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Tommy & Rosa

Unser Reisetagebuch

Panama

 Guabito - David - Panama City

6. Dezember - 10. Dezember 2006

Gefahrene Kilometer: 729 km
Strecke: Guabito > Almirante > Punta Robalo > Chirqui Grande > Gualace > Chiriqui > #1 David, San Felix, Santiago, Penonome, Rio Hato, Panama City

Grenze Costa Rica- Panama
Der Platz an diesem kleinen Grenzübergang in Sixaola ist sehr begrenzt, LKW‘s und Busse werden immer gleich abgefertigt, damit sie den Weg nicht versperren, alle anderen müssen warten, so auch wir.
Es ist heiß und schwül, uns läuft nur so der Schweiß aus allen Poren. Die Grenzformalitäten sind einfach, ein paar Kopien machen nebenan, ein paar wenige Formulare ausfüllen, warten, bis die netten Zöllner die Papiere getippt haben. Rosa darf im klimatisierten Büro warten, Tommy hat‘s schwerer - er muss die Motorräder von einem Eck ins andere verfrachten, denn immer sind sie irgendwo im Weg. Er soll sie sogar noch mal auf die Brücke fahren, denn dort sind die Düsen der Desinfektionsanlage eingebaut. Da er aber entweder die Motorräder rückwärts auf die Brücke schieben oder den kompletten Weg über die Brücke noch mal hin und her fahren müsste, hat der Zöllner Erbarmen und stellt das Dokument auch ohne Desinfektion aus! Gerade hat Tommy die Mopeds wieder in eine andere Ecke gestellt, kommt ein Bus, hält direkt davor und alle steigen aus. Irgendjemand drückt sich an Rosa‘s Motorrad vorbei - und wirft es um! Der Kofferträger ist total verbogen, der Zusatzscheinwerfer springt aus der Halterung, die Birne ist kaputt und der Koffer hat mal wieder eine schöne Delle - toll... Noch mehr Schweiß fließt, bis der Kofferträger wieder halbwegs seine Form hat. Das Koffer- Ausbeulen macht hier kein Sinn, die ganzen Businsassen glotzen und stehen blöd im Weg rum- Mann, nervt das! Endlich sind unsere Papiere fertig, entgegen unsern Gewohnheiten kontrollieren wir dieses Mal nicht, ob die Daten stimmen. Kostenpunkt Grenze: Ganze 2,50 USD für den Beleg „Desinfektion“ und ein paar Kopien - ein echtes Schnäppchen!

Unterwegs in Panama
Den richtigen Weg zu finden Richtung David, unser heutiges Ziel, ist nicht einfach, Hinweisschilder gibt‘s keine. Aber die Menschen in Panama sind freundlich und hilfsbereit, sobald wir zögernd an einer Kreuzung anhalten, wird gleich in die richtige Richtung gezeigt - wir brauchen nicht mal fragen. Ein Mopedfahrer hat den gleichen Weg wie wir, er winkt uns, wir sollen ihm folgen. Dann endlich sind wir auf dem richtigen Weg - eine Traumstrasse! Sie windet sich in Kurven langsam in höhere Lagen - endlich werden die Temperaturen wieder angenehm! Es geht vorbei an kleinen, einfachen Hütten, die auf Stelzen stehen und deren Dächer mit Palmblättern bedeckt sind - hier leben indigene Völker, Ureinwohner. Auf der Passhöhe wollen wir anhalten, um die atemberaubende Sicht hinunter in die Ebene zu fotografieren - keine Chance, die extremen Windböen da oben würden uns samt den Motorrädern umwerfen. Kurz vor David erreichen wir wieder die Hauptverkehrsstrasse, die Panamerica und in David selbst finden wir ein Hotel für die Nacht. Dort schauen wir uns die Zolldokumente an und bemerken einige Fehler: Tommy heißt darauf Thomas Deutsch, die Fahrgestellnummern sind ebenfalls nicht richtig. Hoffentlich gibt das kein Ärger bei der Ausreise!
Um 7.00 Uhr sitzen wir auf den Motorrädern, wir wollen heute bis Panama City kommen. Anfangs ist die Strasse noch schmal und kurvig, dann wird sie vierspurig und gerade, das Land flacht ab. Immer wieder werden wir von Autos mit europäischem Kennzeichen überholt, die‘s alle sehr eilig haben - alle haben den gleichen Aufkleber „Aventura Panamericana“ drauf, es scheint eine organisierte Tour zu sein. Immer wieder überholen wir dann den einen oder anderen wieder: Die schnellen Autos sind ein gefundenes Fressen für die zahlreichen Polizeikontrollen... Eine BMW steht am Straßenrand, wir stoppen, um zu sehen, ob der Fahrer eventuell unsere Hilfe braucht. Giovanni aus Italien lebt seit Jahren in Costa Rica und fährt regelmäßig geschäftlich nach Panama City. Er bietet uns an, gemeinsam in die Stadt zu fahren, aber er ist sehr schnell unterwegs - zu schnell für uns. Sein Hotel in der Innenstadt kostet für ihn alleine 48,- USD, so haben wir schon eine Vorahnung, was auf uns zukommt. Aber wahrscheinlich werden wir uns eher am Flughafen Tocumen, der etwa 20 km außerhalb liegt, ein Hotel suchen, denn wir wollen uns und unsere Motorräder so schnell wie möglich nach Ecuador, Südamerika verfrachten!
An einer Mautstelle bezahlen wir 1,- USD für uns beide, kurz vor Panama City gibt es einen Abzweig, eine Strasse geht ins Zentrum von Panama City, die Autobahn führt weiter, auf dem Schild steht Arraijan- Panama... Keine Ahnung. Wir biegen nach Panama City ab, kurzentschlossen nehmen wir ein Hotelzimmer in Arraijan - es ist sehr heiß, und es war ein langer Fahrtag - dann geht‘s morgen eben in die Stadt. So haben wir auch Gelegenheit nach dem richtigen Weg zu fragen: Wenn wir ins Zentrum fahren, kommen wir auch zum Flughafen, aber natürlich dauert es länger. Dafür würden wir über die berühmte Brücke „Puente de las Américas“, die den Panama- Kanal überspannt, überqueren und ein bisschen von Panama City sehen. Die Autobahn überquert ebenfalls den Panama- Kanal. Die Brücke „Puente del Centenario“ ist recht neu, sie wurde 2004 erbaut. Dieser Weg ist bedeutend schneller, also entscheiden wir uns dafür. Zum Glück haben wir eine Beschreibung, wie wir zum Flughafen kommen, denn er ist nicht angeschrieben, und nach einer Stunde stehen wir bei Girag (N 09°05.252 W 79°22.361), der Firma, die unsere Motorräder nach Ecuador fliegen soll, vor der Tür.

Girag
Heute ist der 8. Dezember und Muttertag in Panama. Das heißt alle Mädels haben frei, und die Jungs, die da sind, können oder wollen nicht arbeiten. Mañana, morgen sollen wir wiederkommen. Wir fragen, ob morgen den ein Frachtflugzeug nach Quito, Ecuador gehen wird. Klaro, kein Problem. Ob wir unsere Packtaschen auf dem Motorrad lassen dürfen. Wir wissen nämlich, dass das normalerweise nicht erlaubt ist. Klaro, auch kein Problem, vielleicht 2,- Dollar Schmiergeld... Ist es auch sicher, dass die Motorräder morgen nach Quito unterwegs sein werden, wir wollen nämlich heute unseren Passagierflug buchen. Klaro...
Also gut, die 8km zurück zum Flughafen. Wir kaufen Tickets nach Quito, Kostenpunkt 413,- USD pro Person. Wir fragen, ob wir das Flugdatum ändern können. Ja, das geht, kostet bei diesen Tickets auch nicht extra.
Auf dem Herweg haben wir ein Hotel entdeckt, dort kommen wir unter, für 55,- USD die Nacht, ein Sonderpreis, normalerweise kostet das Zimmer in dem edlen Hotel 95,- USD. Nun haben wir Zeit unsere verschwitzten Klamotten zu waschen und unser Gepäck ordentlich vorzupacken für den Transport nach Quito.
Als wir am Morgen pünktlich bei Girag auftauchen, steht schon ein anderes Motorrad vor der Tür, eine KTM mit Nummernschild von Idaho. Die Besitzer, ein Pärchen mittleren Alters sitzen schon im Büro. Sie erzählen, dass sie mit Müh und Not einen Passagierflug nach Bogota, Kolumbien bekommen haben, den sie vor einer Woche telefonisch gebucht haben. Auch den Transport des Motorrads haben sie telefonisch reserviert!
Heute sind die Büro- Mädels wieder da, endlich geht was vorwärts! Eine von ihnen spricht sehr gut Englisch, sie kümmert sich auch gleich um uns. Heute ein Cargo- Flug nach Quito? Nein, das nächste Flugzeug geht am Mittwoch (heute ist Samstag)! Haben wir reserviert? Nein, antworten wir, das wussten wir nicht, dass das nötig ist. Tja, dann kann es sein, dass die Motorräder erst am Samstag fliegen, also in einer Woche... Wir überlegen nicht lange, als wir hören, dass unsere Motorräder morgen nach Bogota fliegen könnten. Also doch nach Kolumbien! Aber zuerst müssen wir versuchen, einen Passagierflug nach Bogota zu bekommen, und das wird wohl schwierig. Also fahren wir zum Flughafen, um nach einem Flug zu fragen. Obwohl täglich drei Flüge nach Bogota gehen, sind alle bis in den Januar ausgebucht! Es ist Weihnachtszeit, die Kolumbianer, die hier in Panama leben, fliegen alle heim, um ihre Familien zu besuchen... Mist!
Zurück zum Frachtflughafen ins Girag- Office. Also Quito, bleibt uns nichts anderes übrig. Die nette Angestellte verspricht uns, alles zu versuchen, dass unsere Motorräder am Mittwoch fliegen. Und wir können unsere Mopeds heute schon ins Warehouse bringen, dort dürfen sie ohne Aufpreis auf ihren Flug warten. So können wir selbst also morgen fliegen und in Quito warten, bis die Mopeds nachkommen.
Die Motorräder werden gewogen (Tommy‘s 288kg, Rosa‘s 277kg mit jeweils fast leerem Tank und nicht allem Gepäck, mal wieder interessant, wie viel Gewicht wir mit uns rumschleppen...), wir geben Reisepass, Einreisedokument Motorrad und Fahrzeugschein ab. Es geht recht hektisch im Büro zu, denn heute findet die Girag- Weihnachtsfeier statt. Der Chef kommt auch vorbei, sieht uns warten, macht ein bisschen Dampf, dass es schneller geht. Obwohl wir auf die Fehler in den Zolldokumenten hingewiesen haben, schreibt die Dame die Daten von diesem Dokument ab und nicht von unseren Kraftfahrzeugscheinen. Also noch mal von vorne...
Schließlich ist alles erledigt, wir bezahlen die 1500,- USD (!) für den Transport und bekommen die korrigierten Frachtpapiere in die Hand. Francisco, der Chef lädt uns ein zu der Weihnachtsfeier. Ja, gerne! Er wartet schon ungeduldig auf uns, wir müssen aber noch die Motorräder ins Warehouse bringen und den Zoll erledigen! Kein Problem, meint er. Wir sollen ihm hinterherfahren. Das Warehouse ist nur um die Ecke.
Dort heißt es, dass wir unsere Packtaschen nicht auf dem Motorrad lassen dürfen - strickte Vorschrift aus Bogota, wo die Motorräder zwischenlanden. Francisco ruft bei Girag in Kolumbien an - wir bekommen eine Ausnahme, die Taschen dürfen mitfliegen! Aber die Batterien müssen abgehängt werden, da gibt‘s keine Diskussion....
Ein letzter Blick auf unsere Kälble, bevor wir zu Francisco ins Auto steigen - hoffentlich sehen wir sie bald und wohlbehalten wieder!! Die Zollformalitäten sind ein Witz und werden aus dem Autofenster aus erledigt. Sie wollen die Papiere für‘s Motorrad gar nicht sehen und sind fast genervt, als wir einen Stempel in den Pass haben wollen.

Weihnachtsfeier bei Girag
Francisco erzählt uns auf der Fahrt zur Weihnachtsfeier, dass er das Gelände, wo die Party stattfindet, erst vor ein paar Monaten gekauft hat. Francisco ist Kolumbianer und will seinen Angestellten etwas bieten, was hier in Panama unüblich, aber in Kolumbien normal ist: Das Gelände hat er für seine 180 Angestellten gekauft, als Erholungsort für ‘s Wochenende oder für den Sommerurlaub! Die eingezäunte Wiese liegt 30 km außerhalb von Panama City an einem Fluss, gerade wird ein kleines Häusschen mit Bad und Küche fertiggestellt, es gibt eine offene mit Palmenblättern bedeckte Hütte und viel Platz zum Zelten!
Auch wir sind eingeladen, unser Zelt aufzustellen und über Nacht zu bleiben, denn die Party dauert zwei Tage, morgen ist ein kleiner Stierkampf geplant und ein Geschicklichkeitsturnier auf Pferden. Hört sich gut an, aber das Zelt ist auf dem Motorrad, wir haben unser Hotel schon bezahlt, außerdem wollen wir uns nicht die ganze Nacht um die Ohren schlagen. Die Weihnachtsfeier ist so ganz anders wie wir es von unseren Firmen- Weihnachtsfeiern her kennen. Der Chef rennt in kurzen Turnhosen rum, tanzt ausgelassen mit seiner Sekretärin. Die Angestellten bringen ihre ganze Familie mit von Oma bis Enkelkind, alles tanzt und lacht. Wir haben seit heute morgen nichts mehr gegessen und beobachten hungrig den Koch, der schon seit Stunden riesige Fleischbrocken auf dem Grill hin und her wendet. Als Sondergäste und Geschäftskunden sind wir die ersten, die das leckere Mahl vorgesetzt bekommen: Zarter Schweinebraten vom Grill, der auf der Zunge zergeht, Folienkartoffel, Schwarzwurzel und eine Kräutercreme - ein Gedicht!!! Später kommen Musiker, eine Handvoll Angestellter singen schnulzige Lieder, alles kreischt, lacht und tanzt.
Wir verabschieden uns von Francisco, seiner netten Familie und bedanken uns für das einmalige Erlebnis. Er will, dass wir wieder mal vorbeikommen - wir sollen unbedingt seine Heimat Kolumbien kennenlernen - das schönste Land der Erde, wie er sagt. Zurück zum Hotel fährt uns der Girag- Fahrer, der einzige neben dem Koch, der noch arbeiten muss. Wir sind froh, als wir endlich im Hotel ankommen, denn fahren kann der Fahrer nicht besonders gut...

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Übernachtungen in Panama:

Hotel Fiesta, David
Preis: 25,- USD
Wegbeschreibung: Ortsausgang Richtung Panama City Panamericana linke Seite
GPS- Wegpunkt: N 08°26.620 W 82°25.101

+ Parken vor Hoteleingang
+ sauber, relativ ruhig

 

Hotel Royal City, Arraijan
Preis: 20,- USD
Wegbeschreibung: Autobahn Richtung Panama Centro abbiegen, vor Ortseingang von Arraijan rechte Seite (Hinweis: Stundenhotel)
GPS- Wegpunkt: N 08°57.354 W 79°39.536

+ Parken vor Hoteleingang
+ sauber, ruhig, Klimaanlage

 

Hotel Riande Aeropuerto, Panama City
Preis: 55,- USD (Spezialpreis)
Wegbeschreibung/ Adresse: Liegt auf dem Weg zum Flughafen Tocumen
GPS- Wegpunkt: N 09°04.223 W 79°24.181

+ kostenloses Internet
+ sauber, Weststandard
+ Swimmingpool
+ kostenloser Transfer zum Flughafen

- Preis
- keine Einkaufsmoeglichkeit in der Naehe

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