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Tommy & Rosa

Unser Reisetagebuch

Russland - Teil 3

17. Juni - 10. Juli 2005

Gefahrene Kilometer: 3774 km
Strecke: Novosibirsk > Kireevsk (Bikefestival) > P 398 Tomsk > P 400 Mariinsk > M53 Krasnojarsk > Kansk > Irkutsk > P 418 Insel Olchon (Chuschir) > Irkutsk > M 55 Ulan- Ude > A 165 Kyachta > Mongolische Grenze

Abschied von Akademgorodok/ Novosibirsk
Alex, Carsten und Arno brechen Richtung Tomsk auf. Auch sie wollen zum Bikefestival. Für uns geht´s zunächst zum Bikeclub, denn wir wollen gemeinsam mit den Bikern zum Festival fahren. Dort verabschieden wir uns von Argoscha, dem netten Mechaniker von Andrej. Er kann nicht mit, weil zuviel Arbeit da ist. Er schenkt Tommy seine Motorradbrille zum Abschied, sie soll ihm auf der weiteren Reise Glück bringen. Auch Alek sagen wir Auf Wiedersehen. Alek hat seine eigene Werkstatt genau gegenüber von Andrej. Die beiden sind gute Freunde, und Alek verbringt seine Pausen immer im Bikeclub. Er spart schon lange auf eine Europareise mit einer Goldwing. Wer weiß, vielleicht besucht er uns eines Tages in Deutschland!
Mischa kann auch nicht mit. Er ist Student und kann sich noch kein Motorrad leisten. Er ist oft im Bikeclub und während wir da waren, war er fast ununterbrochen im Club. Er spricht gut englisch, und wir haben viele nette Stunden mit ihm und seinen Freunden verbracht. So fällt uns der Abschied recht schwer...

Bikefestival
Wir nehmen nicht die Hauptstraße Richtung Tomsk, sondern eine Nebenstrecke, denn dieser Weg ist kürzer. Birkenwälder wechseln sich mit sattgrünen Wiesen und Sumpfteichen ab. Wir ahnen es schon: Unser Mückenspray wird wieder zum Einsatz kommen! Und so ist es. Kaum angekommen, stürzen sich die Mosquitos gierig auf uns. Das Festivalgelände liegt direkt am Ob. Wir mieten uns zusammen mit Alex und Carsten eine einfache Blockhütte für 1000,- Rubel die Nacht. Wir werden vom "Professor" angesprochen, wie er genannt wird. Er ist ein russischer Traveller, der schon viel durch sein Land gereist ist. Er lädt uns ein zu Bier, Wodka und rohen Fisch - frisch aus dem Ob. Der Fisch war "schwanger", und so werden auch die Fischeier, gesalzen und gepfeffert, vertilgt. Etwas gewöhnungsbedürftig, aber der Wodka tötet die Geschmacksnerven für kurze Zeit ab.
Wir treffen viele bekannte Gesichter wieder, denn einige Biker, die wir in Slavgorod kennengelernt haben, sind auch nach Tomsk gekommen.
Mit einer Flasche Wodka im Gepäck klopfen wir ans Häusschen unserer Freunde aus Akademgorodok. Es wird ein super Abend mit "Chef" (Andrej), Fazer, Irina, Anton, Svenja und Sergej. Jeder von uns gibt einen kleinen Trinkspruch zum Besten, den Anton wahlweise ins Russische oder Englische übersetzt. Erst um 4.00 Uhr fallen wir müde ins Bett.
Am nächsten Morgen wachen wir mit Kopfweh auf. Erst spät können wir uns aufraffen aufzustehen, um den Festivalspielen zuzuschauen. Aber wir dürfen nicht nur zuschauen, sondern die Besucher aus "Germania" müssen bei den Spielen mitmachen: Reifenweitwerfen, Motorblockstemmen sind nur zwei von den vielen Disziplinen. Dieser Abend wird kurz für uns - wir flüchten irgendwann ins Häusschen, denn jeder will sich mit uns unterhalten, alle stellen dieselben Fragen. Wir freuen uns auf die nächsten Tage, wenn wir mal wieder alleine sein werden.

Betrunkener Besuch
Wir verabschieden uns von Alex und Carsten und verabreden unser nächstes Treffen am Baikalsee. Arno sagen wir ebenfalls Adieu - ob wir ihn nochmal wiedersehen ist ungewiss, obwohl er bis Vladivostok in etwa den gleichen Weg vor sich hat.
Die M 53 nach Krasnojarsk fährt sich gut, und ca. 130 km davor schlagen wir unser Zelt abseits der Straße auf. Die Mosquitos treiben uns bald ins Zelt. Wir hören ein Auto über den Feldweg holpern. Es fährt Richtung Fluß hinunter, aber der Fahrer muß uns entdeckt haben, denn er kehrt um. Es ist ein betrunkener Russe mit seiner Tussi, der lauthals schreiend irgendetwas von uns will. Irgendwann verstehen wir auch was: Er will Salz. Wir sagen, daß wir keines haben, und nach langen Minuten fährt er wieder weg Richtung Fluß. Tommys Vermutung, daß er uns noch einmal heimsuchen wird, bewahrheitet sich. Gerade eingeschlafen, werden wir vom Motorengeräusch geweckt. Gefährlich nahe an Motorrädern und Zelt parkt er sein Auto. Noch betrunkener als Stunden vorher schreit er dieses Mal nach etwas zu trinken. Wir teilen ihm mit, daß wir nichts haben - weder Wodka noch Bier. Er will, daß Tommy rauskommt und um dies zu erreichen, grapscht er an Rosa´s Motorrad rum. Tommy zieht sich in Windeseile an, aber dem Typ geht´s nicht schnell genug. Er wirft den Motor an, und steuert seine Schrottmühle langsam aber sicher auf unser Zelt zu. Er droht uns umzufahren!! Rosa sitzt wutschäumend im Zelt und beschimpft ihn mit den übelsten Schimpfwörtern, während Tommy, bewaffnet mit Messer und Pfefferspray, aus dem Zelt klettert und versucht den Besoffenen zu beschwichtigen. Das Einzige was wir noch zu trinken haben, ist eine Flasche Wasser, die Tommy ihm gibt. Und plötzlich ist Ruhe - der Typ gibt Tommy die Hand, umarmt ihn auch noch, steigt ins Auto und zieht von dannen! Noch lange hält Tommy Nachtwache, und auch Rosa schläft nicht mehr gut in dieser Nacht.

Krasnojarsk
Müde packen wir früh am nächsten Morgen unsere Sachen. Zum Frühstücken reicht uns die Zeit nicht mehr, denn es fängt an zu regnen. Krasnojarsk hat eine Umfahrung, aber wir fahren in die Stadt, denn wir müssen unbedingt Geld holen. Bald finden wir eine Bank, bei der man mit der EC- Karte Geld holen kann. Während Rosa zum Automaten geht, bleibt Tommy bei den Motorrädern. Wie immer wird er sofort umringt: Woher, wohin, wieviel Zylinder usw. Der Sicherheitschef der Bank sieht den Menschenauflauf und kommt raus. Mikail, so heißt er, ist selbst Motorradnarr. Er nimmt sich kurzerhand frei, um uns seine Motorradsammlung vorzuführen. Stolz zeigt er uns seine größten Schätze: Er hat eine BMW aus dem Rommel- Feldzug in zweijähriger mühevoller Handarbeit aufgebaut. Die unbrauchbaren Teile hat er eins zu eins kopiert und selbst angefertigt. Auch die perfekte Restaurierung der Zündapp "Grüner Elephant" hat zwei Jahre gedauert. Es ist alles dabei: Munitionskoffer, Maschinengewehr, Patronengürtel und Stahlhelm. Dann stehen da noch Oldtimer aus den 30er und 40er Jahren in Reih und Glied: Harley Davidson, BMW, Zündapp, NSU, um nur einige zu nennen. Mikail fragt, ob wir nicht über Nacht in der Stadt bleiben wollen. Er hat viele Motorradfreunde, die sich über unsere Bekanntschaft freuen würden. Er hat aber Verständnis, als wir ihm erklären, daß wir weiterwollen. Wir wollen unser nächstes Ziel, den Baikalsee, so schnell wie möglich errreichen.
Er schwingt sich auf seine blitzblank geputzte Kawasaki VN 1500, um uns trotz Regen an den Stadtrand zu führen.

Sturz
Ein paar Kilometer vor Kansk kommt ein Schild "Vorsicht Rutschgefahr" und Tempolimit 60 km/h. Wir gehen vom Gas, aber genau da, wo das Schild steht, beginnt auch die Rutschpartie. Der Straßenbelag wird hier erneuert, es wird flüssiger Teer auf die Straße gegossen. Wegen des starken Regens schwimmt ein öliger Film auf dem Asphalt, und es ist glatt wie Schmierseife. Kurz und gut: Rosa kann ihr Kälbchen nicht mehr halten. Das Vorderrad rutscht weg, das Motorrad landet zunächst auf der linken Seite, schleudert dann nach rechts und wirft Rosa ab. Es rutscht auf dem öligen Untergrund bis zum Seitenstreifen, Rosa hinterher. Zum Glück ist sie nicht eingeklemmt und kommt sofort wieder auf die Beine. Tommy braucht einige Zeit, bis er seine Dakar sicher von der glatten Straße bekommt und auf dem Seitenstreifen abstellen kann. Rosa versucht währenddessen vergeblich ihr Kälbchen wieder auf 2 Räder zu bekommen. Autos fahren vorbei, keiner reagiert und hilft! Wir richten "Purzel", wie wir Rosa´s Kälbchen später taufen werden, wieder auf und schauen nach Schäden bei Mensch und Maschine. Die RUKKA- Kleidung schützt perfekt: Keinen einzigen blauen Fleck trägt Rosa davon. Und die Motorradbekleidung ist nicht beschädigt, nur paniert: Zuerst flüssiger Teer, dann Dreck vom Seitenstreifen! Da Rosa die Ärmelweite nicht mit den vorgesehenen Druckknöpfen angepasst hat, hat es den Ärmel hochgezogen. Mit der blanken Haut über Teer und Dreck ist nicht so gut. Die Abschürfung ist schwarz vor Dreck und rot vor Blut. Froh, daß nicht mehr passiert ist, schmieren wir viel Jod drauf und verbinden die Wunde. Rosa heult, als sie ihr Kälbchen in Augenschein nimmt. Da Purzel auf beiden Seiten aufgeschlagen ist, sind beide Koffer verzogen und verkratzt. Und die rechte Tankhälfte trägt Spuren vom Schlittern auf dem Teer. Aber halb so schlimm - der Tank ist dicht, die Koffer lassen sich ausbeulen.

Kansk
Wir fahren noch bis Kansk und entscheiden uns für eine Gastiniza. Das Städtchen gefällt uns zwar irgendwie nicht, aber wir wollen auch nicht weiterfahren. Das Zimmer ist, wie so oft, nur mit kaltem Wasser ausgestattet. Nicht einmal eine Dusche gibt es, und die Toilette ist auf dem Gang. In der Nähe gibt es wohl einen bewachten Parkplatz, also bleiben wir. Die Dame von der Rezeption versucht uns gerade zu erklären, wie wir den Parkplatz finden, als sich ein Mann uns anbietet. Er will Tommy vorausfahren, um ihm den Weg zu zeigen. Der Parkplatz ist nicht weit, vielleicht 400 Meter. Trotzdem möchte der Mann Tommy zum Hotel zurückbringen. Erst im Auto bemerkt Tommy, daß der Typ wohl nicht ganz nüchtern ist - er fährt bei Rot über die Ampel, streift den Bordstein und labert Tommy auf Russisch voll. Rosa´s Motorrad steht noch vor dem Hotel, denn Rosa hat die Formalitäten im Hotel erledigt, während Tommy sein Motorrad zum Parkplatz brachte. Tommy fährt Rosa´s Dakar zum Parkplatz, und ungefragt kommt der Typ wieder mit und bringt Tommy zum Hotel zurück. Unterwegs fragt Tommy, ob er ihm für seine Hilfe etwas Geld geben kann. Da antwortet der, ja klar kostet das was, und zwar 30.000 Rubel. Tommy sagt, nein, das kann nicht sein! Der Typ antwortet, ach so, ich meinte doch 3.000 Rubel (ca. 85,- EUR). Und bei diesem Preis bleibt er auch. Tommy, angekommen im Hotel, geht zur Rezeptionsdame und zeigt ihr den Zettel, auf den der Typ den verlangten Betrag gekritzelt hatte. Dieser schnappt sich den Zettel, zerknüllt ihn und wirft ihn weg - die Dame soll davon nichts erfahren. Diese sagt uns, daß der Typ nichts mit dem Hotel zu tun hat. Wir müssen das schon selbst regeln. Wir sind total genervt. Tommy wollte aus Freundlichkeit dem Typen ein paar Rubel geben, obwohl dieser angeboten hatte, uns zu helfen. Und jetzt sollen wir ihm eine utopische Summe geben für die "Dienstleistung Taxi", die wir gar nicht bestellt hatten. Aber wir sind in Sorge um unsere Motorräder, denn Tommy vermutet, daß der Parkplatzwärter und der Typ Freunde sind. Und wenn wir das Geld nicht rausrücken, könnte mit unseren Motorrädern etwas passieren. Jetzt fällt uns auch auf, daß wir keinen Beleg auf dem Parkplatz erhalten haben!
Wir geben dem Typen keinen einzigen Rubel, sondern machen uns schnell Richtung Parkplatz auf. Wir lassen uns einen Beleg ausstellen, auf dem unsere Nummernschilder vermerkt sind, und Tommy photografiert unsere Motorräder von allen Seiten. Dem Parkplatzwächter erzählen wir von unserer Vermutung, daß der Typ uns Böses will und nachts vielleicht an unsere Motorräder geht. Er verspricht uns besonders gut aufzupassen und lehnt die angebotenen 30,- Rubel ab. Etwas beruhigter kehren wir ins Hotel zurück.
Die Motorräder stehen noch so da wie am Tag zuvor. Unser Parkplatzwächter hat in der Nacht wohl gebechert, denn er riecht nach Alkohol und ist wie verwandelt. In der Nacht hat es gestürmt und wie aus Kübeln geregnet. Freundlicherweise hat er unsere Dakars mit Planen abgedeckt, so erzählt er uns. Und der Typ sei auch ein paar Mal vorbeigefahren. Für seine Freundlichkeit will er plötzlich zusätzliches Geld. 40,- Rubel ist zwar nicht viel, aber wir haben kein Geld dabei - unser Gepäck ist noch im Hotel. Wir sagen, wir kommen zurück und bezahlen die 40,- Rubel. Doch zurück im Hotel packen wir schnell und treiben unsere Dakars aus der Stadt - wir haben genug von Menschen, die uns Geld aus der Tasche ziehen wollen!

Zeltplatzsuche
Nach Kansk beginnt die M 53 schlechter zu werden. Es gibt zwar noch neue Straßenabschnitte, die werden aber immer häufiger unterbrochen von schlaglochübersätem Asphalt und langen Abschnitten mit unbefestigter Piste. Trotzdem fahren wir an diesem Tag über 400 km. Wir müssen lange nach einem Zeltplatz suchen. Zum Einen sind die Wiesen sumpfig vom Regen, zum Anderen will uns kein Platz so richtig gefallen, denn immer kann man uns von der Straße aus sehen. Und wir wollen nicht noch einmal betrunkenen Besuch erleben...Endlich finden wir einen Platz und haben diese Nacht Ruhe.
Wir überqueren sanfte Hügel, und allmählich wandelt sich das Bild, denn nicht immer beherrschen Birken die Landschaft, sie wechseln sich mit ausgedehnten Nadelbaumwäldern ab. An diesem Tag fahren wir mehr als 600 km. Grund dafür ist, daß wir uns verfahren und keinen geeigneten Zeltplatz finden. Fix und fertig und mit den Nerven am Ende müssen wir gezwungener Maßen unser Zelt an Ort und Stelle aufstellen - Tommy´s Kupplungsug ist gerissen, und es ist schon halb 10 abends. Aber zum Glück können wir Tommy´s Dakar auf einem Trampelpfad in den Wald schieben - und finden dort ein ungestörtes, aber mückenverseuchtes Plätzchen.

Margoscha und Wojtek
Nach den letzten schlimmen Tagen haben wir nur noch eines im Sinn: Den Baikalsee! Wir wollen auf die Insel Olchon, dort die Motorräder warten, überflüssiges Gepäck aussortieren, und vor allem ausspannen und erholen! Und endlich mal wieder ausschlafen!!
Plötzlich winken uns zwei Gestalten am Straßenrand. Margoscha und Wojtek aus Polen sind mit ihrer BMW R 1150 GS ebenfalls auf dem Weg zur Insel Olchon! Sie haben sich eine 9- monatige Auszeit für ihre akribisch vorbereitete Weltreise genommen. Gerne schließen wir uns den beiden an, denn Wojtek war vor 3 Jahren schon einmal auf der Insel und kennt sich gut aus. Außerdem sprechen beide fast perfekt Russisch!
Die Straße ist gut und führt uns durch eine wunderschöne Berglandschaft. Dann aber wird die Straße zur Piste, die anfangs gut zu fahren ist. Später kommen immer wieder Baustellen. Dort wird Schotter aufgeschüttet, und der Weg ist teilweise schwierig zu fahren. Rosa weiß, daß tiefer Schotter wie Sand zu fahren ist: Nicht vom Gas gehen! Aber sie bekommt Angst vor einer Stelle, die mit dicken Steinen übersäht ist, will im tiefen Schotter anhalten und kippt um...Nichts passiert, außer daß das Selbstvertrauen angeknackst ist und der Koffer noch mehr verbeult. Die Pechsträhne will einfach nicht enden, denn bei einem Stop fährt Rosa zu nah an Tommy vorbei, bleibt an Tommys Koffer hängen und kippt wieder um...Wir sind wirklich reif für die Insel!

Angekommen
Die kostenlose Fähre "Doroschnik" bringt uns in etwa 20 min auf die knapp 2 km entfernte Insel. Mit 70 km Länge ist Olchon die einzige von Menschen bewohnte Insel im Baikalsee. Der Baikal ist über 700 km lang und mit 1620 Meter der tiefste See der Welt. Wir fahren über die meist gute Piste nach Chuschir. Dort quartieren wir uns bei Swetjana für 300,- Rubel pro Tag ein. Sie hat, wie viele andere Dorfbewohner auch, eine "Turbasa", sie vermietet Zimmer an Touristen. Froh, endlich angekommen zu sein, fällt plötzlich der ganze Streß der letzten Tage von uns ab - den Rest erledigt die Banja am späten Abend. Wir sitzen in dieser Nacht noch lange mit Wojtek und Margoscha am Feuer und erzählen uns unsere Erlebnisse.
Am nächsten Tag machen wir einen Ausflug an den Nordzipfel der Insel. Unser Gastgeber "Kola" hat einen UAS, ein Allradbus, der auch die sandigsten und steilsten Pisten problemlos meistert. Der Tag ist einfach traumhaft - die Landschaft ist atemberaubend und wir können uns kaum sattsehen. Es gibt auf Olchon eine Reihe von Orten, denen im Volksglauben besondere Kräfte zugesprochen werden. Es ist Tradition, dort etwas zu hinterlassen. Entweder Münzen, Zigaretten, ein Ring oder man bindet beispielsweise ein Stück Tuch an den Pfahl oder Baum.
Mittags machen wir Rast und es gibt "Omul" (Fisch aus dem Baikal) am Spieß vom Lagerfeuer, Tomaten, Gurken, Kartoffelküchlein und Tee dazu.
Kinder kommen im rasenden Galopp angeritten. Sie bieten uns für ein paar Rubel ihre Pferde für eine kleine Runde an. Natürlich lassen wir uns nicht zweimal bitten!
Wojtek und Margoscha reisen am nächsten Tag schon wieder ab. Ihr straffer Zeitplan erlaubt ihnen keinen längeren Aufenthalt. Sie versprechen uns, eine vorbereitete SMS an Alex und Carsten zu senden, denn hier auf der Insel gibt es keinen Handyempfang. Dies ist aber nicht nötig, denn die beiden sind auf dem Weg hierher und begegnen Wojtek und Margoscha. So wissen sie, wo wir sind und finden uns problemlos! Die Tage vergehen schnell, an einem Tag misten wir unser Gepäck aus, Tommy schaut die Motorräder durch und beult Rosas Koffer aus, der nächste Tag ist reserviert für Tagebuch schreiben... Es tut gut, mal richtig Zeit zu haben, Abhängen ist angesagt!
Bei Swetwana ist ganz schön was los. Eine Reisegruppe aus Deutschland ist angekommen. Mit ihnen verbringen wir einen netten Abend. Wir dürfen ihnen unsere CD´s mit Fotos nach Deutschland mitgeben.

Familie Klapproth
Swetwana leiht uns "Sterneflüstern" aus, das Buch zum ZDF- Film, der vor zwei Jahren auf der Insel gedreht wurde. Damals waren zwei deutsche Familien für 5 Monate auf Olchon, um genau so zu leben, wie es die Einheimischen hier tun. Das Kamera- Team war bei Swetwana untergebracht. Und wen treffen wir auf der Insel ein paar Tage später? Familie Klapproth, bestehend aus Réne, Kerstin, Jenny und zwei Hunden, ist eine der Familien, die damals auf der Insel waren! Sie kehren das erste Mal seither wieder zurück. Dieses Mal haben sie selbst eine Filmkamera dabei, denn sie möchten ihren eigenen Film drehen, um den Menschen in Deutschland das wahre Leben auf Olchon und in Russland zu zeigen. In den meisten Filmen wird ihrer Meinung nach ein falsches Bild gezeigt. Die Filme und Dokumentationen stellen das dar, was die Menschen in Deutschland erwarten: Ein rückständiges Russland, wo Kriminalität und Korruption vorherrscht. Auch wir hatten ein anderes Bild und sind jetzt positiv überrascht. Die meisten Menschen sind überaus liebenswürdig und freundlich. Wenn wir Aggressivität kennengelernt haben, dann war meist Alkohol im Spiel. Daß man auf seine Siebensachen aufpassen muß, ist auch in Deutschland nicht anders. Und was wir auch nicht erwartet hätten: Hier, auch in Sibirien, bekommt man alles zu kaufen, was man benötigt.
Die Klapproths sind tagsüber in Chuschir, abends fahren sie an einen abgelegenen Platz. Die ersten Nächte parkten sie ihren IFA L60 noch im Dorf, aber eines Nachts hat jemand versucht, ihren Anhänger zu plündern. Sie laden uns zu ihrem Nachtlager ein. Alex und Carsten stellen dort für ein paar Tage ihr Zelt auf, wir bleiben noch in Chuschir, machen an einem Abend aber einen Spaziergang zum Camp. Dort werden wir mit allerlei Köstlichkeiten empfangen: Würstchen vom Grill, Bier, Wein, Sekt und Wodka. Es wird ein sehr schöner Abend, obwohl zu unserer Überraschung ein Film- Team da ist, das einen Film für den MDR dreht. Es ist ein komisches Gefühl, immer wieder die Kamera auf sich gerichtet zu sehen. Und wir werden mal wieder interviewt...
Am nächsten Tag bringen wir den Klapproths unsere zwei Pakete, die sie freundlicherweise nach Deutschland mitnehmen. Wir haben viel aussortiert, beispielsweise Socken, Unterwäsche, Pullis (Wir haben festgestellt, daß man unterwegs mit sehr wenig Bekleidung auskommt, denn man hat meist dieselben Sachen an.), die Sommerschlafsäcke (wir haben sie zwar oft genutzt, aber sie sind entbehrlich), Motorrad- Regenzeug (absolut entbehrlich, denn unsere RUKKA- Klamotten sind wasserdicht), Russland- Reiseführer (Inhalt ist im Kopf abgespeichert) und die vielen Geschenke, die wir unterwegs bekommen haben. Erleichtert von einigem Gepäck kann Rosa endlich die ungeliebten und unpraktischen Packtaschen wegwerfen. Und Tommy bringt seine Kunststoffbehälter jetzt auf den Kofferdeckeln an.
Wir erfahren, daß jemand auf der Insel einen Internetanschluß hat! Wir klopfen bei Gregorij an, um zu fragen, ob wir bei ihm unsere Webseite aktualisieren können. Klar dürfen wir das, bekommen wir in perfektem Deutsch zu hören. Gregorij hat in Irkutsk deutsch und englisch studiert und arbeitet auf der Insel als Fremdenführer bei Nikita. Von ihm erfahren wir auch, wann die neue Stromversorgung auf Olchon in Betrieb kommt: Im August diesen Jahres wird sie feierlichst eingeweiht. Bisher wurde Strom durch Notstromaggregate erzeugt, und war deshalb nicht ganztägig verfügbar. Er erzählt uns auch, daß fast der gesamte Küstenstreifen der Insel an einen Moskauer Investor verkauft wurde, der hier Hotelanlagen bauen will. Das bringt sicherlich einen wirtschaftlichen Aufschwung für die Insel, aber die Natur und sicher auch die Bewohner werden darunter leiden.

Camping auf Olchon
In den letzten Tagen auf der Insel wollen wir Natur pur erleben. Daher verabschieden wir uns von Swetwana und fahren in den Süden der Insel, denn dort gibt es viele schöne Sandbuchten. Wir geniessen das kalte, klare Wasser des Baikalsees, schwimmen, waschen uns und unsere Kleidung darin. Die Qualität des Baikalwassers ist so gut, daß man es bedenkenlos und ohne Abkochen trinken kann!
Endlich haben wir auch Gelegenheit, die kleinen Murmeltierchen vor die Linse zu bekommen. Tommy vergnügt sich stundenlang damit, sie zu beobachten, und Fotos zu schießen.
Nachts um 12.00 Uhr werden wir von Motorengeräusch geweckt- mehrere Familien haben sich den gleichen Platz zum Campen ausgesucht wie wir. Schade, wir wollten eigentlich mal wieder unsere Ruhe haben.
Am nächsten Tag stellen sie sich vor, sie sind aus Moskau und Irkutsk und verbringen hier ihr freies Wochenende. Sie haben ein Boot und Netze dabei zum Fischen, reichlich Wodka und Wein, und die Frauen zaubern köstliche Mahlzeiten. Wir sind immer eingeladen! Sascha will, daß wir ihn in Irkutsk besuchen. Wir können bei ihm schlafen, und er hat eine Garage für unsere Motorräder. Wir schlagen ein, denn in Irkutsk wollen wir die Visa für die Mongolei besorgen. Seine Frau ist zuhause geblieben, und als wir fragen, ob sie nichts dagegen hat, daß wir kommen, sagt Sascha nur "Kein Problem". Wir verabschieden uns, denn wir wollen nicht erst um 18.00 Uhr losfahren. Es sind über 200 km bis Irkutsk und viel unbefestigte Straßen. Sascha schreibt uns seine Handy- Nummer und seine Adresse auf - wir sollen ihm anrufen, wenn wir in Irkutsk sind.
Während wir auf die Fähre warten, spricht uns eine Familie an. Sie sind aus Ulan- Bator in der Mongolei und haben ihren Urlaub auf Olchon verbracht. Als sie hören, daß wir auch bald auf dem Weg in die Mongolei sein werden, schreiben sie uns ihre Adresse auf - wir sind herzlich eingeladen sie zu besuchen!!

Wieder Sturz
Bald nachdem wir die Fähre verlassen haben und wir wieder auf dem Festland sind, passiert es. Tommy kommt von der Straße ab, weil er im tiefen Sand ins Schleudern kommt. Es treibt ihn diagonal die Böschung hinunter und er wäre ohne Sturz zum Halten gekommen, wenn da nicht ein Baumstumpf im Weg gewesen wäre. Der reißt das Kälbchen um, denn eine Tankhälfte und Koffer bleiben daran hängen. Rechts ist ein Zaun, und um zu vermeiden, daß er darin landet, wehrt Tommy mit seiner Hand ab. Die Dakar schlägt auf der linken Seite in den Boden ein. Es ist alles verbogen und verzogen, der Tank hat ein 2cm großes Loch und dem Koffer hat es den Boden fast komplett rausgerissen. Tommys rechte Hand blutet ein bisschen, aber er ist ok. Auch das noch: Rosa lässt vor Schreck ihre Maschine fallen, aber Purzel fällt weich im Sand. Wir flicken in einer Stunde Tommy´s Motorrad notdürftig zusammen. Rosa´s Dakar steht inzwischen wieder, allerdings etwas zu aufrecht. Ein vorbeifahrender LKW erzeugt einen Windstoß, der Rosa´s Dakar umwirft. "Purzel" hat sich seinen Namen redlich verdient... Nervlich angeknackst fahren wir weiter Richtung Irkutsk. Die Herfahrt ist schon bald zwei Wochen her, und es hat sich seither viel getan. Ein Stück, das hinzu´s noch üble Schotterstraße war, ist jetzt geteert. Bis nächstes Jahr wird die Straße zur Insel Olchon wohl durchgängig auf Asphalt zu fahren sein.

Irkutsk
In Irkutsk angekommen, suchen wir Sascha´s Adresse und werden auch nach mehrmaligem Fragen fündig. Tommy bewacht die Motorräder, und Rosa klopft an die Tür. Sascha´s Frau Ira will zunächst nicht aufmachen, denn sie weiß gar nichts von uns. Sascha hat wohl versäumt, ihr anzurufen. Sie kann weder englisch noch deutsch, und Rosa hat das Wörterbuch vergessen. So ist es schwierig sich zu vertändigen. Rosa sieht die kleine Wohnung - hier ist eigentlich nicht genug Platz für uns, und wir wollen uns nicht einfach so einquartieren. Und Sascha ist telefonisch nicht zu erreichen. Also "Doswidanje" - Auf Wiedersehen. Wir fahren den Weg zurück und halten an einer Tankstelle, um uns zu beraten. Es ist schon nach 21.00 Uhr, und wir können nicht weiter. Wir werden von Max angesprochen, der die Autowaschanlage betreut. Wir erklären ihm, daß wir einen Schlafplatz in Irkutsk suchen, und jemanden brauchen, der uns bei der Reparatur von Tommy´s Maschine behilflich sein kann.

Oxana
Oxana hat die Unterhaltung verfolgt und möchte uns helfen. Wir fahren gemeinsam zu einer Bekannten von ihr - eine Deutschlehrerin! Diese sagt uns, wir hätten "Schwein gehabt", als wir Oxana trafen, denn sie hat ein großes Haus, wo wir schlafen dürfen! Und wir haben wirklich Glück: Sie tischt uns Essen auf, richtet uns das Schlafsofa her und macht einen Termin für den nächsten Morgen mit dem Bikeclub- Präsidenten von Irkutsk aus - er wird uns mit Tommy´s Dakar helfen!
Punkt 10, wie verabredet, steht Stas, der Präsident des Bike- Clubs, parat. Wir fahren zu seiner Auto- Werkstatt. Dort baut Tommy Tank und Koffer ab und gemeinsam mit Stas richtet er die verbogenen Halterung des Tanks. Koffer ausbeulen und abdichten, Tank reparieren, alles kein Problem. Er ruft an, wenn alles fertig ist. 100,- USD soll es kosten. Schon nach zwei Stunden gibt er Bescheid. Wir können vorbeikommen, es ist alles repariert. Wir sind gespannt auf das Ergebnis und sind wirklich zufrieden: Der Koffer hat wieder seine ursprüngliche Form, der Boden ist nun mit Nieten befestigt und zusätzlich abgedichtet. Das Loch im Tank wurde mit etwas Teerähnlichem geflickt.
Oxana verwöhnt uns: Sie kutschiert uns überall hin und kocht uns leckere Sachen. Und wir können solange bleiben, bis wir alles erledigt haben: Reifen wechseln (jetzt kommen endlich die TKC 80 zum Einsatz), Visa für die Mongolei besorgen und Webseite aktualisieren. Max hat zwei Tage frei, und er bringt uns zur mongolischen Botschaft. Das Visa kostet für uns beide knapp 100,- EUR, wenn wir es am nächsten Tag abholen. Für eine Eilbearbeitung am gleichen Tag müssten wir das Doppelte bezahlen. Die nette Dame erinnert uns an das Naadam- Fest in der Mongolei. Es sind drei Feiertage (11.07. - 13.07.), an denen die Grenze geschlossen ist. Wir möchten vorher einreisen, um bei den Festlichkeiten in Ulan- Bator zu sein. Danach treffen wir uns mit Alex, Carsten und Ochir. Ochir stammt aus der Mongolei, er studiert aber in Deutschland. Er fliegt in die Mongolei, um seine Familie zu besuchen und uns seine Heimat zu zeigen!
Abends geht´s nach Listvyanka an den Baikalsee. Hier ist alles sehr touristisch, es gibt viele Hotels, einen Souvenirmarkt und Stände mit frisch geräuchertem Omul. Die frische Brise vom See tut gut, denn momentan ist es sehr heiß in Sibirien. Danach möchte Max uns unbedingt seine Wohnung zeigen. Es gibt leckere Garnelen und unser Lieblingsbier "Talstjak".

Abschied
Es wird Zeit Abschied zu nehmen. Gerne wären wir länger geblieben, denn Oxana und ihre Tochter Katja sind uns sehr ans Herz gewachsen. Die beiden wollen uns auch nicht gehen lassen. Um 10.00 Uhr kommt die Deutschlehrerin mit einer Journalistin. Sie will noch kurz ein Interview für die Irkutsker Zeitung. Danach fahren wir alle zu Max´Arbeitsstelle. Dort hält plötzlich ein Auto neben uns. Es ist Sascha, der uns eingeladen hatte, und dessen Frau nichts davon wußte... Er war sehr enttäuscht, daß es nicht geklappt hatte, und freut sich jetzt um so mehr, daß er uns noch einmal sieht. Er gibt uns eine Flasche Wodka, Speck und Brot mit. Wir sollen uns noch richtig von unserer Gastfamilie verabschieden. Mit ihnen fahren wir an den Stadtrand und halten an einem Rastplatz. Wir leeren die Flasche Wodka mit Trinksprüchen auf unsere Freundschaft. Die Deutschlehrerin, eine Buriatin, segnet uns und unsere Motorräder nach altem buriatischen Brauch. Kein Auge bleibt trocken, als wir uns endlich schweren Herzens losreißen können. Wir werden diese Menschen nie vergessen und sicherlich irgendwann wiedersehen.

Ulan- Ude
Die knapp 500 km lange Strecke von Irkutsk nach Ulan- Ude schmeichelt mit vielen Kurven und schönen Ausblicken. In diesem Gebiet werden Erdbeeren angebaut, und am Straßenrand gibt es sie überall zu kaufen. Da wir aber erst um 12.00 Uhr losgekommen sind, möchten wir nicht anhalten. Die Straße ist meist gut, nur manchmal werden wir durch Schlaglöcher oder Baustellen mit dickem Rollsplittbelag gebremst. Und auch das Wetter spielt mit, ab und zu erfrischt uns eine kühle Brise, wenn wir nah genug am Baikalsee vorbeifahren.
Alex und Carsten sind schon in der Stadt. Sie kümmern sich um eine Unterkunft für uns und schicken Irina, eine perfekt deutsch sprechende Russin, an einen verabredeten Platz. Sie zeigt uns den Weg. Wir kommen bei einer Familie unter, die Zimmer für 300,- Rubel pro Person mit Vollpension anbietet. Die Motorräder stellen wir wie immer auf einen bewachten Parkplatz ab. Den nächsten Tag verbringen wir noch in Ulan- Ude. Wir treffen uns mit Alex und Carsten, bummeln durch die Fußgängerzone und gehen ein Bierchen trinken. Ulan- Ude ist so ganz anders als die bisherigen russischen Städte, die wir kennengelernt haben. Schon wegen der Fußgängerzone wirkt das Städtchen europäisch auf uns, es ist alles gepflegt und sauber.

Mongolische Grenze
So gut es uns in Ulan- Ude gefällt - es zieht uns weiter und fahren deshalb am nächsten Morgen los. Bald nach Ulan- Ude fühlen wir uns der Mongolei schon nah, denn die Landschaft ändert sich langsam, Grassteppen überziehen die Berge. Die Luft flimmert vor Hitze und wir ziehen Spuren in den aufgeweichten Asphalt. Bald erreichen wir die mongolische Grenze, und werden von einem langen Stau erwartet. Wir stellen uns brav hintenan, da kommt ein Mongole und nimmt Tommy am Arm. Er zeigt uns die Warteschlange für Nicht- Mongolen, ein separater Grenzübergang, an dem weit weniger Autos warten. In brütender Hitze ohne Schatten haben wir trotzdem genug Zeit zu beobachten, wie gründlich die russischen Zöllner das Gepäck auseinander nehmen.
Endlich sind wir an der Reihe. Unser Zöllner kann Englisch, und er hilft uns die Ausreisedeklaration, die wir in zweifacher Ausfertigung abgeben müssen, auszufüllen. Er ist gnädig zu uns und schaut nur oberflächlich in jeden Koffer. Wir müssen diese weder auspacken, noch will er in die Gepäckrollen sehen. Puh, nach 2,5 Stunden inkl. Wartezeit ist es geschafft! Da war die Einreise aber um einiges nerviger, langwieriger und schwieriger.
Am mongolischen Zoll werden wir noch freundlicher empfangen. Eine dicke geschäftstüchtige Dame vom Zoll füllt für uns die Formulare für die Versicherungs- Police aus und will 30,- Rubel, knapp 1,- EUR dafür. Wir bezahlen die 1000,- Rubel für die Motorradversicherung und werden zum nächsten Häusschen geschickt. Die Dame dort füllt die notwendigen Formulare ebenfalls für uns aus und schickt uns wieder weiter. Ein sehr freundlicher mongolischer Zöllner begleitet uns ins Office, wo die letzten Formalitäten erledigt werden. Dann zurück, noch ein Stempelchen abholen, und wir dürfen in die Mongolei einreisen, das Gepäck will keiner sehen! Während der ganzen Prozedur, die vielleicht 45 Minuten dauert und sehr entspannt abläuft, da immer jemand an unserer Seite ist und uns sagt, was zu tun ist, spricht uns Enkhee an. Er spricht sehr gut deutsch, da er jahrelang in Deutschland gelebt hat. Jetzt kommt er gerade von einem Kick- Boxing- Kongreß, der irgendwo in Russland stattfand. Er gibt uns seine Handy- Nummer. Wir sollen ihm anrufen, wenn wir Hilfe in Ulan- Bator, seine Heimatstadt, benötigen sollten. Er verabschiedet uns mit den Worten: "Freut Euch auf die Mongolei, es ist viel unbürokratischer als in Russland!"

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