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Tommy & Rosa

Unser Reisetagebuch

Neuseeland - Teil 3

Hastings - East Cape - Taupo - Rotorua - Coromandel - Cape Reinga - Whangarei - Auckland

1. März 2006 - 27. März 2006

Gefahrene Kilometer: 3617 km
Strecke: Hastings > Napier> 2 Wairoa > 35 Gisborne > Tolaga Bay > Tokomaru Bay > Te Araroa > East Cape > Te Kaha > Opotiki > 2 Wairata > Matawai > Waipaoa > Te Reinga > Frasertown > 38 Waikaremoana > Te Waliti > Murupara > Rotomahana > 5 Ohaaki > Taupo > 32 Kuratau Junction > 41 Tookanu > 47 Taurewa > 48 Whakapapa > 4 Erua > Tohunga Junction > 49 Ohakune > Waiouru > 1 Turangi > Taupo > 5 Rotorua > Tirau > 27 Matamata > 24, 29 Tauranga > 2 Waihi Beach > 25 Whitianga > Coromandel > Colville > 25 Thames > Waitakaruru > Orere > Maraetai > Auckland > 16 Helensville > Wellsford > Brynderwyn > 12 Dargaville > Omapere > Rawene > Ahipara > Kaitaia > 1F Cape Reinga > Waimanon > Merita > 10 Cable Bay > Waitaruke > Tauranga Valley > Matauri Bay > Otoroa > 10 Kapiro > Puketona > Paihia > (Fähre) Waiaruhu Way > Russell > Parekura Bay > Tutaematai > (Russell Rd) Marua > Matapouri > Tutukaka > Whangarei > 1 Oakleigh > Waiotira > Brynderwyn > Mangawhai > Teltana > 1 Warkworth > Orewa > Takapuna > Auckland

In Hastings bei Methoda und Lothar
Lotharīs Adresse haben wir von Freunden in Deutschland bekommen - ihn wollen wir unbedingt besuchen.
Bevor er vor acht Jahren entgültig Deutschland den Rücken gekehrt hat, war er jahrelang mit seinem Klapprad in der Welt unterwegs. Seine Freundin Methoda kommt aus Slowenien. Sie hat er in seinem eigenen Backpacker- Hostel kennengelernt. Das Backpacker hat er verkauft, da 24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr einfach zuviel Arbeit ist - da bleibt kaum Freizeit übrig...
Die beiden sind super- als erstes drücken sie uns den Hausschlüssel in die Hand und zeigen uns, wo Kühlschrank und Waschmaschine stehen. Wir können alles benutzen und sollen solange bleiben, wie wir wollen.
Abends sitzen wir lange zusammen draußen - es ist zwar schon fast Herbst, aber solange kein kalter Südwind bläst, der aus der Antarktis kommt, ist es noch angenehm warm.
Tagsüber bleiben wir bei Lothar, der gerade seinen Wohnwagen zum Verkauf herrichtet. Endlich kommen wir mal wieder dazu, unsere Webseite auf Vordermann zu bekommen.

Auf der Farm bei Prue und Folker
Nach zwei Tagen müssen wir uns wieder von Methoda und Lothar verabschieden, denn unsere nächste Verabredung steht an. Dazu müssen wir nur etwa 20 km weit fahren, und schon sind wir da: Bei Folker, den wir auf der BMW- Rally kennengelernt hatten, und der sagte, er wäre beleidigt, wenn wir ihn nicht besuchen kämen!
Folker ist Deutscher, aber schon vor 50 Jahren ausgewandert! Er lebt mit seiner neuseeländischen Frau Prue in deren Geburtshaus inmitten von Farmland. Die beiden haben bis letztes Jahr nebenberuflich eine kleine Farm betrieben, die sie jetzt an ihre Tochter Caroline und Schwiegersohn Duncan abgegeben haben. Praktischerweise grenzt ihr Gelände direkt an das ihrer Kinder, so daß diese ihr eigenes Farmgelände vergrößern konnten.
Folker zeigt uns das Farmland. Dazu nehmen wir das 6x4 Allrad- Fahrzeug, denn das Land ist hier sehr steil und unwegsam. Der Haushund darf auch mit - es ist ein alter Farmhund, der bei Prue und Folker sein Gnadenbrot bekommt. Normalerweise werden ausgediente Arbeitshunde erschossen - sie bringen nichts mehr, sondern kosten nur noch Geld...
Schon Prueīs Vater hat auf seinem Farmgelände Oasen für Vögel gelassen: Kleine Wälder mit heimischen Bäumen. Prue und Folker haben immer wieder Bäume dazugepflanzt und auch Caroline und Duncan wollenīs so weiterführen. Das ist nicht gerade üblich, denn normalerweise nutzt man jedes Stück Land als Weidefläche für Schafe und Rinder.
Nach einem Lunch mit selbstgebackenem Brot, Käse, Thunfisch und viel Gemüse aus dem eigenen Garten, gehtīs mit Folkerīs altem Mercedes auf Erkundungsfahrt in die nähere Umgebung. Von den Bergen hier sieht man bis Hastings und anīs Meer!
Zum Dinner gibtīs ein richtiges Festessen: Zarter Hammelbraten, Rotkraut und Folienkartoffeln. Als Dessert heißer Rhabarber und dazu Eis...lecker, lecker!
Caroline und Duncan sind mir ihrer 10 Monate alten Tochter gekommen. Wir zeigen einige Bilder aus Russland und der Mongolei; es macht Spaß, denn unsere Gastgeber sind sehr interessiert und bombardieren uns mit Fragen über Land und Leute.
Beim Frühstück klingelt das Telefon. Duncan fragt, ob wir seinen Arbeitshunden bei der Arbeit zusehen wollen. Ja klar! Mit seinem Quad und sechs Hunden im Schlepptau kommt er kurze Zeit später. Er will ein paar Schafe aus der Herde zum Schlachten aussuchen. Dazu muß die Herde zu einem speziellen Gatter getrieben werden.
Rosa darf bei Duncan mitfahren, Tommy sitzt bei Folker auf dem Quad und die Hunde hecheln hinterher. Auf der Weide angekommen halten wir, und Duncan dirigiert die Hunde nur mit Pfiffen. Für jeden Hund hat er eigene Pfeifsignale und dazu noch drei verschiedene: Ein Signal für "Achtung, gleich bist Du dran", eins für "links", eins für "rechts". Und es funktioniert: Die Hunde treiben die Schafe von der Weide durchīs Tor, um die Ecke und inīs Gatter.
Duncan hat zwei verschiedene Arten von Arbeitshunde: Die einen scheuchen oder halten die Schafe in Schach, indem sie lauthals bellen, die anderen dagegen dirigieren das Vieh nur mit Blickkontakt!
Duncan hat den Beruf "Farmer" erlernt und kann die Hunde selbst ausbilden. Ein guter Arbeitshund erzielt um die 2000,- NZD auf dem Markt! Und das ist gut angelegtes Geld für eine Farm, denn die Hunde ersparen menschliche Arbeitskräfte.
Die Schafe sind nun im Gatter eingesperrt. Folker öffnet das Tor zu einer Schleuse, durch die die Schafe ins nächste Gatter gelangen. Sobald das gewünschte Schaf auftaucht, wird aber das Tor umgeklappt - so landet es in einem separaten Gatter.
Auf der Farm gefällt es uns sehr gut, aber unsere Mopeds sind schon gepackt - es zieht uns weiter!

East Cape
Es ist kalt und sehr windig, bei Gisborne fängt es auch noch an zu regnen und hört den ganzen Tag nicht mehr auf. Wir können die Kurven durch Farmland und an der Küste entlang kaum geniessen, so eingefroren sind wir. In Tolaga Bay mieten wir uns auf dem Campingplatz eine Cabin - als erstes machen wir den Heizstrahler an, dann breiten wir unsere Sachen aus zum Trocknen.
Als ob nichts gewesen wäre, empfängt uns der nächste Morgen mit strahlendem Sonnenschein. Es ist wenig los auf dem kurvigen Sträßchen durch naturbelassene Wälder, und immer wieder erhaschen wir einen Blick aufīs Meer oder kommen an menschenleeren Sandbuchten vorbei.
Wir biegen zum East Cape ab und fahren die Schotterstraße zum östlichsten Leuchtturm der Welt. Der kann nur zu Fuß erreicht werden. Nichts für uns - zum Einen zu heiß, und der Weg zu steil für Motorradklamotten, zum Anderen wollen wir unsere bepackten Kälbchen hier nicht alleine lassen.
In den Örtchen, die wir passieren, fallen uns die mit schönen Holzschnitzereien versehenen Versammlungshäuser der Maori auf (genannt "Marae").
In Opotiki kaufen wir ein: Heute bleibt der Benzinkocher kalt - es gibt heiße Hähnchen!
Eine schöne Straße führt durch die Schlucht "Waioeka Gorge" - wieder nichts los, Kurven ohne Ende und Urwald! Es gibt einen DOC- Campinplatz, den wir uns mit einem weiteren deutschen Pärchen teilen - Peter und Monika waren für ein Jahr in Australien und sind nun für vier Monate in Neuseeland unterwegs - beides Mal mit einem gemieteten Wohnmobil! Uns bringen sie ein Münchner Bier, das sie hier in einem Supermarkt entdeckt haben.

Lake Waikaremoana
Wieder scheint die Sonne, als wir aus dem Zelt kriechen, und das Motoradfahren macht so richtig Spaß! Bei Gisborne biegen wir Richtung Tiniroto ab und fahren zum Lake Waikaremoana. Die geteerte Straße geht übergangslos in eine Schotterstraße über. Gut zu fahren ist sie, nur sehr staubig. In Waikaremoana, das eigentlich nur aus einem DOC- Campingplatz mit Shop besteht, finden wir die einzige Möglichkeit zum Einkaufen. Dann fahren wir nur noch ein paar Kilometer weiter zum DOC- Camp "Mikau", schön gelegen, direkt am See. Uns überrascht, wieviel hier los ist - das muß ein beliebtes Wochenendziel für die Kiwis sein!
Nachts wachen wir immer wieder auf wegen starker Windböen, die an unserem Zelt zerren. Gegen Morgen fängt es auch noch an zu regnen, und als wir aus dem Zelt schauen, ahnen wir es schon: Das hört heute nicht mehr auf, wir werden mal wieder naß. Schnell bauen wir ab und machen uns vom Acker - wir haben noch ca. 50 km Schotterstraße vor uns, die sich schnell in ein Schlammbad verwandeln könnte.
Die "Gravel road" ist sehr schmal - fast einspurig - und kurvig und führt durch Naturwald. Schön, trotz oder gerade wegen dem Regen und Dunst!
Es gibt hier einige Maori- Siedlungen. Die wunderschönen Pferde, die sie züchten, haben freien Auslauf - immer wieder begegnen wir einer Herde auf der Straße.
Wieder sind wir durchgefroren, und wir haben Schwimmhäute zwischen den Zehen. Unsere Goretex- Stiefel sind wohl nicht mehr wasserdicht! In Taupo nehmen wir eine Cabin und legen uns mal wieder trocken...

Regen und Vulkane
Taupo als Städtchen hat irgendwie nicht viel zu bieten, es gibt aber sogar ein paar Attraktionen, die kein Eintrittsgeld kosten - beispielsweise ein Wasserfall ind blubbernde Schlammlöcher. Nun ja, wir nutzen das Angebot nicht, sondern fahren am nächsten Tag den "Vulkan- Loop", eine Rundtour, bei der man alle drei Vulkanberge der Gegend zu sehen bekommt. Vorausgesetzt natürlich, das Wetter stimmt, und es ist nicht bewölkt. Morgens, als wir die Entscheidung treffen, diesen Loop zu fahren, ist noch strahlendblauer Himmel, beim Packen zieht es schon ein bisschen zu.
Immer wieder gibt es kurze Regengüsse, aber zwischendurch lugt auch wieder die Sonne hervor. Erst nach unserem Mittags- Picknick wird es richtig schlecht: Windböen, Regen und eine tiefe Wolkendecke. Kurz gesagt: Wir werden schon wieder richtig naß, frieren uns den Arsch ab (wir sind teilweise immerhin auf 1000 m Höhe) und fahren den Loop quasi umsonst - keinen einzigen Vulkan sehen wir, nicht mal ansatzweise....

Noch mehr Sehenswürdigkeiten, die wir nicht sehen
In Rotorua mieten wir wieder eine Cabin und heizen schön ein. Lange diskutieren wir, ob wir uns die Sehenswürdigkeiten Rotoruas gönnen wollen. Hier gibt es Geysire, brodelnde Schlammlöcher, siedende Pools. Das alles und eine Maori- Kulturvorstellung kosten 25,- NZD pro Nase, was eigentlich nicht viel ist. Für uns aber schon, zumal wir in letzter Zeit wegen des Regens viele ungeplante "Luxus- Übernachtungen" hatten.
Also gehtīs am nächsten Tag ohne Besichtigungstour weiter. Das Wetter ist unbeständig, aber nach Regen kommt immer wieder die Sonne zum Vorschein, und wir bleiben für dieses Mal trocken.
In Matamata fragen wir nach dem Film- Dorf "Hobbiton", das eigens für "Herr der Ringe" errichtet wurde. Das kann man besichtigen, aber aus keinem Prospekt, das wir bisher in den Händen hatten, geht hervor, was wir jetzt in der Touristinfo vor Ort erfahren: Nur mit einer geführten Tour, die 50,- NZD pro Person kostet, ist eine Besichtigung möglich! Die Tour dauert einen halben Tag, wir müssten unsere bepackten Motorräder irgendwo auf dr Straße stehenlassen. Ok, dankeschön, Auf Wiedersehen. Schade....
In Atheneree, einem kleinen Dorf in der Nähe von Waihi, gibt es einen Campingplatz mit eigenem "Hot Pool", einem Thermalbad. Dort nisten wir uns ein und gönnen unseren verspannten Gliedern ein Bad im heissen Mineralwasser.

Coromandel
Mit neuen Kräften gehtīs am folgenden Tag früh los. In Waihi halten wir, um einen kurzen Blick in den tiefen Krater am Ortsrand zu werfen - hier wird nach Gold gebuddelt. Wieder fahren wir eine tolle Strecke: Kurven, viel Wald und kurz vor Coromandel Town ein schöner "Lookout", ein Aussichtspunkt aufīs Meer.
Die Attraktionen auf dem Weg lassen wir wieder aus. In "Hot Water Beach" beispielsweise kann man sich bei Ebbe seinen eigenen Thermalpool am Strand graben. Uns läuft die Zeit ein bisschen davon, und außerdem soll es dort von Touristen nur so wimmeln, also fahren wir weiter. Ziel für uns ist Colville. Diese Ortschaft liegt am Ende der Teerstraße, und dort hoffen wir ein ruhiges Plätzchen zu finden. Tommy möchte an beiden Dakars die Kettensätze wechseln, die wir seit Nelson mit uns rumschleppen.
Am ersten Campingplatz werden wir freundlich abgewiesen - alles ausgebucht wegen einem Radrennen morgen. Auch der zweite Campingplatz ist voll, jetzt gibt es nur noch einen, wo wir fragen können. Auf dem Weg dorthin kommen wir an einer schönen Bucht vorbei, und da stehen ein paar Zelte, obwohl ein großes Schild darauf hinweist, daß Campen hier nicht erlaut ist. Kurze Zeit später steht auch unser Zelz dort.
Früh morgens werden wir von ankommenden Autos geweckt, und bald sind wir zugeparkt. Macht nichts, wir wollen heute ja sowieso hier bleiben. Das Wetter ist schön, und die Arbeit geht gut von der Hand: Um 11.00 Uhr sind beide Kettensätze gewechselt. Die alten haben 26.000 km gehalten! Sogar das vordere Ritzel, das uns anfangs so Kummer gemacht hatte, da wir es regelmäßig nach nur 7000 km erneuern mussten, machte dieses Mal mit - dank Motoröl statt dem Originalöl im Kettenschmiertank und Reinigung mit Silikonspray nach Dreckstraßen.
Das Mountainbike- Rennen muß ziemlich hart gewesen sein - die meisten kommen mit verpflasterten Knien oder humpelnd, aber zumindest mit verdreckten Klamotten, die von einem Sturz zeugen, zurück.

Auckland auf der Durchreise
Die Strecke entlang der Küste ist wunderschön. Anfangs macht uns ein heftiger Regenguss naß, dann plötzlich scheint wieder die Sonne.
Der Abstecher nach Auckland muß sein, denn wir wollen den Ölwechsel nicht länger vor uns herschieben. Öl würden wir natürlich überall bekommen, aber den original BMW- Ölfilter nur beim BMW- Händler.
Der Verkehr in Auckland ist schrecklich, selbst heute am Sonntag ist die Hölle los auf den Straßen. Den Campingplatz in Zentrumsnähe finden wir schnell. Als wir auf gut Glück bei Gerda und Alexander vorbeischauen, sind sie gerade von einer Motorradtour zurück. Eigentlich wollen wir nur kurz "Hallo" sagen, aber die zwei bestehen darauf, daß wir zum Abendessen bleiben. Der Abend ist sehr kurzweilig, es gibt viel zu erzählen und schon bald müssen wir uns wieder verabschieden - aber nur für eine Woche, denn dann kehren wir nach Auckland zurück, um die Dakars in die Kisten zu packen für den Frachter nach Los Angeles.
Um 10.00 Uhr Montag morgen stehen wir bei "BMW Motorcycle Experience" auf der Matte. Alexander sagte, wir sollen uns an Sebastian (auch ein Deutscher) wenden. Mit ihm hatte er in letzter Zeit viel zu tun - um für uns zwei gebrauchte original BMW- Transportboxen zu organisieren.
Wir fragen also Sebastian, ob er ein Plätzchen hat, wo wir den Ölwechsel machen können. In der Garage gegenüber ist genug Platz - er schiebt ein paar Motorräder auf die Seite.

Auf nach Norden
Um halb zwei mittags sind wir wieder unterwegs, Richtung Norden. Sobald wir aus Auckland sind, beruhigt sich der Verkehr. Bei Matakohe biegen wir ab - in Tinopai gibt es einen günstigen Campingplatz. Morgens gehtīs die gleiche Strecke zurück nach Matakohe. Dort halten wir, um das Kauri- Museum anzuschauen, aber die 24,-NZD Eintritt für uns beide investieren wir lieber in Souvenirs aus Kauriholz.
Ein Abstecher führt uns zu den Kai Iwi Lakes - Seen mit türkisblauem Wasser. Es gibt dort einen wunderschönen Campingplatz direkt am See, aber es ist erst Mittagszeit und so beschränken wir uns nur auf unser tägliches Mittags- Picknick.

Kauri- Bäume im Waipoua Forest
Ein einziges Kurvengeschlängel führt durch den Waipona Forest, der berühmt ist für seine großen, alten Kauri- Bäume. Der Wald ist einfach super: Dichter Urwald mit einheimischen Bäumen. Wir stoppen und parken unsere Bikes, um einen Riesenkauri mit dem Namen "Tane Mohuta", anzusehen. Der rund 2000 Jahre alte Gott der Wälder gilt als größter existierender Kauri im Land. Er ist 51,5 Meter hoch bei einem Stammumfang von 13,8 Meter! Die mächtigen, geradlinigen Stämme der Kauris heben ihre Krone weit über das Dach der deutlich kleineren Laubbäume heraus. Die Wurzeln der Kauris liegen nur wenige Zentimeter unter der Erdoberfläche. Um diese zu schützen, werden die Giganten im Waipoua Forest eingezäunt.
Einst überzogen Kauri- Wälder den ganzen Norden, diese wurden aber fast vollständig abgeholzt. Begehrt war auch das Harz der Kauris. Es diente als Rohstoff für Lacke und Polituren. Um den Bedarf zu decken, wurde die Rinde der Baumriesen angeritzt, so daß diese quasi ausbluteten und oft dabei eingingen.
Heute sind Kauri- Bäume streng geschützt. Das Holz, das für Souvenirs verarbeitet wird, ist "Swamp Kauri" (Sumpf- Kauri) - Holz von Baumstämmen die vor Jahrtausenden umstürzten und im sauren Boden konserviert wurden.

Cape Reinga
Viel zu schnell sind wir wieder aus diesem Wald, fahren eine Kurve und gleichzeitig über eine Kuppe - plötzlich ist die Sicht frei auf riesige Sanddünen. Der eine oder andere ist bei dieser Aussicht bestimmt schon mal geradeaus gefahren...
Kurz vor Whirinaki biegen wir rechts ab - ein Zeichen weist auf einen Campingplatz hin, den wir nach einem Kilometer Schotterstraße erreichen. Es ist ein sogenannter "Farm Stay", quasi Ferien auf dem Bauernhof. Die Aussicht hier oben ist traumhaft, es gibt frisches Gemüse und selbstgebackenes Brot zu kaufen.
Wir nehmen die Fähre von Rawene nach Rangiora - die Überfahrt dauert nur eine viertel Stunde. Dann gehtīs über ein wenig befahrenes Sträßchen nach Ahipara, dem südlichen Einstieg der Ninety Mile Beach. Dieser lange Sandstrand ist keine 90 Meilen lang, noch nicht einmal 90 km. Auf ihm kann man bei Ebbe bis nach Aranga Beach fahren. Wir lassenīs sein - es ist gerade Flut, und wir wollen den neuen Kettensätzen das gefräßige Salzwasser nicht zumuten.
Unser heutiges Ziel ist das Cape Reinga am nördlichen Zipfel der Nordinsel, wo die "Tasman Sea" auf den Pazifik trifft. In der Maori- Mythologie ist Cape Reinga ein heiliger Ort, von dem die Seelen der Verstorbenen ihre letzte Reise antreten.
Die letzten 20km zum Cape sind ungeteert. Trotzdem ist viel los - ganze Busladungen mit Touristen werden hierher gekarrt. Wir sind mit unseren schwer bepackten Motorrädern relativ langsam unterwegs, und der eine oder andere, der uns überholt meint, er müßte extra nochmal Gas geben, um uns schön einzustauben... Aber es lohnt sich, das Cape Reinga ist wunderschön!
Die gleiche Strecke gehtīs zurück, und wir machen einen Abstecher zu den riesigen Sanddünen in der Nähe von Te Paki. Dort kann man Surfbretter ausleihen, um die Sanddünen hinabzuschwingen. Nichts für uns, denn vorher muß man die Dünen mit dem Brett unterm Arm zu Fuß erklimmen. Nicht sehr spaßig in Motorradklamotten!
In der Bucht Rarawa Beach gibt es einen DOC- Campingplatz, dort schlagen wir unser Nachtlager auf. Wir lernen dort Christian und Wolfgang kennen, zwei nette bayrische Brüder, die sich zum Frühstück einen dicken Fisch aus dem Fluß angeln.
Bei Waipapakawi Beach fahren wir nur kurz für Fotos auf die Ninety Mile Beach, dann gehtīs weiter nach Awanui. Schon bei der Herfahrt ist uns der Laden "Ancient Kauri Kingdom" ins Auge gestochen, dieses Mal halten wir an. Es ist eine Firma, die wunderschöne Produkte aus "Swamp Kauri" herstellt und in den Austellungsräumen auch verkauft. Sehr sehenswert ist die Wendeltreppe, die in einen massiven Baumstamm geschnitzt wurde, und die in die obere Etage führt.

Die letzten Tage unterwegs in Neuseeland
Die Strecke an der Küste entlang gibt immer wieder den Blick frei auf wunderschöne, fast menschenleere Traumstrände. Wir suchen uns Matauri Bay aus, um dort zwei Tage zu bleiben: Wir baden das erste Mal, seit wir in Neuseeland sind, im Meer! Die Temperaturen sind angenhem - hier im Norden ist es immer ein paar Grad wärmer - ein schöner Spätsommer!
Den Abend verbringen wir mit Ivo aus der Schweiz - ein symphatischer junger Kerl.
Auf einem Hügel direkt über Matauri Bay, und vom Campingpplatz in ein paar Minuten zu Fuß zu erreichen, steht das "Rainbow Warrior" Mahnmal für das Greenpeace- Schiff, das am 15.7.1990 von französischen Geheimagenten gesprengt wurde. Das Schiff sank, und es kam ein Journalist dabei umīs Leben. Greenpeace hatte mit der Rainbow Warrior gegen Atomtests der Franzosen protestiert.

Zurück nach Auckland
Am nächsten Tag fahren wir wie meist nicht die Hauptroute über den Highway, sondern auf Nebenstraßen. Zunächst gehtīs Richtung Kerikeri, eine Fähre bringt uns in zehn Minuten von Opua nach Russell, dann fahren wir ein hübsches Küstensträßchen nach Whakapere und in Hikurangi biegen wir wieder Richtung Küste ab nach Whangarei. Unendlich viele Kurven fahren wir heute - unglaublich, es gibt kaum eine längere gerade Strecke. In Whangarei übernachten wir noch einmal in einer Cabin - ein kleiner Luxus am Ende unserer Neuseeland- Reise.
Wir lassen uns Zeit, nehmen wieder kleine Sträßchen und meiden den Highway. In Auckland angekommen, gehtīs direkt zu Gerda und Alex - den Weg kennen wir mittlerweile. Wir dürfen bei ihnen im Garten zelten - super!

Ab in die Kiste
Nachdem wir ein paar Preise verglichen haben, entscheiden wir uns für "Ryders", dem "Custom Broker", mit dem wir schon zu tun hatten, als wir unsere Motorräder von Australien nach Neuseeland verschifften. Die Verschiffung für beide Motorräder soll uns rund 1100,- NZD kosten zuzüglich 150,- NZD für das Erledigen des Zolls.
Wir geben also unsere Carnets, die Zollpapiere für unsere Motorräder, ab. Mark von Ryders will uns anrufen, sobald er weiß, ob wir unsere Kälbchen im Hafendepot verpacken dürfen.
Wir haben also Zeit und besuchen Bernd, der gerade dabei ist, seine BMW in die Kiste zu stecken. Er verschifft seine GS nach Dubai, um auf dem Landweg nach Deutschland zu fahren.
Wir wollen nicht warten bis wir den Anruf von Ryders bekommen - erfahrungsgemäß ruft Mark eher selten zurück...Und er hat tatsächlich schon Neuigkeiten, als wir ihn anrufen. Ja, wir dürfen im Depot unsere Motorräder einpacken - bis Freitag haben wir Zeit.
Corinna, die Tochter von Gerda und Alex, erklärt sich bereit, uns zu chauffieren und die Holzkisten vom BMW- Händler zum Depot zu bringen. Kurz vor 12.00 Uhr kommt sie von der Uni heim, und sofort fahren wir zusammen zur Anhänger- Verleihfirma. Fürīs erste Mal mit Anhänger unterwegs, fährt Corinna richtig gut und kurz vor Zwei sind wir beim Depot.
Bis um Fünf haben wir Zeit; wenn wir die Dakars bis dahin nicht in den Kisten haben, müssen wir die leere Boxen irgendwohin bringen - im Depot dürfen sie nicht bleiben. OK, also schnell zurück, Anhänger abgeben, auf die (zum Glück schon fertig bepackten) Motorräder und im Affenzahn zum Depot. 14.30 Uhr sind wir dort, und tatsächlich schaffenīs wir bis kurz nach Fünf! Gerda hatte angeboten, uns abzuholen - sie kommt gerade als wir fertig sind.
Eine "Begasung" der Holzkisten legt uns Martyn vom Depot nahe. Wer Holz nach USA einführt, ist verpflichtet, dieses mit Gas zu behandeln - wahrscheinlich um auszuschließen, daß Ungeziefer eingeführt wird. Wir gingen eigentlich davon aus, daß unsere Kisten, die ja urspünglich aus Deutschland kommen, begast sind. Sie wurden bestimmt auch begast, aber jetzt ist das Ausreiseland Neuseeland, also... Martyn erzählt uns, daß es in den USA wohl ein neues Gesetz gibt. Wenn etwas aus Holz dort unbegast ankommt, kann es sein, daß es dorthin zurückgeschickt wird, wo es herkommt. Und die Kosten dafür trägt selbstverständlich der, der nicht begast hat. Das wollen wir nicht riskieren und investieren lieber die 93,- NZD für die Begasung!
Wir rufen Ryders an, um herauszufinden, wann wir unsere Carnets wiederbekommen und die "Bill of Lading", unser Frachtpapier.
Da heutzutage Sicherheit groß geschrieben wird in den USA, bekommt Ryders erst kurz vor knapp die notwendigen Daten. Erst kurz bevor das Schiff beladen wird, werden die Container bestückt - das soll verhindern, daß jemand beispielsweise eine Bombe in einem Container versteckt, von dem er weiß, daß er in die USA geht. Das bedeutet für uns, daß wir - vielleicht - am Montag, an unserem Abflugstag, unsere Dokumente zurückbekommen! Hoffentlich klappt das alles....
Ein letztes Mal gehtīs für uns zu "BMW Motorcycle Experience": Carl Fogarty, ehemaliger Superbike- Weltmeister, ist für ein paar Stunden da und gibt Autogramme! Das wollen wir uns natürlich nicht entgehen lassen...
Gerda und Alex geben eine deutsche Party - es gibt Weißwürstchen, Leberkäse, Kartoffelsalat, Laugenbrezeln und Weizenbier! Sehr lecker! wir vermissen das gute deutsche Essen schon ab und zu... Eingeladen sind hauptsächlich Deutschstämmige und auch Bernd ist da. Ein sehr netter, lustiger Abend!

Abreisen ohne Dokumente
Alex leiht uns seine GS, damit wir zu Ryders fahren können. Der Zoll ist immer noch nicht erledigt, also heißt das Abreisen ohne unsere Carnets und ohne Bill of Lading... Sie wollen uns die Dokumente per Kurier nach LA nachschicken...

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