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Tommy & Rosa

Unser Reisetagebuch

USA - Teil 1

Los Angeles - Joshua Tree Nationalpark - Death Valley - Las Vegas - Grand Canyon

6. April 2006 - 12. Mai 2006

Gefahrene Kilometer: 3800 km
Strecke: Los Angeles > San Bernardino Forest > 138 Silverwood Lake > 18 Lake Arrowhead > Big Bear Lake > 38 Yucipa > Cherry Valley > 62 Joshua Tree Nationalpark > Twentynine Palms > 247/ 18 Apple Valley > 14 Mojave > Valley Wells > 190 Stovepipe Point (Death Valley Nationalpark) > Furnace Creek > Las Vegas > Red Rock Canyon > Boulder Beach (Lake Mead) > 93 Kingman > Route 66 Seligman > 40 Williams > Flagstaff > 180/ 64 Grand Canyon > Desert View > Cameron > 89/ 160 Tuba City

Ankunft in Los Angeles
Es ist seltsam, die Datumsgrenze rückwärts zu überqueren. Das Flugzeug startet am 6. April um 23.20 Uhr und landet zehn Stunden später am 6. April um 15.20 Uhr. Die Zollformalitäten gehen reibungslos und zügig über die Bühne - obwohl von jedem Fingerabdrücke genommen werden und das Gesicht fotografiert wird. Wir haben, so wie bei der Einreise nach Australien und Neuseeland kein Visa - wir kommen als EU- Bürger mit dem sogenannten Waiver- Programm, bei dem nur der Reisepaß gestempelt wird, ins Land. Das heißt aber auch, daß wir nicht länger als drei Monate in den USA bleiben dürfen! Das könnte zuwenig sein, denn Kanada, Alaska und sogar Mexiko soll in den drei Monaten inbegriffen sein. So versuchen wir das, was bei anderen Reisenden auch schon geklappt hat: Dummstellen and der Grenze zurück in die USA und nach drei weiteren Monaten fragen... Mal sehen, obīs klappt... Aber bis dahin ist noch lange hin - zuerst müssen unsere Dakars heil hier ankommen!
Nur ein paar Stunden haben wir im Flugzeug geschlafen, dementsprechend müde kommen wir an. Aber glücklicherweise wissen wir, wohin - Toddy, den wir in Te Anau/ Neuseeland besucht hatten, gab uns die Adresse von Harry und Susan, und die beiden haben uns für die erste Zeit zu sich nachhause eingeladen! Sie wohnen in Hollywood Hills, und der einfachste Weg dorthin zu kommen, ist ein Shuttle- Bus. Es dauert fast zwei Stunden, bis wir da sind - der Feierabendverkehr hat die Straßen komplett verstopft! Unvorstellbar, hier täglich drinzustecken...

Harry und Susan
Die Lage ist traumhaft - Harry und Susan haben ihr Häusschen oben auf dem Berg, mit Sicht auf das berühmte Hollywood- Zeichen und hinab nach Los Angeles.
Die zwei sind sehr nett und unkompliziert - von Anfang an ist klar, daß sie uns vor dem Wochenende "rausschmeißen" werden, denn ein Freund und Fernseh- Produzent kommt gemeinsam mit einem berühmten Chef- Koch - sie wollen in Susanīs Küche für eine geplante Koch- Sendung probekochen!
Aber bis dahin vergehen noch drei Tage, in denen wir von den beiden verwöhnt werden - mit leckerem Essen, haufenweise Kartenmaterial, Software, 24 Stunden- Internetzugang usw. Harry bietet uns sogar eines seiner Motorräder an, damit wir uns die Gegend anschauen können - zur Auswahl stehen eine Ducati Monster, eine BMW 1150 GS und ein BMW Tourenmaschine. Klar, wir nehmen die GS!!
Zeit haben wir genügend, denn ohne das Frachtpapier "Bill of Lading", das wir immer noch nicht haben, gibt es für uns keine Möglichkeit die Dakars wiederzubekommen. Aber noch schaukeln sie sowieso auf dem Ozean... Und Alex in Auckland tut alles, damit wir endlich das wichtige Papier bekommen.

Hollywood, Beverly Hills und Sunset Boulevard
Wir fahren zum Hollywood Boulevard, um uns schon mal ein bisschen umzusehen. Da es nicht weit ist von Harry und Susan, wollen wir aber lieber mal zu Fuß hin. So bleibtīs für dieses Mal nur bei ein paar Fotos, dann nehmen wir die Parallelstraße, die nach Beverly Hills und dann zum Meer führt - es ist der Sunset Boulevard! Die Häuser werden immer schöner und größer - hier wohnen die Schönen, Berühmtheiten und Reichen. Am Straßenrand stehen Schilder " Star Maps". Man kann doch tatsächlich Straßenkarten kaufen, in denen die Häuser der Stars eingezeichnet sind...
Über eine überraschend ruhig und kurvige Strecke über einen kleinen Bergpass gehtīs wieder zurück - ein sehr schöner Ausflug!
Am nächsten Tag spazieren wir wie geplant über den Hollywood- Boulevard. Es gibt viel zu sehen - schräge Typen, die auf der Straße verewigten Stars, imposante Kino- Gebäude, verkleidete Menschen, mit denen man sich gegen Geld fotografieren lassen kann. Der Hunger treibt uns in eine Pizzeria. Hier lernen wir, daß die gezeigten Preise nicht die Steuer beinhalten, und daß eine Pizza Größe L in Wirklichkeit die Größe XXXXL hat. Egal, gegessen wird, was auf den Tisch kommt!

Irl leiht uns sein Motorrad
Über Adventure Rider haben wir Kontakt zu Irl bekommen - er bietet uns sein "Ersatzmotorrad", eine Honda VFR 750 leihweise an!! Da können wir nicht nein sagen, denn ohne eigenes Fortbewegungsmittel fühlen wir uns wie amputiert. Harry bringt uns mit seinem "Truck" zu Irl (In Los Angeles fährt man keine großen Autos, sondern kleine LKWs).
Der Abschied von Harry fällt nicht leicht, aber wir versprechen ihm, daß wir auf jeden Fall noch mal bei ihm vorbeischauen - spätestens wenn wir unsere Mopeds wieder haben!
Irl hat alles vorbereitet: Die Honda ist vollgetankt, die Helme geputzt (unsere sind mit den Mopeds auf dem Schiff), für jeden gibtīs zwei Paar Handschuhe und Koffer hat er auch noch... Wir sind wieder einmal sprachlos, was Menschen ohne Erwartung von Gegenleistung für uns tun, und was für ein Vertrauen uns Fremden entgegengebracht wird!
Bevor wir uns auf den Weg machen, lernen wir  noch den Rest des Haushalts kennen - seine Frau Marni und die zwei wohlerzogenen Hunde Rocco und Lady.

Bei Luanna, Mark und Lea
Wir nehmen wieder eine der schönen Paßstraßen über die Berge runter zur Küste. Traumhaft und ein Vorgeschmack auf schöne Landschaften!
Mark und seine Familie wohnen in einer wohlhabenden Gegend: Nette Einfamilienhäuser mit riesigen Garagen, die dementsprechenden Autos davor, und mit eigener Bootsanlegestelle hinterm Haus! Wir sind nur wenige Meter vom Meer entfernt und künstlich angelegte Wasserarme führen durch das Hafenviertel.
Mark zeigt uns den Inhalt seiner Garage: Er selbst fährt eine BMW R 1200 GS, seine Frau eine BMW F650 GS, da stehen noch zwei leichte Enduros für den Dreck, und auch die Tochter hat eine eigene Maschine: Ein kleines "Dirt- Bike".
Nächste Woche sind Osternferien, und Luanna, Mark und Lea haben einen Motorrad- Trip nach Baja- Mexiko geplant. Das ist nicht weit von hier- in drei Stunden ist man über der Grenze!
Unglaublich - sie bieten uns an, hier wohnenzubleiben, solange sie weg sind! Supernett... Aber uns ist es lieber, wieder Richtung Los Angeles zu kommen - das Datum rückt näher, an dem unsere Motorräder ankommen werden und endlich haben wir auch per Email unsere Bill of Lading bekommen. Gleich rufen wir bei der Frachtfirma an, deren Adresse wir jetzt endlich haben. Aber da ist eine automatische Stimme am anderen Ende der Leitung, und wir verstehen kein Wort. Wir schreiben Harry eine Email, ob er für uns anrufen könnte: Kurze Zeit später schickt er uns die "Arrival Notice" und die Nachricht, daß wir, nachdem die Rechnung fürīs Entpacken der Container bezahlt ist, die Zollformalitäten erledigen können - auch wenn die Mopeds noch nicht angekommen sind! Endlich gehtīs vorwärts!

Besuch in St. Barbara
Ventura ist nicht weit weg von St. Barbara, und dort wohnt Fraser, eine Freundin von Bettina, die wir in Dunedin/ Neuseeland besucht hatten. Fraser und ihr Mann Dave besitzen in St. Barbara einen kleinen Motorradladen. Als wir dort ankommen, ist Fraser allerdings nicht da, aber Dave zeigt uns seine Schätzchen in der Werkstatt: Da steht ein Fiat Tipolino, und er baut seit Jahren an einem Rennmotorrad,  einer Moto Guzzi...
Hier wollen wir auf jeden Fall noch mal vorbeikommen, zum einen gefällt uns Dave und seine Werkstatt, zum anderen wollen wir Fraser kennenlernen...

Abschied von Luanna und Mark
Irl, von dem wir die VFR haben, hat uns nun eingeladen, bei ihm zu wohnen. Wir können Mittwoch kommen und bis zum Wochenende bleiben!
Also verabschieden wir uns von Luanna, Mark und Tochter Lea - vielleicht treffen wir uns wieder - ein paar mögliche Termine sind schon ausgetauscht...

Bei Marni und Irl  - und die erste Hürde ist geschafft
Die beiden wohnen in Van Nuys, ein Vorort von Los Angeles. Da beide berufstätig sind, können wir erst nachmittags kommen. Aber das macht nichts - wir haben ja einige Dinge zu erledigen. Auf dem Weg nach Los Angeles biegen wir kurz nach Thousand Oaks ab. Mark hat uns von der BMW 1200 GS Adventure vorgeschwärmt, die der dortige BMW- Händler auf Lager hat - die wollen wir sehen! Auch wir sind begeistert - ein schönes Motorrad...
Dann holen wir Geld an einem Geldautomat, gehen zur Post, um für 300,- USD (das ist der Rechnungsbetrag der Frachtfirma) ein "Money order", eine Art Scheck zu kaufen. Bargeld wird nicht akzeptiert... Bei der Frachtfirma geben wir den Scheck ab und mit der Quittung gehtīs zum Zoll. Dort sind sie sehr nett und helfen uns geduldig die Formulare auszufüllen.
Das hätten wir uns schwieriger vorgestellt... Ein einziges Problem haben wir: Wir mussten für die Bill of Lading eine Adresse in Los Angeles angeben - wir hatten mit Harryīs Einverständnis seine angegeben. Nun braucht allerdings der Zoll eine Erklärung von ihm, daß wir "sein" Hab und Gut abholen dürfen, denn aus der Bill of Lading geht nicht hervor, daß die Motorräder uns gehören... Aber auch das erledigt sich, indem wir bei Harry anrufen, und das Fax von ihm kurz vor Feierabend beim Zoll ankommt. Die Hürde ist geschafft...
Auf dem Weg zu Irl und Marni kommen wir mitten in den Feierabendverkehr - wir brauchen zweieinhalb Stunden für etwa 40 km!
Irl ist Hobby- Koch, und er kann wirklich sehr gut kochen - es gibt leckeres Beef mit Reis und Brokkoli...

DMV und Haftpflicht
Die nette Lady beim Zoll hatte uns ermahnt, ja nicht zu vergessen beim DMV vorbeizuschauen, um unsere Motorräder registrieren zu lassen. Also ist das die erste Adresse für uns am nächsten Morgen. Nach einer Stunde warten bekommen wir aber gesagt, daß wir die Mopeds nicht registrieren lassen dürfen, weil wir keine kalifornische "Licence" (Führerschein) haben... Auch gut!
Dann gehtīs zum "Triple A" (AAA- amerikanischer Automobilclub). Da Tommy Mitglied im ADAC ist, bekommen wir hier Landkarten umsonst! Hier fragen wir auch nach einer Haftpflichtversicherung für unsere Motorräder- sie können uns aber nicht versichern wegen der fehlenden kalifornischen Licence...
Nach ein paar Telefonaten finden wir endlich eine Agentur, die uns versichert - also auch erledigt!
Das "Warehouse", bei dem wir unsere Motorräder abholen können, wenn sie denn endlich mal angekommen sind, hat keine Neuigkeiten. Wir sollenīs morgen noch mal probieren... Also heißt das für uns - Geduld üben und abwarten!

"Customs Hold"
Täglich telefonieren wir mit dem Warehouse und täglich bekommen wir die Nachricht, daß der Container immer noch am Pier steht. Der Grund dafür ist, was in nur 4% aller Fälle passiert: Der Zoll interessiert sich für den Inhalt des Containers!
Wir vertreiben uns die Wartezeit, indem wir am Wochenende mit Marni und Irl und den Hunden Rocco und Lady nach Downtown gehen. Dort findet "Blessing the animals" (Segnung der Tiere) statt. Es können alle nur möglichen Tierarten gebracht werden, eine lange Prozession wandert am Priester vorbei, der sie mit viel Weihwasser segnet. Es ist ein Fest mit mexikanischen Tänzerinnen, viel Musik, Indianer in traditioneller Tracht und natürlich viele viele Tiere, manche exotisch, manche "niedlich" verkleidet - ein riesiges Spektakel, und wir haben viel Spaß!
Dann steht Ostern an. In den USA wird Ostern wie Weihnachten gefeiert - es ist ein Fest, bei dem die Familie zusammenkommt, es gibt gutes Essen, man geht in die Kirche... Marni ist Jüdin, und so wird das Dinner auf jüdische Weise zelebriert - ein besonderes Erlebnis für uns!! Auf dem Tisch steht der so genannte "Sederteller" mit symbolische Gaben und Marni liest aus dem "Pessach- Haggada" vor, das den Auszug aus Ägypten erzählt. Irl hat gekocht - Lamm mit Kartoffeln auf irische Art, und als Dessert gibtīs unseren selbstgebackenen deutschen Marmorkuchen!
Einmal nehmen wir Irlīs VFR, um eine Ausfahrt zu machen - Angeles Crest ist eine Straße mit endlosen Kurven, die weit hinauf in die Berge führt.
Dann besuchen wir Irl bei der Arbeit. Sowohl er als auch Marni haben Musik studiert und arbeiten im Musik- Business in Ton- Studios! Irl führt uns durch alle Räume, und es sieht tatsächlich so aus, wie wir es uns vorgestellt hatten: Schwarze Wände und leuchtende Schilder "Achtung Aufnahme".

Die Mopeds sind da!!
Wieder ist es das erste, was wir morgens machen: Warehouse anrufen. Da bekommen wir endlich mal eine gute Nachricht, der Zoll hat den Container inspiziert, und der Container ist unterwegs ins Warehouse! Wir sollen nachmittags anrufen, ob er dort angekommen ist. Nachmittags ist er immer noch nicht dort und am nächsten Morgen auch noch nicht. Wir sitzen wie auf Kohlen, daher nehmen wir die Hunde, um einen langen Spaziergang zu machen. Dann endlich, als wir mittags anrufen, ist der Container angekommen - morgen können wir die Mopeds holen!!
Harry hatte angeboten, uns abzuholen und zum Warehouse zu fahren. Wir sind wirklich froh darüber, denn per öffentliche Verkehrsmittel wären wir mindestens zwei Stunden unterwegs! So dauert die Fahrt "nur" eine Stunde... Aber zuerst gehtīs noch mal zur Frachtfirma, bei der wir unseren Kostenanteil an der Zollinspektion bezahlen müssen - 20,- USD, natürlich wieder nicht bar sondern per "Money order"...
Nachdem wir 55,- USD Warehouse- Gebühr und 50,- USD fürīs Entsorgen der Paletten abgedrückt haben (hier dürfen wir bar bezahlen), bekommen wir unsere Motorräder wieder: Es ist ein toller Moment, als die Holzkisten mit dem Stapler auf den Parkplatz gebracht werden. Die Kisten aufmachen dürfen wir nicht, das erledigt aus Sicherheitsgründen das Warehouse- Personal. Die Erleichterung ist groß, als wir sehen, dass die Kälbchen den Transport schadlos überstanden haben... Nun ist auch Harry beruhigt - er wollte warten, bis er sicher ist, daß alles reibungslos über die Bühne geht und die Mopeds laufen. Der Abschied fällt nicht leicht, aber wir werden auf dem Weg nach Mexico wieder in Los Angeles vorbeischauen und Harry also bestimmt wieder sehen.

Wieder unterwegs!!
Zurück bei Irl und Marni packen wir unsere Siebensachen für den nächsten Morgen. Dann laden wir die zwei als kleines Dankeschön für die große Hilfe zum Essen ein. Wir dürfen ein paar Sachen bei den beiden deponieren - es ist sicher, dass wir die zwei wieder besuchen werden...
Endlich unterwegs - die erste Stunde fahren wir auf einem Freeway (amerikanische Autobahn), um möglichst schnell aus der Stadt zu kommen. Es ist die Hölle los, hier überholt man kreuz und quer, und wir müssen uns ziemlich konzentrieren. Dann biegen wir ab Richtung St. Bernardino Mountains. Uns erwartet eine ruhige und kurvenreiche Straße, die sich den Berg hinaufschraubt. Bald sind wir auf 2000 m Höhe, es gibt genügend Schnee zum Skifahren - die Skilifte sind noch alle in Betrieb. Am Big Bear Lake finden wir einen Campingplatz und am Feuer ist es abends gerade noch auszuhalten - nachts gibt es sogar Frost!
Am nächsten Tag überqueren wir einen Pass mit 2665 m Höhe - bei Nebel und Nieselregen ist es empfindlich kalt.

Joshua Tree Nationalpark
Aber als wir den Joshua Tree Nationalpark erreichen, brennt die Sonne schon wieder, und es ist angenehm warm. Der Nationalpark gefällt uns sehr: Aufgehäufte Felsbrocken wechseln sich mit Yukka- Palmen ab, hie und da sieht man einen Kaktus in voller Blüte.
Am Nationalpark- Eingang sagte man uns, daß alle Campingplätze voll seien, aber wir finden trotzdem auf Anieb ein wunderschönes Plätzchen zwischen Felsen im Campground "Hidden Valley". Die Stellplätze sind sehr großzügig ausgelegt. Daß es keine Duschen gibt, hatten wir erwartet - das kennen wir von den DOC- Campingplätzen in Neuseeland und den Camps in den australischen Nationalparks. Aber daß es überhaupt kein Wasser gibt, wurde uns nicht mal am Park- Eingang gesagt. Zum Glück haben wir ein paar Liter dabei...
Wir grasen den wunderschönen Nationalpark ab - mit den Motorrädern und zum Teil auch zu Fuß. Einmal fahren wir nach 29 Palms, ein Städtchen am Rand des Joshua Tree Nationalparks, zum Einkaufen - als wir an einer Tankstelle anhalten, werden wir angesprochen mit den üblichen Fragen - woher, wohin, wie lange schon... Wir haben auch eine Frage - wo ist der nächste Supermarkt? Als wir auf dem Weg dorthin sind, werden wir überholt: Das Pärchen von der Tankstelle setzt den Blinker, wir sollen anzuhalten. Die beiden wollen uns einladen, Valerie wohnt nicht weit von hier, und sie hat ein Gästehaus, das wir gerne benutzen dürfen. Und wir wären sicher mal wieder froh über eine Dusche! Das stimmt, und wir freuen uns sehr über die Einladung. Da aber unser Zelt noch auf dem Campingplatz steht, verabreden wir, daß wir morgen kommen. Gary, Valerieīs Lebensgefährte erklärt uns noch kurz den Weg, er gibt uns sogar eine Landkarte mit. Echt nett...
Als wir vom Supermarkt Richtung Nationalpark abbiegen wollen, steht da das mittlerweile bekannte Auto der beiden - sie haben auf uns gewartet, weil sie sicher sein wollen, daß wir den Weg zu ihrem Haus auch wirklich finden. Wir sollen ihnen kurz hinterherfahren! Es wäre wirklich nicht einfach gewesen, und wir hätten sicherlich eine Weile gesucht, denn die Straße zum Haus ist eher ein sandiger Trampelpfad als eine Straße.

Bei Valerie, Gary und Brady
Am Morgen packen wir zuerst unsere Sachen, dann gibtīs Frühstück. Wir schauen unseren Zeltnachbarn beim Klettern zu - dieser Campingplatz ist das reinste Kletterparadies und die Freaks kommen von weit her, um hier ihrem Hobby zu frönen. Dann erleben wir eine Überraschung: Da spaziert doch tatsächlich in aller Seelenruhe ein Koyote über den Campingplatz und nur wenige Meter an uns vorbei! Genug Zeit, um die Photokamera zu zücken und Bilder zu schießen...
Auf dem Weg zu Valerie stoppen wir noch bei "Cottonwood Springs", eine wirklich hübsche Oase in wüstengleicher Landschaft. Hier bekommen wir auch endlich ein "Humming bird", ein Kolibri vor die Linse. Wir haben schon viele gesehen, sogar in Los Angeles, aber Kolibris sind schwer zu fotografieren, da sie sich in der Luft nicht wie ein Vogel bewegen, sondern eher wie ein Insekt, und das in einer unglaublichen Geschwindigkeit! Aber wenn sie in der Luft "stehen", ist der Moment da abzudrücken...
Bei Valerie bekommen wir ein hübsches kleines Gästehaus, das aus einem Zimmer und einem Bad besteht. Valerieīs Enkeltochter Brady bewohnt eigentlich das Zimmer, nun schläft sie im Wohnzimmer auf der Coach. Es macht ihr nichts aus, im Gegenteil, es gefällt ihr sehr, daß wir zu Besuch hier sind. Nach der, zugegeben notwendigen Dusche, gibt es eisgekühltes Corona (mexikanisches Bier), und schon bald qualmt der Grill und die Gäste trudeln ein: Valerieīs Sohn Jimmy und Freund Hank. Wir verbringen einen feuchtfröhlichen Abend, wir reden über Gott und die Welt. Die Amis, zumindest die, die wir bisher kennen gelernt haben, sind ganz anders, wie wir sie uns vorgestellt hatten. Wir erwarteten eher freundliche Oberflächlichkeit, aber führen tiefsinnige Gespräche wie selten...
Eigentlich wollten wir am nächsten Tag schon wieder weiterziehen, aber Valerie bittet uns, noch zu bleiben - sie will uns nicht gehen lassen! Wir bleiben gerne einen Tag länger. Nach einem amerikanischen Frühstück "Eggs and Bacon", das uns Gary brutzelt, machen wir eine schöne Wanderung im 49 Palms Canyon zu einer Oase. Zum Dinner sind die gleichen Gäste geladen, und der Abend steht dem vorherigen in nichts nach.
Der Abschied ist wie immer nicht leicht, aber auch hier wollen wir uns noch ein mal blicken lassen, auf dem Weg nach Mexiko!

Nach St. Barbara zum Reifen wechseln
Bei Dave hatten wir Reifen bestellt, darum kehren wir nach St. Barbara zurück. Und natürlich, um seine Lebensgefährtin und Freundin von Bettina aus Neuseeland zu treffen, die wir das letzte Mal verpasst haben. Mark und Luanna haben uns angeboten, auf dem Weg nach St. Barbara wieder bei ihnen zu übernachten! Wir verbringen einen netten Abend bei Pizza und Wein und schauen Photos von Baja Mexico, wo die zwei mit ihrer Tochter über Ostern waren. Ein toller Vorgeschmack auf das, was uns erwartet!
Am frühen Morgen sind wir bei Daveīs Motorradladen. Dieses Mal ist Fraser auch da, und zum Lunch gehen wir gemeinsam in ein tolles Fisch- Lokal. Dort sind wir mit Mike und James verabredet, die von Dave von uns gehört haben und uns treffen wollen. Beide sind begeisterte BMW- Motorradfahrer und im örtlichen BMW- Club.
Mike lädt uns ein, bei ihm zu übernachten, bevor wir uns Richtung Death Valley aufmachen. Dankbar nehmen wir das Angebot an, und nachdem Tommy mit Daveīs Hilfe die Reifen gewechselt hat, verabschieden wir uns von Dave und Fraser - aber nicht bevor Fraser uns ein paar Kontaktadressen in die Hand gedrückt hat. Dave hat für Tommy ein kalifornisches Nummernschild und Ventilkappen mit der deutschen Flagge drauf!
Zu Mike können wir erst nach Feierabend, und James bietet uns an, den Nachmittag bei ihm zu verbringen. Er hat Wireless Internet, so können wir mit unserem eigenen Laptop im Netz surfen und mal wieder längst fällige Emails schreiben. Super!
James besitzt ein wunderschönes Haus in Downtown. Es ist eines der ältesten Häuser in St. Barbara und wurde seinerzeit als Pferdestall genutzt. James hat die Räume teilweise so belassen wie sie waren - der alte Holzboden ist beispielsweise noch drin und man sieht noch die Nagespuren der Pferde an den Stützpfeilern. Er erzählt uns, daß es schon öfters vorgekommen ist, daß ein reicher Schnösel aus Los Angeles, meist aus dem Filmgeschäft, angeklopft hat, um zu fragen, für wieviel James das Haus verkauft. Und es dann einfach nicht glauben wollte, daß er es für kein Geld der Welt verkaufen würde!

Bei Mike und Latifa
Als wir bei Mike ankommen, fragen wir wie immer, ob wir einen Blick in die Garage werfen dürfen. Meist gibt es viel zu sehen, wie auch hier: Da steht neben einer kleinen Honda- Enduro und einer BMW R 1150 GS Adventure, eine HP 2. Unter einem Leintuch ist noch ein alte Corvette versteckt.
Nachdem wir unser Gästezimmer bezogen und seine türkische Frau Latifa und ihr Baby kennen gelernt haben, machen wir einen Spaziergang zum Strand. Dort erwartet uns eine Überraschung: Hier ist es normal, daß man vom Strand aus Delphine beobachten kann! Für uns ist es das erste Mal, daß wir Delphine in freier Natur erleben... Abends werden wir mit einem Bier ins Wohnzimmer verfrachtet, und während wir uns angeregt mit Latifa unterhalten, die vor 12 Jahren in die USA auswanderte, kocht Mike ein sehr leckeres Dinner - feines Lamm mit Spinat und kalifornischen Rotwein dazu.
Auch Latifa und Mike laden uns ein, auf dem Weg nach Süden wieder vorbeizukommen! Und Mike gibt uns ein Buch mit, daß sehr wertvoll für uns werden könnte: Das Buch ist voll mit Telefonnummern von BMW- Club- Mitgliedern aus der gesamten USA, die beispielsweise Hilfe oder eine Kaffeepause anbieten.

Mojave Wüste
Auf dem Weg zur Mojave Wüste nehmen wir die Route 33, die uns Mike empfohlen hat. Sie führt die Berge hinauf in den Los Padres National Forest und bietet genau das, was wir so gerne mögen: Kurven, tolle Aussichtspunkte und nichts los!
An einem abgeschiedenen Haus fragen wir, ob wir außerhalb des Grundstücks hinterm Zaun unser Zelt aufstellen dürfen. Der Mann schaut uns an, als ob wir von einer anderen Welt kommen, aber er erlaubt uns hier zu zelten...
Es wird immer heißer, je mehr wir uns der Mojave Desert nähern. Die Landschaft ist alles andere als langweilig: Hohe, schneebedeckte Berge türmen sich am Horizont auf (könnte das die Sierra Nevada sein?). Plötzlich taucht eine große Wildkatze mit Stummelschwanz auf und überquert die Straße: Das war ein "Bobcat", ein Rotluchs!
Wir sehen einige Enduros - hier in der Mojave Wüste ist Offroad- Fahren erlaubt!
Wir fahren die sehr schöne, schmale und kurvige Wildrose Canyon Road, die Richtung Death Valley führt. Eine Schotterstraße zweigt ab hinauf zu den "Charcoal Kilns", 1867 erbaute Steingebäude, in denen aus Pinienholz Kohle für die lokalen Minen erzeugt wurde. Der Wildrose Campingplatz gefällt uns gut, hier können wir in ca. 1200m Höhe noch mal eine kühle Nacht verbringen, bevorīs ins Death Valley geht.

Death Valley
Wir sind froh, daß wir früh morgens unterwegs sind - je weiter wir uns der Meereshöhe im Death Valley nähern, um so heißer wird es. Unvorstellbar, hierher im Sommer zu kommen! Unvorstellbar, daß hier in den Sommermonaten ein Marathon stattfinden soll!! Es ist fast angenehmer, wenn wir die Visiere unserer "Schuberth"- Helme zulassen, bei geöffnetem Helm bläst ein heißer Fön ins Gesicht...
Die Landschaft im Death Valley gefällt uns sehr - mondähnliche, karge Gegenden wechseln sich mit farbenfrohem Kalkstein- Gebirge ab, dazwischen immer wieder überraschend viel Grün. Schon morgens um 11.00 Uhr erreichen wir den Furnace Creek Campingplatz und bauen unser Zelt unter dem ausladenden und schattenspendenden Ästen eines Baums auf! Den Tag verbringen wir an unserem Camp - die Mittagshitze macht träge, und das eiskalte Bier, das wir im Store erstehen, erst recht.
Früh morgens stehen wir auf und schwingen uns auf unsere Mopeds. Den Titus Canyon, der uns wärmstens empfohlen worden ist, können wir nicht fahren - er ist schon seit Januar gesperrt. Das ist sehr schade, denn die Schotterstraße führt als Einbahnstraße über die Berge hinunter durch eine Schlucht ins Death Valley.
Wir fahren zum Scottys Castle, das sich ein Millionär in den 30er Jahren erbaut hat. Danach gehtīs zum Ubehebe Crater, ein beeindruckender Vulkan- Krater im Death Valley. Dann schauen wir uns den Titus Canyon von der anderen Seite an, laufen ein Stück in die Schlucht, um uns nur noch mehr zu ärgern, daß er gesperrt ist - der Canyon ist der Hammer... besonders, wenn man um die Kurve fährt und den ersten Blick ins Tal wirft... Auf dem Rückweg schauen wir uns noch die Überbleibsel der Borax- Mine "Harmony Borax Works" an. Unglaublich, daß in dieser Hitze früher Menschen nicht nur gelebt, sondern hart gearbeitet haben - ohne Klimaanlage, ohne moderne Maschinen...
Ein Lagerfeuer ist zwar nicht nötig, denn es kühlt nachts nicht wirklich ab - unsere "Casioīs" zeigen um 11.00 Uhr nachts noch 33°C an. Trotzdem ist es mal wieder schön, an einem Lagerfeuer zu sitzen - wegen Brandgefahr war Feuer machen in Australien und Neuseeland verboten. Tommy hat eine gute Idee - die Aluminium- Tische, die es am Campingplatz gibt, eignen sich bestens als Bett: Matratze und Kissen drauf, und wir können bei einer leichten Brise richtig gut schlafen!
Wieder stehen wir sehr früh auf. Für heute haben wir viel vor: Golden Canyon, Artists Drive, Badwater und Dantes View stehen auf dem Programm.
Wir laufen ein Stück in den Golden Canyon - die Wände leuchten golden im Morgenlicht. Der Artists Drive ist phänomenal - der einspurige Loop führt durch farbenfrohe Gesteinsformationen. Am Morgen werden die Felswände noch nicht von der Sonne angestrahlt, also beschließen wir, am Nachmittag auf dem Rückweg noch mal durchzufahren.
Zur Natural Bridge biegen wir auch ab und laufen so weit in den Canyon, bis wir sie sehen: Eine Brücke, die die Natur gebaut hat.
Badwater ist ein weiteres Erlebnis: Hier erreichen wir mit 85,5 Meter unterm Meeresspiegel den tiefsten Punkt Nordamerikas. Wir schauen auf einen trockenen Salzsee und direkt darüber auf einen schneebedeckten Berggipfel - den Telescope Peak, 3368 m hoch.
Noch ein Höhepunkt ist der Dantes View auf 1669 m Höhe, von dem wir einen grandiosen Blick auf Badwater, Telescope Peak und bis Furnace Creek genießen.
Der erneute Abstecher zum Artists Drive lohnt sich - jetzt leuchten die Farben!

Red Rock Canyon
Früh stehen wir mal wieder auf - heute packen wir und fahren weiter - unser Ziel ist Las Vegas.
Las Vegas ist größer als erwartet, und wir haben uns überhaupt nicht vorbereitet - so irren wir zunächst einmal ziellos durch die Stadt. Wir halten, um uns zu beratschlagen, schauen in die einzige, nicht besonders detaillierte Karte, die wir von der Gegend haben und entdecken darin, daß ganz in der Nähe ein "AAA" (amerikanischer Automobilclub) ist. Dort werden wir mit detaillierteren Karten ausgerüstet. Darin sehen wir, daß es nicht weit außerhalb eine "National Conservation Area" mit Campingplatz gibt: So entdecken wir den Red Rock Canyon.
Abends hält ein Auto an unserem Zelt. Ninfa stellt sich als "Climber" vor, sie klettert im Red Rock Canyon. Sie ist ganz begeistert von unseren Motorrädern und unserer Reise und fragt, ob sie uns fotografieren darf. Klar, kein Problem, das sind wir gewohnt...
Am nächsten Morgen gehtīs zunächst zum Red Rock Canyon. Die "National Conservation Area" kostet Eintritt - hier gilt unser Nationalpark- Pass nicht. Aber für 2,- USD pro Person überlegen wir nicht lange. Die Straße durch den Park ist nur 13 Meilen bzw. 21 km lang, aber überzeugt uns mit unerwartet toller Landschaft: Rote Felsen so weit das Auge reicht!
Als nächstes biegen wir zu "Bonnies Springs" ab. Motorradfahrer haben freien Eintritt, das ist schon mal sympathisch! Bonnies Springs besteht aus einer "Geisterstadt" mit interessantem, verstaubtem "Gerümpel" aus alter Zeit und einem Streichelzoo mit Tieren aus aller Welt.
Auf dem Weg nach Las Vegas sehen wir eine Herde "Burros" - Wildesel, die hier recht häufig vorkommen.

Las Vegas
Wir verbringen den ganzen Nachmittag und Abend in Las Vegas. Wir laufen den Las Vegas Boulevard, genannt "The Strip" auf und ab und bestaunen das bunte Treiben auf den Straßen und in den Casinos. Da wir überlegen, vielleicht eine Nacht in solch einem Hotel und Casino zu verbringen, fragen wir nach den Zimmerpreisen und erfahren, daß diese von Tag zu Tag um mehr als 100,- USD für das gleiche Zimmer variieren können. Es kommt darauf an, ob gerade eine bekannte Band oder Show im Haus ist...
Nun ja - wir haben nach einem Tag schon genug von der schönen, aber künstlichen Glitzerwelt und sparen uns die 50,- USD für ein Zimmer. Als wir spät abends zu unserem Campingplatz zurückkehren, finden wir vor unserem Zelt eine Tüte: Darin 6 Flaschen Wasser und eine Packung Nüsse von Ninfa, als Dank dafür, daß sie uns fotografieren durfte....

Lake Mead
Wir ziehen weiter Richtung Osten und am Lake Mead bleiben wir zwei Tage auf einem einfachen Campingplatz und machen einen Ausflug zum Hoover Dam. Dieser wurde in den 30ern in nur 5 Jahren errichtet, um den Colorado River zu zähmen und zur Energieversorgung zu nutzen. So entstand der künstliche See "Lake Mead" inmitten der Wüste!

Route 66
Wir fahren ein kleines Stückchen der alten Route 66, die über 2000 Meilen lange Straße, die Chicago mit Los Angeles verbindet. Natürlich kommen uns Horden von freundlich bis überschwänglich grüßenden Harley- Fahrern entgegen, viele ohne Sturzhelm, denn Arizona ist der einzige Staat in den USA, in dem "oben ohne" noch legal ist! Die Straße wäre eigentlich sehr langweilig, da sie immer nur gerade aus führt, wenn nicht ab und zu ein uriger Pub oder schön dekorierter Souvenirladen am Straßenrand zu sehen wäre.
Plötzlich zwingt uns ein Polizeiauto mit Sirenengeheul und nicht nur Blau- sondern auch Rot- und Weißlicht, also dem kompletten Beleuchtungsprogramm, zum Halten. Der Sheriff springt aus dem Auto und staucht uns zusammen: Warum wir denn so langsam unterwegs seien, hier ist 55 Meilen/ Stunde (ca. 88 km/Std.) erlaubt, wir fahren aber nur ungefähr 80 km/Std...Wir seien ein Verkehrshindernis und eine Gefahr!! Wir geloben Besserung und halten uns an die Höchstgeschwindigkeit bis der Sheriff uns einige Meilen später freundlich winkend überholt. Am Anfang unserer Reise wäre uns so etwas nie passiert, aber im Lauf der Zeit hat sich unsere Reisegeschwindigkeit geändert. Wir wollen uns nicht zu sehr auf den Verkehr konzentrieren müssen, lieber mehr von der Umgebung sehen. Und da unsere Kälbchen voraussichtlich weit über 100.000 km auf dem Buckel haben werden, wenn wir wieder nachhause zurückkehren, ist Schonung angesagt - keine Lust auf Motorschaden in Südamerika!

Auf dem Weg zum Grand Canyon
Bevor wir zum Grand Canyon fahren, übernachten wir in einem Motel in Williams für 40,- USD. Wir wollen mal wieder eine richtige Dusche, ein richtiges Bett und müssen unsere Akkus für das Laptop laden. Anfangs hatten wir ein 12 Volt- Ladegerät für unser Laptop dabei und konnten so die Akkus während der Fahrt laden - da es aber recht schwer war und in letzter Zeit selten in Gebrauch (in Neuseeland und Australien gabīs die praktischen "Campkitchen" auf den Campingplätzen mit Sitzgelegenheit und Strom), packten wir es in eines der Pakete zurück nach Deutschland! Jetzt könnten wir es wieder brauchen...
In Flagstaff halten wir an einem Shoppingcenter um einzukaufen. Rocky, ein typisch amerikanisch aussehender Jugendlicher, spricht uns an und fragt uns über unsere Reise aus. Als wir vom Einkaufen zurückkommen, hängt an Tommys Moped eine Baustellen- Lampe. Die hat Rocky drangehängt  und "God bless, be careful and enjoy the railway light" draufgeschrieben. Endlich haben wir mal vernünftiges Licht im Zelt, und wir haben beschlossen die mindestens 1 kg schwere Lampe mitzuschleifen, bis die Batterie leer ist...
Wir suchen vergeblich nach einem Internetcafé und fragen daher in einem Motel, ob wir das Internet benutzen dürfen. Der Besitzer weiß nicht, was er uns verlangen soll, da für Gäste Internet frei ist, wir aber nicht über Nacht bleiben werden. Kurzerhand drückt er uns seine Visitenkarte in die Hand - er will nur eine Postkarte aus Kanada... Internet können wir benutzen, solange wir wollen und bekommen dazu noch Kaffee und Softdrinks umsonst!

Grand Canyon
Der einzige Campingplatz, der im Grand Canyon Nationalpark um diese Jahreszeit geöffnet hat, ist der Mather Campground im Grand Canyon Village, auf der Südseite des Canyon (South Rim). Die Straße zum North Rim ist noch bis zum 15. Mai geschlossen - wir sind ein paar Tage zu früh dran. Die Nordseite soll schöner sein, da nicht so überlaufen, und auch die Sicht in den Canyon soll besser sein.
Trotzdem ist es ganz gut, daß wir so früh hier sind, denn noch bleiben die großen Massen aus, die den berühmten Grand Canyon besuchen.
Als wir gerade am Campingplatz einchecken, fällt uns ein Wohnmobil auf, da es eine bayrische Flagge im Fenster hat, und ein Schild "Panamericana". Als alle Formalitäten erledigt sind, ist das Wohnmobil weg -schade... Tommy läuft später über den Platz, um es zu suchen - ohne Erfolg, dafür bekommt er aber einen amerikanischen Elch zu Gesicht - ein Riesenviech...
Der erste Blick in den Canyon raubt uns fast den Atem - er ist wirklich etwas Besonderes! Wir verbringen zwei Tage hier, fahren an einem Tag die Straße Richtung Desert View und halten bei jedem "View Point". Am nächsten Tag sind wir gerade auf dem Weg zum "Rim Trail", um einen Teil des Wanderwegs zu laufen, der entlang des Canyon Richtung Hermitīs Rest führt. Da begegnen wir endlich den Deutschen mit dem Wohnmobil. Susi und Wolf waren lange Zeit in Südamerika mit einem Allradfahrzeug unterwegs. Nun haben sie sich hier in Las Vegas ein Wohnmobil gekauft. Auch sie wollen nach Kanada und Alaska! Sie geben uns einige Tipps für Südamerika und nach einer Stunde angeregter Unterhaltung verabschieden wir uns - Auf Wiedersehen in Kanada...
Zur Abwechslung mal zu Fuß unterwegs zu sein, ist ganz gut - so bekommt man doch noch mehr mit von der Umgebung. Wir wissen, daß es hier Kondore geben muß. Sie waren in dieser Gegend ausgestorben, wurden aber erfolgreich wieder angesiedelt. Und wir sehen tatsächlich einen - er kreist über dem Canyon und direkt über unseren Köpfen!
Die Straße Richtung "Hermits Rest" darf nicht befahren werden, aber kostenlose Shuttle- Busse stehen zur Verfügung. In solch einen steigen wir ein, um die restlichen Aussichtspunke zu besichtigen. Auch Richtung Desert View gibt es einen Aussichtspunkt, den man mit dem eigenen Fahrzeug nicht fahren darf - den "Yavapai Point", den wir am späten Nachmittag erreichen. Hier gefällt es uns am besten - es sind nicht viele Leute hier, man sieht zwar nicht den Colorado River, aber die Aussicht ist grandios.

Navajo Reservat
Wir packen - es geht weiter. Unser nächstes Ziel ist der Mesa Verde Nationalpark. Auf dem Weg dorthin fahren wir durch das Navajo- Reservat. Hier leben Indianer des Navajo- Stamms. Die Gegend ist schön -  die Hügel leuchten in allen Farben.
In Tuba City finden wir ein Motel mit Campingplatz. Für 15,- USD pro Nacht können wir hier zelten und das "Wireless Internet" des Motels 24 Stunden am Tag kostenlos nutzen! Das ist die  Gelegenheit, um unsere Webseite zu aktualisieren...

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