlafen dürfen wir inīs "Cottage", ein kleines Hüttchen im Garten mit Etagenbetten. Wir sollen doch noch einen Tag länger bleiben. Genau gegenüber seinem Haus beginnt eine Schotterstraße, die zum "Lake Marova" führt, ein Muß, so sagt Toddy. Er selbst muß morgen leider arbeiten, aber er läßt uns die Schlüssel zum Haus da, damit wir frühstücken können! Wir sind schnell überzeugt - Queenstown läuft uns nicht davon!

Mit dem Dampfschiff nach Queenstown
Erst um halb Zwölf morgens können wir uns aufraffen - jetzt oder nie! Der Weg zum Lake Marova, der aus dem Süd- und Nordsee besteht, ist gut zu fahren: Breit, kein Wellblech und nicht allzu tiefer Schotter. Am See finden wir einen Traum- DOC- Campingplatz vor. Der ist vorgemerkt für den nächsten Neuseeland- Besuch! Zum hinteren Zipfel des Nord- Sees gehtīs etwas holpriger zu: Durch Schlammlöcher im Wald und tiefen Kies am Strand - hier sind wir froh, daß wir ohne Gepäck unterwegs sind.
Dann fahren wir eine absolute Traumstrecke zur "Walter Peak Station". Das breite Tal, die hohen Berge zu beiden Seiten und das goldgelbe Gras, alles erinnert uns hier mal wieder an die Mongolei!
Vom Lake Marova erreichen wir nach etwa 70 km einfach zu fahrender Schotterstraßen mit zwei Flußüberquerungen die "Walter Peak Station", eine Farm, die direkt am "Lake Wakatipu" liegt. Hierher kommen viele Gäste aus Queenstown - es gibt eine Fähre über den See hierher.
Ein historisches Dampfschiff namens "TSS Earnslaw" wurde 1912 als Transportmittel für die abgelegenen Farmen am "Lake Wakapitu" gebaut. Sie konnte bis zu 1500 Schafe auf ihren Decks befördern. Heute bringt sie bis zu 350 Passagiere zur Walter Peak Station, wo man beim Schafescheren und Wollespinnen zuschauen kann.
Und obwohl keine Fahrzeugfähre, bringt sie uns und unsere Kälbchen für 72,- NZD in einer dreiviertel Stunde über den See nach Queenstown!
Auf Teer gehtīs nun schneller vorwärts und gegen 20°° Uhr trudeln wir wieder bei Toddy ein, und wir schwärmen ihm in den höchsten Tönen von unserer wunderschönen Tagestour vor...

Noch eine Tag länger...
Wir hängen noch einen Tag dran und bleiben bei Toddy. Es ist Sonntag, aber er hat leider Bereitschaftsdienst, kann also jederzeit zur Arbeit gerufen werden und muß zuhause bleiben. Wir legen einen "Ruhetag" ein - Motorradwaschen und Reisetagebuch aktualisieren. Und Toddy hat doch tatsächlich ein Schweißgerät in seiner Garage und schweißt uns die beiden schon lange abvibrierten Motorschutzbügel. Echt klasse!
Abends fahren wir zusammen nach Te Anau. Wir laden Toddy zum Chinesen ein, und er führt uns danach in alle Pubs, die Te Anau zu bieten hat. Es ist ein langer und lustiger Abend, und wir verabreden uns mit Toddy in zwei Wochen in Alexandra - dort findet eine "Bike- Rally", ein Motorradtreffen statt!

Zurück in Wanaka
Um 6°° Uhr stehen wir auf, um pünktlich in Wanaka zu sein. Wir müssen unser Zelt beim Innenausstatter abgeben, damit der neue Reißverschluß eingenäht werden kann. Untypisch für uns fahren wir die komplette Strecke ohne einmal anzuhalten.
Die Dame beim Innenausstatter empfängt uns freudestrahlend. Nein, der "Zipper" ist noch nicht da, aber sie erwartet die Sendung jede Minute. Wir sollen kurz vor Feierabend vorbeikommen, da wäre er sicherlich ins Zelt eingenäht.
Wir nutzen den Tag zum Bummeln, Faulenzen und fürīs Internet. Zurück am Campingplatz stellt Rosa mit Schrecken fest, daß sie ihre Gürteltasche mit allen Dokumenten im Internetcafé liegengelassen hat! So was sollte eigentlich nie passieren, und beispielsweise in Russland oder Mongolei wäre uns das auch nicht passiert - dort haben wir noch mit Argusaugen unsere Siebensachen behütet! Man wird wohl nachlässiger mit der Zeit...Zum Glück geht alles gut, die Tasche ist noch da. Aber es wird uns eine Lehre sein!
Abends gehtīs zum Innenausstatter. Der Reißverschluß ist nicht angekommen! Das ist ärgerlich, denn er war versprochen auf heute, und wir haben den alten Reißverschluß schon herausgeschnitten! Der neue ist wohl jetzt gerade unterwegs- per Nachtkurier. Also bleiben wir eine Nacht länger und sind froh, daß Wanaka sandfliegenfrei ist - sonst wär die Nacht nicht besonders lustig ohne Innenzelt!

Nasse Füsse und viel Spaß
Was tun mit der Wartezeit? Natürlich Motorradfahren! In unserem Atlas ist sie markiert, und auch Toddy hat uns von ihr vorgeschwärmt: Die Nevis Road.
In Bannockburn bei Cromwell biegen wir in einen Schotterweg ein, der sich in Kehren zum „Duffers Saddle" auf knapp 1300 m Höhe hinaufschraubt. Oben angekommen machen wir Rast - wir geniessen die grandiose Aussicht hinab ins Tal.
Dann gehtīs abwärts Richtung "Nevis Valley", vorbei an ein paar abgelegenen Farmen.
Hätten wir den Pass problemlos auch mit unserem Gepäck bewältigt, sind wir nun froh, daß wir es nicht dabei haben: Die ersten Flußüberquerungen sind noch bequem - über Brücken. Aber dann entlang der Nevis kreuzen immer wieder Flußläufe (ca. 25!) die Schotterstraße. Meist sind sie knietief, so daß uns das Wasser in die Stiefel schwappt.
Momentan ist viel los hier: Die Armee nutzt das abgelegene Gebiet für eine große Übung. Mehrere LKWs laden die schwerbepackten Soldaten ab, immer wieder schaut uns ein schwarzbraun bemaltes Gesicht aus einem Graben entgegen! Die Ärmsten...
Die LKW- Fahrer dagegen haben ihren Spaß als sie zurückfahren: Mit Vollgas gehtīs durch die Wasserfurten. Je höher die Wasserfontänen, um so besser, denn da parkt zufälligerweise gerade ein Motorrad (Rosaīs Kälbchen), das man naßspritzen kann...
Als wir die letzte Wasserdurchfahrt erfolgreich gemeistert haben, machen wir erst mal Pause: Zum Socken trocknen. Danach gehtīs an einer historischen Skihütte (1930 erbaut) vorbei ins Tal. Eine geniale Tour mit viel Endurospaß durch eine traumhafte Landschaft - wer nur auf Teer unterwegs ist, verpaßt wirklich viel!
Kurz nach Feierabend sind wir beim Innnenausstatter in Wanaka. Zum Glück hat jemand auf uns gewartet, und das Zelt ist tatsächlich fertig!

Lake Wakatipu
Also können wir am nächsten Morgen Wanaka verlassen. Der erste Stop gilt einem Kunstwerk aus Blech auf einer Weide, der zweite einem der vielen Obstläden entlang der Strecke nach Cromwell. Und natürlich halten wir an der historischen "Kawarau"- Brücke. Hier entstand in den 80er Jahren die erste kommerziell betriebene Bungy Jumping- Plattform. Hier wird natürlich immer noch fleißig gesprungen - wir begnügen uns mit Zuschauen.
In Queenstown halten wir uns nicht lange auf: Tanken, Einkaufen und für 90,- NZD fünf Kilo überflüssiges Gepäck nach Hause schicken. Was sich da immer im Lauf der Zeit ansammelt...
Dann fahren wir die wunderschöne Straße entlang des Sees "Lake Wakatipu" nach Glenorchy. Dort treffen wir auf ein älteres neuseeländisches Ehepaar, das mit ihrem alten Omnibus auf Reisen ist. Sie suchen so wie wir einen Platz zum Wild Zelten. Das Baujahr des Busses erfahren wir nicht, dafür gibt der Opi uns stolz sein eigenes Baujahr preis: 1915, also 90 Jahre alt! Ein stolzes Alter für einen "Traveller"!
Wir verabschieden uns - die beiden bleiben in Glenorchy. Wir finden einen schönen Platz nicht weit weg. In Neuseeland eine freie Fläche zu finden, die nicht eingezäunt ist, ist ziemlich selten, aber hier haben wir Glück: Auf einem leeren Bauplatz am Hang finden wir einen wunderschönen Zeltplatz.
Hier bleiben wir zwei Tage, genießen die tolle Aussicht und das Nomadenleben als Wildcamper. Tommy macht eine kleine Tour über Schotterstraßen nach "Paradies", während Rosa das Zelt hütet.

Motorradreisende
Als wir am nächsten Tag zurück nach Queenstown fahren, begegnet uns Harvey aus England. Er ist mit seiner BMW R 1150 GS auf Weltreise: Die USA hat er schon hinter sich, nach Neuseeland will er noch nach Australien und und Südafrika.
In Arrowtown wollen wir zelten, und auf dem Weg dorthin biegen wir ab zum Coronet Peak. Im Winter ein Skigebiet, ist die Talstation ein optimaler Startpunkt für Paraglider. Und hier hat man eine tolle Aussicht!
Von der Straße zum Coronet Peak biegt auch eine Schotterstraße ab: "Skippers Canyon", die wir uns vornehmen wollen - aber lieber ohne Gepäck, deshalb fahren wir zunächst nach Arrowtown. Dort lernen wir noch einen Europäer kennen, der mit seinem Motorrad unterwegs ist: Charley aus Holland ist mit seiner Harley schon das vierte Mal in Neuseeland!

Skippers Canyon
"Only 4WD" warnt ein Schild, das nächste weist darauf hin, daß dies eine öffentliche Straße ist, die nur mit zugelassenen Fahrzeugen befahren werden darf.
Es ist steil, schmal, kurvig, sandig und die Straße ist in einen steilen Hang gebaut. Also Endurospaß pur! Hier zieht es viele Abenteuerhungrige her: Ein paar Trialfahrer preschen an uns vorbei, ein Bus mit Mountainbikes auf dem Hänger karrt die Downhill- Fahrer zurück nach Queenstown, und die Busfahrer, die die River- Rafting- Teinehmer zum Ausgangspunkt ihrer Tour auf dem Shotover River bringen, meinen wohl, ihnen gehört die Sraße allein. Es ist ganz schön viel los hier im Skippers Canyon, und das Herz bleibt uns öfters mal stehen, wenn gerade wieder ein "Rafting"- Bus auf der einspuringen Strecke (und wir auf der Abhangseite) um die Ecke fegt.
Trotzdem: Wieder eine wahnsinnig schöne Tour mit atemberaubenden Ausblicken in wunderbarer Natur- ein absolutes Muß für jeden Endurofahrer!!

Im Süden der Südinsel
Nach einem Bummel durch die zahllosen Souvenir- und Sportläden in Queenstown, gehtīs am nächsten Morgen weiter Richtung Süden.
Anfangs noch Berge, flacht das Land ab, je weiter wir südlicher kommen. Hier überwiegt hügeliges Weideland.
Wir kommen durch Gore, das Paradies für Forellenangler - wie anschaulich eine übergroße Forelle am Ortseingang beweist. Der nächste Halt ist die historische Brücke bei Clifden - sie wird gehalten von dicken Stahlseilen.
Wir zelten in Tuatapere auf dem Gemeinde- Campingplatz. Diese "Domain Motorcamps" werden in manchen Ortschaften angeboten, sie befinden sich meist beim Sportplatz. Die Ausstattung ist karg, dafür zahlt man nur wenig für die Übernachtung.
Colac Bay muß ein Surfmekka sein - auch hier weist eine Figur darauf hin. Wir streifen das Örtchen nur und machen lieber einen Abstecher nach Bluff. Die Ortschaft lebt von Austern, und hat außer dem "Stirling Point", eine Art Leuchtturm, nicht allzuviel zu bieten.
Auch der Abstecher nach Waikawa zur Porpoise Bay bringt uns nicht viel - zwar ist die Aussicht schön, aber die Hector Delphine, die hier gewöhnlich zu sehen sind, verstecken sich lieber vor uns.
Die "Catlins", ein Nationalpark mit Regenwald ist wunderschön und das Fahren macht hier Laune: Kurven ohne Ende!
Eigentlich wollen wir einen Deutschen besuchen, der ebenfalls BMW fährt, und der in Tahakopa wohnt, aber er ist leider nicht zuhause. Kurz zuvor sind wir an einem Motorcamp in Papatowai vorbeigefahren - dort mieten wir uns jetzt für drei Nächte eine kleine schnucklige Cabin für konkurrenzlos billige 22,- NZD pro Nacht.
Tommy wechselt bei Rosaīs Kälbchen den Kupplungszug - zum Glück hat er am Vortag entdeckt, daß dieser nur nach an einem seidenen Fädchen hängt. Unterwegs, vielleicht auf staubiger Piste oder im Regen wäre das Wechseln nicht so entspannt abgelaufen wie hier! Bei seiner Dakar ist das Fernlicht ausgefallen und die zallosen Löcher in der Zeltwand sollten auch endlich mal geflickt werden. Und das Reisetagebuch... Also genug zu tun!

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